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Viel Potenzial für Fuhrparks

Riskmanager Ralph Feldbauer (RiskGuard) erklärt, was telematikbasierte Versicherungen im Flottenalltag bringen können und was Aufgabe des Fuhrparkleiters bleibt.


Datum:
02.11.2020
Autor:
AF
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Daimler bietet seit 2017 die telematikbasierte Versicherungslösung InScore an. Als Bonus sollen bis zu 30 Prozent Ersparnis bei der Versicherung möglich sein. Reicht das als Motivation aus, um sein Fahrverhalten zu ändern?

Ralph Feldbauer: Ob eine Veränderung des Fahrverhaltens über einen Prämienvorteil als Motivation ausreichend ist, wird immer nur der einzelne Fahrer individuell beurteilen können. Am Ende werden die tatsächlichen Prämien - im Vergleich zur bisherigen konventionellen Prämie - herangezogen werden. Pauschal prozentual genannte Vorteile sollten hier keine Entscheidungsbasis sein. Nur der reale, einzelne effektive Kostenvergleich zeigt dann wirklich, welche realisierbaren Einsparpotentiale im Vergleich zu einer - meines Erachtens im Privatkundenbereich meist schon sehr differenzierten - individuellen Versicherungslösung monetär wirklich zu generieren sind und ob dies für den Einzelnen motivierend genug ist.

Welche Flotten nutzen Telematik?

R. Feldbauer: Meine Erfahrung aus vielfältigen Telematik-Projekten im Firmenbereich zeigt, dass es eine Vielzahl von Motivationsgründen für eine telematische Akzeptanz und deren Einbindung im Firmenfahrzeug gibt, in der ein rein finanzieller Motivationsanteil nur ein Aspekt ist. Der grundlegende Motivationsaspekt ist sicher eine hohe technische Affinität, verbunden mit der 'First-Mover-Mentalität' sich über eine entsprechende Transparenz beim Fahren zu messen und zu optimieren. Eine Analogie zu Fitness-Trackern ist hier sicher nicht von der Hand zu weisen. Eine solche Zielgruppe ist selbstredend versicherungstechnisch für den Risikoträger als positives Risiko und damit als Kundenklientel von Interesse.

Bislang ist InScore nur für Endkunden möglich. Wäre ein solches Produkt auch für Flotten interessant?

R. Feldbauer: Bekanntlich werden die Firmenrisiken - mit zunehmender Flottengröße - großteils auf Basis individueller Schadensgeschehnisse der Gesamtflotte kalkuliert. Dabei wird der einzelne Dienstwagenfahrer mit seinem Fahr- und nachfolgendem Unfallgeschehen prämientechnisch bewertet, was die Bewertung von den klassischen Tarifen entkoppelt. Da hier im Vergleich zum Privatkunden mit den bekannt vielfältigen individuellen Einstufungs- und Risikokriterien in der Breite noch immer deutlich zu wenig individuelle risikospreizende Merkmale vom Dienstwagenfahrer berücksichtigt werden, sehe ich grundsätzlich eine hohes positives Potenzial für alle Beteiligten. Damit meine ich den Flottenkunden, aber auch Versicherer und Hersteller. Gerade, weil sich Flotten aus den einzelnen Wirtschaftsbranchen ebenso wie Dienstwagenfahrer innerhalb einer Flotte in Ihrem Fahrprofil und nach meiner Erfahrung als Riskmanager oftmals wesentlich unterscheiden, kann die Telematik hier bei richtiger Umsetzung einen enorm positiven Hebel setzen.

InScore funktioniert durch eine permanente Überprüfung und Belohnung. Reicht diese Logik aus, um erfolgreich zu sein?

R. Feldbauer: Um dauerhaft ergebniswirksame Schadensprävention im Fuhrpark zu betreiben, benötigt es in erster Linie die Akzeptanz für risikoreduzierende Maßnahmen. Ob nun organisatorische oder technische Tools - ein Teil davon kann auch die telematische Unterstützung sein - , sie bedingen immer die grundlegende Akzeptanz und das inhaltliche Verständnis. Und dies durchgängig von der Geschäftsführung bis hin zum wichtigsten Glied in der Kette - dem Dienstwagenfahrer.

Der nächste Schritt wäre es, ein Risk-Management in der eigenen Flotte zu installieren. Was braucht es dazu?

R. Feldbauer: Präventionssysteme, die erfolgswirksam sein sollen, bedingen immer eine grundsätzlich professionelle Risk-Management-Planung mit einem gesamtheitlichen Ansatz. Dazu gehört in erster Linie die Einbindung aller betrieblich relevanten internen Schnittstellen - von der Geschäftsführung über die sozialen betrieblichen Instanzen. Hinsichtlich der Einbindung von Telematik in das Präventionssystem ist vorrangig das Datenschutzthema im Fokus zu behalten. Aus der Erfahrung gesprochen ist es elementar, hier alle arbeitsrechtlichen und sozialrechtlichen Schnittstellen vor Einführung einzubinden und das geplante Vorgehen entlang der jeweiligen Erfordernisse abzugleichen.

Vielen Dank, Herr Feldbauer, für das interessante Gespräch.

Ein Video mit Tipps von Ralph Feldbauer finden Sie auf: autoflotte.de

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