Der für Autohersteller besonders wichtige Flottenmarkt ist mit einem Minus ins Jahr gestartet und prägt damit insgesamt die schwache Entwicklung des deutschen Pkw‑Geschäfts. Im Januar gingen die Neuzulassungen von Firmenwagen um 7,9 Prozent auf 61.814 Einheiten zurück – ein spürbarer Einbruch in einem Kanal, der üblicherweise stabile Absätze liefert. Das berichtet der Branchenbeobachter Datafroce.
Auch der Privatmarkt, die zweite große margenträchtige Säule der Branche, verzeichnete mit minus 14,4 Prozent auf 58.557 Neuwagen einen klaren Rückgang. Insgesamt wurden im Januar 193.969 Pkw neu zugelassen, was einem Minus von 6,6 Prozent entspricht. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr läge der Markt damit bei rund 2,87 Millionen Neuwagen – und damit deutlich unter der Drei‑Millionen‑Marke, die lange als Normalniveau in Deutschland galt.
Nur wenige Vertriebskanäle entwickelten sich laut Datafoce im Januar positiv: Die Autovermieter steigerten die Zahl der Zulassungen um 9,9 Prozent auf 19.053, die Hersteller selbst legten durch Eigenzulassungen um 5,3 Prozent auf 18.687 Fahrzeuge zu. Vieles deute darauf hin, dass überschüssige Fahrzeuge, die keinen "echten" Abnehmer gefunden haben, verstärkt durch Eigenzulassungen oder Sonderangebote in den Markt gebracht worden seien, erklärte Automotive Analyst Julian Litzinger.
Förderprämie bremst nicht – doch der Markt bleibt verhalten
Die Elektromobilität legte zu Jahresbeginn weiter zu, wenn auch langsamer als zum Jahresende. Im Flottenmarkt sank das Wachstum von 55 Prozent im Dezember auf 18 Prozent, im Privatmarkt von 74 auf 43 Prozent. Ein saisonales Muster, das der Branche bekannt ist – der Januar war im Privatmarkt dennoch der stärkste Januar für E‑Autos überhaupt, wie Litzinger betonte.
Die Schwäche im Privatmarkt geht jedoch vor allem auf Verbrenner zurück: Die Neuzulassungen von Benzinern und Dieseln fielen laut Datafroce um knapp 30 Prozent. Selbst deutlich steigende E‑Absätze hätten diesen Rückgang kaum ausgleichen können.
Einen Vorzieheffekt aufgrund der neuen Förderprämie sieht Experte Litzinger nicht. Reine Elektroautos (BEV) kamen im Januar auf einen Anteil von 24 Prozent – genauso wie in den Schlussmonaten 2025. Plug‑in‑Hybride (PHEV) erreichten im Privatmarkt stabile sieben Prozent.
"Verbrenner-Zulassungen sind am Kränkeln"
Litzinger zieht ein gemischtes Fazit: "Der Markt schwächelt deutlich, und das ausgerechnet durch Rückgänge in den Kanälen, die für die Hersteller das Geld versprechen. Gleichzeitig sendet der Markt aber auch positive Signale. Und zwar gibt es momentan keinen Anschein, dass die angekündigte Förderprämie den E-Auto Markt vorher zum Erliegen bringt. Die Quoten bleiben momentan stabil, viel eher sind die Verbrenner-Zulassungen am Kränkeln."