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Ausgabe 08/2017

Facelift light - da fehlt noch was

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© AUTOFLOTTE

Nissan frischt sein sehr erfolgreiches SUV Qashqai und den größeren X-Trail auf. Auf zwei wichtige Neuerungen müssen die Käufer aber noch bis Anfang kommenden Jahres warten.

_ Der Qashqai zählt zu den Bestsellern im Nissan-Portfolio und damit das so bleibt, haben die Japaner ihrem Kompakt-SUV jetzt eine umfangreiche Aufwertung spendiert - und in diesem Zuge auch gleich noch den größeren Bruder X-Trail mit überarbeitet. Dem kommt seit einigen Jahren eine neue Rolle zu: War er früher ein ausgesprochener Geländegänger, so hat sich die aktuelle Generation mehr zum Crossover gemausert. Schließlich musste sie nicht nur den alten X-Trail, sondern auch noch den siebensitzigen Qashqai ersetzen.

Mehr Assistenten

Nissan wirbt beim gelifteten Qashqai, der seit Juli erhältlich ist, mit nahtloser Smartphone-Anbindung und teilautonomem Fahren; Letzteres wird allerdings erst im Frühjahr 2018 möglich sein und ob Apple CarPlay und Android Auto dann auch kommen, ist noch offen. Schade, denn in Sachen Konnektivität kann der Qashqai so definitiv den Mitbewerbern nicht das Wasser reichen - und mit dem Pro Pilot hätte Nissan sogar die Chance gehabt, in diesem Segment eine Führungsrolle einzunehmen: Einen Autobahnassistenten, der selbst bremst, Gas gibt und vor allem lenkt, haben bislang nicht viele Hersteller im Angebot.

Vorerst wurde allerdings nur die vorhandene Ausstattung, die schon bisher Spurverlassenswarner, Einparkautomatik, Notbremsassistent und Tempolimiterkennung umfasste, aufgewertet: Neu ist, dass die Notbremsfunktion nun auch eingreift, wenn sie Fußgänger auf der Fahrbahn erkennt und auch ein Querverkehrswarner, der Unfälle beim Rückwärtsausparken vermeiden soll, kommt hinzu. Um in den Genuss des Letztgenannten zu kommen, muss man mindestens zum N-Connecta-Niveau greifen (ab 22.597 Euro), ansonsten fährt man auch mit der zweiten von vier Linien, der Acenta-Ausstattung (ab 20.580 Euro) ganz gut: Sie hat neben Basics wie Regen- und Lichtsensor, Klimaautomatik, Einparkhilfe, Nebelleuchten und höhenverstellbarem Beifahrersitz auch Annehmlichkeiten wie das Ambientelicht, Sitzheizung und einen automatisch abblendenden Innenspiegel an Bord.

Sichtbar neu

Dem Begriff Facelift wird die aktuelle Überarbeitung übrigens gerecht - sowohl Qashqai als auch der ab September erhältliche X-Trail haben sich optisch deutlich weiterentwickelt: Beide tragen einen neuen Kühlergrill mit deutlich größerem Chrom-V, die Scheinwerfer (ab Tekna mit LED-Technik und Kurvenlichtfunktion) wurden schärfer gezeichnet und auch die Schürzen sind neu. Innen dagegen hat sich nicht viel getan. Das aus dem Micra bekannte, unten abgeflachte Lenkrad hat nun auch in das SUV Einzug gehalten, es gibt ein paar neue Sitzbezüge und die Bedienoberfläche des Touchscreen-Infotainmentsystems wurde marginal überarbeitet. In Sachen Materialauswahl und -qualität fährt Nissan allerdings immer noch nicht an der Spitze mit. Punkte einfahren können beide dafür nach wie vor mit ihrem geräumigen Platzangebot; der X-Trail ist gegen Aufpreis weiterhin mit einer dritten Sitzreihe erhältlich.

Das Motorenangebot bleibt auch nach dem Facelift gleich: Je zwei Benziner (115 und 163 PS) und Diesel (110 und 130 PS) stehen in der Qashqai-Preisliste, die bei 17.218 Euro, also gut 420 Euro höher als bisher, beginnt. Der Griff zum Basisbenziner oder zum kleinen Diesel sei allerdings nur ausgesprochenen Pragmatikern empfohlen, denn Fahrspaß versprechen beide nicht. Dafür glänzt der Einstiegs-Selbstzünder mit lediglich 3,8 Litern Verbrauch und 99 Gramm CO2-Ausstoß.

Unsere Empfehlung: der starke Diesel, der als einziger mit Allrad geordert werden kann und mit 320 Newtonmetern reichlich Kraft unter der Haube hat. Die lässt er allerdings auch erst ab 3.000 Umdrehungen so richtig frei, es gilt also oft zum Schalthebel zu greifen - oder beim Bestellen die stufenlose Automatik anzukreuzen.

Neben dem 130-PS-Selbstzünder und dem Ottomotor mit 163 Pferdestärken hält Nissan für den X-Trail (ab 21.378 Euro) eine noch kräftigere Diesel-Variante bereit. Das Zwei-Liter-Aggregat entwickelt 177 PS und bringt das große SUV zügig in Fahrt. Um Spaß zu haben, sind allerdings auch hier relativ hohe Drehzahlen gefragt, was sich wiederum auf den Verbrauch auswirkt.

Für die Reise Für eine allzu sportliche Gangart empfehlen sich die beiden Japan-SUV aber ohnehin nicht: Das Qashqai-Fahrwerk federt nach der Auffrischung deutlich komfortabler. Allerdings neigt sich das SUV in der Kurve dadurch auch spürbar zur Seite. Und bei beiden lässt die Lenkung ein wenig den direkten Kontakt zur Straße vermissen. Als gemütliche Reisemobile empfehlen sich Qashqai und X-Trail dagegen auf jeden Fall, zumal der Kleinere jetzt mit einer nochmals verbesserten Geräuschdämmung punktet: Die Ingenieure haben dem Kompakt-SUV dickere Scheiben spendiert, die den Lärm hörbar besser abschirmen. So kann man auch den Klang des neuen Bose-Soundsystems unverfälscht genießen.

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