Der deutsche Pkw-Markt hat im September deutlich zugelegt. Mit 256.774 Neuzulassungen lag das Volumen neun Prozent über dem Vorjahresmonat. Doch hinter dem positiven Gesamtbild zeigt sich ein differenziertes Bild: Während Privatkunden den Markt (103.462 Fahrzeuge / plus 28 Prozent), bleibt das Flottengeschäft weitgehend ohne Schwung.
Wie Dataforce mitteilte, stiegen die Neuzulassungen von Firmenwagen im September lediglich um ein Prozent auf 69.401 Fahrzeuge. Damit entwickelt sich dieser Vertriebskanal deutlich schwächer als der Gesamtmarkt. Auch im bisherigen Jahresverlauf bleiben die Flottenzulassungen unter Vorjahresniveau.
Firmenkunden halten sich zurück
Die Zahlen verdeutlichen, dass die aktuelle Marktdynamik nicht aus der Breite kommt. Während private Käufer ihre Zulassungen kräftig erhöhten, zeigen Unternehmen bei Neuanschaffungen weiterhin Zurückhaltung. Für Hersteller und Handel ist das eine Herausforderung. Schließlich gilt der Flottenmarkt traditionell als wichtiger Absatzkanal und Frühindikator für die weitere Marktentwicklung.
Wenige Impulse kamen auch von den anderen gewerblichen Kanälen. Hersteller (19.521 Fahrzeuge / keine Veränderung) und Handel (36.807 Fahrzeuge / minus elf Prozent) hielten sich im September mit Eigenzulassungen zurück und bedienten zuerst die Privatnachfrage. Immerhin: Die Autovermieter steigerten ihr Volumen um acht Prozent auf 27.583 Neuwagen.
Elektrifizierung schreitet in Fuhrparks voran
Trotz der verhaltenen Entwicklung bei den Gesamtzulassungen setzt sich ein Trend ungebremst fort: die Elektrifizierung der Fuhrparks. Laut Dataforce stiegen die Zulassungen batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) im Flottenmarkt um 54 Prozent auf 23.431 Einheiten. Damit erreichten reine Stromer einen Anteil von 33,8 Prozent an allen gewerblichen Neuzulassungen. Anders ausgedrückt: Bereits mehr als jedes dritte neu zugelassene Flottenfahrzeug fährt rein elektrisch.
Der Wandel wirkt sich zunehmend auch auf die Marktanteile aus. Vor allem neue und chinesische Hersteller profitieren von der wachsenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Ihr gemeinsamer Marktanteil hat sich inzwischen auf rund sieben Prozent nahezu verdoppelt. Marken wie BYD, MG, Leapmotor und Xpeng gewinnen damit nicht nur im Privatmarkt, sondern auch bei gewerblichen Kunden an Aufmerksamkeit.
Für etablierte Hersteller bedeutet das zusätzlichen Wettbewerbsdruck. Gerade im Flottengeschäft spielen Verfügbarkeit, Total Cost of Ownership und attraktive Leasingkonditionen eine zentrale Rolle.
Dataforce-Analyst Julian Litzinger sieht in den September-Zahlen Licht und Schatten zugleich: "Der September ist ein starkes Signal für den Pkw-Markt, doch das Wachstum steht noch auf einem schmalen Fundament. Es wird vor allem vom Privatmarkt und von der Elektromobilität getragen, während die gewerblichen Kanäle wenig Bewegung zeigen. Gleichzeitig entstehen durch den schnellen Antriebswandel große Chancen: Wer jetzt attraktive Elektroangebote, wettbewerbsfähige Preise und Verfügbarkeit verbindet, kann Volumen absetzen. Das zeigen auch die deutlichen Zuwächse neuer Wettbewerber."