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Puls Marktforschung: Zwei Sichtweisen von Dienstwagenfahrer und Fuhrparkleiter

Sie sprechen oft miteinander, aber nicht immer mit derselben Sprache: Fuhrparkverantwortliche und Dienstwagenfahrer.
© Foto: Audi AG/Picture Alliance/dpa

Der Fuhrparkleiter sieht manche Dinge anders als die Dienstwagenfahrer, das ist normal. Was dies aber für den nötigen Wandel in den Flotten bedeutet, hat Puls Marktforschung für die Autoflotte ermittelt.


Datum:
22.08.2022
Autor:
rs
Lesezeit:
4 min
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Sie sprechen oft miteinander, aber nicht immer mit derselben Sprache. Fuhrparkverantwortliche und Dienstwagenfahrer bestreiten eine enge Symbiose, in der die Wünsche des einen nicht immer deckungsgleich mit denen des anderen sein müssen.

Beispiel: Plug-in-Hybrid. Die Mitarbeiter freuen sich, dank der 0,5-Prozent-Versteuerung, ihren Dienstwagen mit Extra-Power und vielen Extras ausstatten zu können und dennoch das Gleiche monatlich zu versteuern, als wäre in der Front allein ein schwacher Motor für fossile Brennstoffe verbaut, der mit 1,0 Prozent versteuert wird.Wahlweise stockt der Nutzer nicht auf, sondern zahlt weniger für den geldwerten Vorteil. Der Fuhrparkleiter ärgert sich indes, dass eben jener CO2-erzeugende Motor als Dauerlösung agiert und der E-Motor oft ruht, da das Ladekabel zu selten gesteckt wird. Teures Benzin landet regelmäßig auf der Tankkartenabrechnung und die Kosten galoppieren davon, also besteht Rede- und Handlungsbedarf.

Zwei Gruppen, gleiche Fragen

Wir haben zusammen mit der Puls Marktforschung beide Partein unabhängig voneinander zu den Themen Elektromobilität, Auto-Abo/Langzeit-Miete und Corporate Carsharing befragt. 225 Dienstwagenfahrer standen 200 Fuhrparkverantwortlichen gegenüber, wobei die Mindestflottengröße drei Einheiten betrug. Sowohl Kleinst- (bis zehn) wie auch größere Flotten (über 100) wurden selten interviewt. Das Gros lag zwischen elf und 99 Einheiten, was die Mehrzahl der Flotten in Deutschland sind. Der Transporteranteil lag mit 42 Prozent hoch, der Anteil alternativer Antriebe indes war noch verhalten (Hybrid: sieben, Phev: sieben, Stromer: acht). Interessant waren die Anteile an Barkäufern (20 Prozent), Mietkauf (fünf Prozent) und Auto-Abo-Nutzern (vier Prozent).

Die befragten Dienstwagenfahrer waren zu einem Viertel weiblich, im Schnitt 45 Jahre alt und verteilten sich nahezu gleichmäßig auf ländliche Regionen, Klein- und Großstädte sowie Metropolen. Sie fuhren naheliegenderweise überwiegend Pkw (94 Prozent), hälftig mit Diesel und in acht Prozent als Stromer (Hybrid: zehn, Phev: acht).

Blick ins Binnenverhältnis

Soweit die kurze Typologie der Umfrage. Blicken wir auf die Frage, welchen Einfluss der Fuhrparkleiter beziehungsweise der Dienstwagenberechtigte bei der Ausgestaltung der Car Policy und den Entscheidungen rund um die Flotte nimmt oder nehmen kann. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung liegen am nächsten bei der Grundsatzfrage zusammen, welche Art von Fahrzeugbeschaffung ansteht - ist es Leasing, Auto-Abo oder Ähnliches. Alle weiteren Merkmale des Dienstwagens bestimmen nach Lesart der Mitarbeiter diese entscheidend mit. So glauben zwischen 60 und 70 Prozent der Dienstwagenfahrer, dass ihre Stimme beim Flottenleiter im hohen Maße Gehör findet, wenn es um die Marke und das Modell, die Nutzungsmöglichkeiten (persönlicher Dienstwagen oder Corporate Carsharing), die Antriebsart (E, Phev oder klassisch) und die Ausgestaltung der Car- oder Mobilitäts-Policy geht. Die Dienstwagenfahrer fühlen sich also gut betreut. Die Flottenleiter wiederum bemessen den Einfluss der Mitarbeiter auf diese Themen mit einem Wert zwischen 40 und 48,5 Prozent. Das heißt, nur jeder zweite Fuhrparkchef sieht einen hohen Einfluss der Mitarbeiter auf diese Themen. Was wenig verwundert, da der Flottenchef oft zwischen den Stühlen sitzt und die Belange der Firmenleitung (CO2-Sparen, Kostendisziplin etc.) ebenso bedenken muss, wie die Wünsche derer, die sich im Konfigurator austoben dürfen. Man ist also auch hier eine vielgefragte Person.

Hybrid/Stromer statt Diesel

Dass wir gerade einen Arbeitnehmermarkt haben, zeigt sich an der Beantwortung der Frage, welchen Einfluss die Mitarbeiter künftig auf die Fuhrparkentscheidungen haben werden. Beide Seiten sehen das Gewicht in Richtung der Mitarbeiter kippen.

Auf dem absteigenden Ast sieht man die klassischen Verbrenner-Modelle. Die Fuhrparkentscheider glauben eher an den Elektroantrieb, den Plug-in und den selbstladenden Hybriden, wie ihn Toyota großflächig im Angebot hat. Auch die Dienstwagenfahrer zeigen sich recht offen für alternative Antriebe. Jeder zweite befragte Dieselfahrer würde gern auf einen Hybriden oder Stromer umsteigen.

Starke Marken, wenig bekannt

Wer "E" sagt, muss natürlich auch "Ladeinfrastruktur" folgen lassen. Wie tief die Fuhrparkverantwortlichen hier bereits in der Materie sind und welche Marken jetzt schon ihr Potenzial in den Flotten nutzen können, war die Fragestellung im zweiten Teil der Studie.

Die Ladekartenanbieter beispielsweise machen in Summe bereits einen guten Job, denn von den zehn bewerteten Marken lag keiner unter dem Image-Wert von 7,4 (maximal waren 10,0 möglich, was der Note sehr gut entspricht). In die Wertung gekommen sind nur jene, die wenigsten 30 Nennungen erhielten. Den Platz an der Sonne teilten sich Teslas Supercharger und die DKV Mobility Tankkarte. Hauchdünn dahinter folgten EnBW und Aral mit ihren Ladekarten.

Bei den Wallboxen, eine der wichtigsten Stellschrauben für die Mobilität der Flotte, profitierte die Siemens-Tochter eMobility sicher vom überragenden Bekanntheitsvorteil der Marke Siemens unter den Kandidaten und landete auf Platz zwei. Noch besser beleumundet ist EVBox, der Sieger in dieser Kategorie. Eng dahinter landeten Schneider Electric, ABB und Menekes.

Die Wallbox verbaut in der Regel ein Projektverantwortlicher für die Ladelösung, in dieser Kategorie der ganzheitlichen Ladeinfrastrukturanbieter ging es ebenfalls knapp zu und sie endete sogar mit einem Herzschlagfinale. BayWa Mobility Solutions holte den Titel haarscharf (Image-Note 7,77 gegenüber 7,74) vor der Lösung von Alphabet (AlphaElectric). Die arrivierten Marken The Mobility House, EnBW und das Trio Shell Recharge/New Motion/Ubritricity folgten.

Auto-Abo und Carsharing

Von den Dienstwagenfahrern wiederum wollten wir wissen, wie sie zum/zur Auto-Abo/Langzeit-Miete stehen. Nur jeder vierte Befragte lehnte diese Art der Mobilitätsbeschaffung ab, die meisten zeigten sich offen, sofern das Preis-Leistungs-Verhältnis und die flexiblen Vertragsbestimmungen passen sollten. Die Befragung unter den Fuhrparkleitern wiederum zeigte, dass vor allem der Leasingmarktführer VW Financial Services (Rent-a-car, Euro-Leasing) und Care by Volvo bekannt sind, Image-Gewinner wurde aber ViveLaCar.

Corporate Carsharing ist für gut 46 Prozent der Mitarbeiter nicht praktikabel, für die Nutzer/Interessierten wiederum steht die permanente Verfügbarkeit an erster Stelle. Hier siegte der Branchenriese Sixt knapp vor dem Konkurrenten Hertz.

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