Die Mercedes-Benz Bank stellt ihr Versicherungsgeschäft neu auf: Die Allianz löst mit sofortiger Wirkung den bisherigen Partner HDI ab. Seit dem 27. Oktober 2026 sei die Allianz Versicherungs-AG neuer Risikoträger und Versicherungspartner, teilte der Konzern am Dienstag in München mit. Das Angebot werde direkt in den Verkaufsprozess der Mercedes-Vertriebspartner integriert.
Mercedes-Kunden können die Police damit unmittelbar beim Fahrzeugkauf im Autohaus abschließen. Vorgesehen sind laut Anbieter wenige Risikofragen, eine transparente Preisberechnung und ein digitaler Antragsprozess. Bei finanzierten oder geleasten Fahrzeugen seien lediglich zwei zusätzliche Angaben erforderlich, hieß es.
"Wer einen Mercedes-Benz kauft, least oder finanziert, erwartet auch beim Versicherungsschutz Premiumqualität. Diesen Schutz bietet die Allianz jetzt direkt beim Fahrzeugkauf, mit wenigen Klicks abgeschlossen und zugeschnitten auf das Fahrzeug, beim Elektroauto bis hin zu Akku und Wallbox", sagte David Schlichter, Leiter Automotive der Allianz Versicherungs-AG. Komme es zu einem Schaden, werde das Fahrzeug garantiert in einer Mercedes-Werkstatt repariert.
Versicherung als Teil des Verkaufsprozesses
Damit soll das Versicherungsgeschäft für die Vertragshändler eine stärkere Verzahnung mit dem Fahrzeugverkauf bekommen. Zum Start setzen Mercedes-Benz Bank und Allianz auf das Produkt "MBAV Advanced", wobei MBAV für Mercedes-Benz Autoversicherung steht.
"Mit der Allianz gewinnen wir einen starken Partner, um unseren Kundinnen und Kunden einen attraktiven und umfassenden Kfz-Versicherungsschutz anzubieten. Zusammen stärken wir zudem unsere Mercedes-Benz Vertriebspartner mit einem einfachen, digitalen und vollständig integrierten Angebot, das sich nahtlos in den Verkaufsprozess einfügt", wird Thomas Mann, Leiter Vertrieb Pkw Neufahrzeuge im Mercedes-Benz Cars Vertrieb Deutschland, in der Mitteilung zitiert.
MBAV Advanced: Bis zu 48 Monate Neupreisentschädigung
Das Paket umfasst unter anderem eine Neupreisentschädigung bis 48 Monate nach Totalschaden oder Diebstahl. Hinzu kommen die Umcodierung von Fahrzeugschlüsseln nach Diebstahl und eine Absicherung gegen Cyberrisiken. Dabei sollen Schäden und Folgekosten durch Hackerangriffe auf das Fahrzeug übernommen werden.
Einen eigenen Baustein gibt es für elektrische Mercedes-Modelle. Dieser umfasst einen All-Risk-Schutz für den Fahrzeugakku einschließlich Neupreisentschädigung. Auch Wallboxen und Ladestationen sind mit voller Kostenerstattung abgesichert.
Darüber hinaus deckt das Angebot spezielle Aufwendungen ab, die nach einem Unfall mit einem Elektrofahrzeug entstehen können. Dazu zählen eine Zustandsdiagnostik zur Prüfung der Reparaturfähigkeit, die Verbringung und Lagerung in einem Wassercontainer sowie Abstellkosten von bis zu 14 Tagen bei Entzündungsgefahr. Ausbau und Entsorgung beschädigter Akkus sind ebenfalls Bestandteil des Schutzes.
Allianz: Kooperation mit rund 20 Automarken
Für die Allianz ist Mercedes-Benz längst nicht die einzige Verbindung in die Autobranche. In Deutschland arbeitet der Versicherer mit rund 20 Automarken zusammen. Mit BMW besteht seit vielen Jahren eine exklusive Kooperation bei Kfz-Policen für Privatkunden am Point of Sale. Noch enger ist die Verzahnung mit Volkswagen: Gemeinsam mit der Finanztochter des Konzerns betreibt die Allianz die Volkswagen Autoversicherung AG. Zum Partnerportfolio zählen außerdem Marken wie Opel, Peugeot, Fiat, Ford, Renault, Dacia, Toyota und Volvo.