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Ausgabe 04/2020

Gebündeltes Know-how

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© AUTOFLOTTE

Die Zusammenlegung von Daimler Fleet Management hin zu Athlon ist seit einem knappen Jahr vollzogen. Autoflotte sprach mit André Girnus und Philipp Berg über die neuen Ideen, Chance und Entwicklungen.

Herr Girnus, Herr Berg, ein Merger wie zwischen Daimler Fleet Management und Athlon braucht immer seine Zeit. Wie sahen die letzten Aktivitäten beim Übergang von Daimler Fleet Management zu Athlon aus?

André Girnus: Der Integrationsprozess der Daimler Fleet Management in die Athlon Germany GmbH war sehr komplex. Wir haben mittlerweile alle Kunden von Daimler Fleet Management zu Athlon überschrieben und damit die Integration abgeschlossen. Das heißt, all unsere Flottenkunden werden seit Mitte 2019 von Athlon betreut.

Die Möglichkeit, als Kunde auch andere Marken als Mercedes-Benz nutzen zu können, gab es bei Daimler Fleet Management bereits. Wie lange war man quasi schon Multibrand?

A. Girnus: Ab dem Jahr 2009 öffnete sich Daimler Fleet Management wieder für neue Marken. Der Anteil am Portfolio blieb aber über die Jahre gering. Das war sicherlich mit ausschlaggebend für die Akquisition von Athlon, denn Athlon hat langjährige Erfahrung im Mehrmarken-Geschäft eingebracht.

Wie sieht das gemeinsame Portfolio heute aus?

A. Girnus: Athlon agiert am Markt als Multibrand-Mobilitätsanbieter. Unser Portfolio von rund 90.000 Fahrzeugen ist aktuell noch stark geprägt von Daimler-Produkten, was aber hauptsächlich an den Vertragslaufzeiten liegt. Etwas mehr als die Hälfte unserer Fahrzeuge hat einen Stern auf der Motorhaube. Die andere Hälfte verteilt sich auf verschiedenste Marken.

Wie würden Sie den typischen Athlon-Kunden beschreiben? Ist es ein KMU oder eher ein internationaler Flottenbetreiber?

A. Girnus: Die Kunden von Athlon stammen bisher vor allem aus dem KMU-Bereich und haben in der Regel eine Flottengröße von bis zu 50 Fahrzeugen. Die Daimler Fleet Management-Fuhrparks hingegen waren eher größer und internationaler aufgestellt wie große Banken oder Industriekonzerne sowie Logistikunternehmen. Durch die Zusammenführung beider Unternehmen haben wir das gebündelte Know-how für beide Kundensegmente.

Viele Dienstwagenberechtigte haben den Wunsch, neue Mobilitätswege auszuprobieren. Mit Moovel gibt es ein Daimler-Produkt, das viele Wünsche erfüllen könnte. Fragen die Fuhrparks dies nach?

Philipp Berg: Moovel ist ein sehr spannendes Produkt, mit dem unsere Kunden in der Lage sind, individuelle Mobilitätslösungen nutzen zu können. Speziell in den Ballungszentren werden diese vermehrt nachgefragt. Die wichtigste Frage für den Kunden hierbei: Wer bietet eine einfache und klare Rechnungsstellung an? Wie findet die Trennung zwischen einer privaten Share-Now-Fahrt und einer beruflichen statt? Ein äußerst spannendes Thema. Mit der Mobility-Card bietet Athlon seinen Kunden bereits in einem Land ein solches Abrechnungsmodul an.

Es gibt also bereits Pilotkunden?

P. Berg: Ja, wir haben in den Niederlanden schon Kunden, die unsere Mobility-Card einsetzen. Da gehen Travel und Fleet schon zusammen. Ein Beispiel, wenn Sie in Amsterdam am Flughafen landen, können Sie entweder mit der Bahn oder mit einem Carsharing-Auto von Share Now weiterreisen und bekommen die Abrechnung über die komplette Reise per Mail. Sie kommen dort kontaktlos und ohne organisatorischen Mehraufwand von A nach B.

A. Girnus: Was wir in diesem Zusammenhang festgestellt haben, ist, dass es bei den Services kaum noch Markenloyalität gibt. Das hat man bei Car2Go und Drive Now vor ihrem Joint Venture gut gesehen. Es war egal, welche Marke dahintersteht, das Auto musste vor allem eins sein: nah und verfügbar. Das Mobilitätsbedürfnis musste einfach gelöst werden. Das ist auch die Zukunft. Wenn ein Unternehmen dies zuverlässig anbietet, werden Kunden ein geringes Wechselbedürfnis haben, wenn ihre Mobilitätswünsche direkt erfüllt werden.

Wie kann man in einem solchen volatilen Markt die Kunden halten?

A. Girnus: Das ist natürlich vielschichtig. Da spielen Themen wie Kundenorientierung eine große Rolle. Darüber hinaus gilt es, intelligente Mobilität sicherzustellen. Wenn in einem Unternehmen alle zehn Minuten ein Taxi zum Bahnhof oder Flughafen geordert wird, lässt sich dieser Mobilitätsbedarf sicher intelligenter und nachhaltiger realisieren, z.B. in Form von gebündelten Fahrten mit intelligenter Route. An solchen Lösungen arbeiten wir bereits.

Sind progressive Fuhrparks auch in anderen Dingen schneller, professioneller, digitaler?

P. Berg: Der Trend zur Professionalisierung ist ungebrochen. Dabei ist es egal, ob Unternehmen einen großen oder kleinen Fuhrpark haben. Fälschlicherweise wird den Kleinen häufig unterstellt, sie seien nicht so professionell unterwegs wie die Großflotten. Ich denke, der Einzug der Elektromobilität bringt da Schwung rein. Anhand von Daten und Fakten können Fuhrparks jeder Größe besser und einfacher gesteuert werden. Entsprechend hoch sind daher auch die Erwartungen unserer Kunden. Viele haben zum Beispiel die die volldigitale Rechnungsstellung gewählt.

Was wollen die Kunden heute?

P. Berg: Unsere Kunden wollen Beratung in Fragen, wie sie ihren Fuhrpark aufstellen sollen. Ob und wie sie elektrische Fahrzeuge integrieren können. Welche alternativen Mobilitätslösungen für ihre Mitarbeiter sinnvoll sind. Es geht natürlich nach wie vor auch um die Kosten, die TCM (Total Cost of Mobility).

Entwickeln Sie dahingehend neue Produkte?

P. Berg: Ja, und da profitieren wir auch von unserer Nähe zum Daimler-Konzern. Wir haben vor anderen Zugang zu neuen Technologien und lassen diese permanent in unsere Produkt(weiter)entwicklungen einfließen. Grundsätzlich optimieren wir ständig unsere Produkte auf Basis von Rückmeldungen und Wünschen unserer Kunden. Wir werden natürlich auch Neuentwicklungen, die erfolgreich als Pilotprojekte unserer Athlon-Kollegen in anderen Märkten laufen, sukzessive bei uns ausrollen.

Elektromobilität

Was ist Ihr persönliches Lieblingsthema in diesem Jahr?

A. Girnus: Elektromobilität. Ich steige selbst auch auf einen E-Dienstwagen um, denn ich will selbst erleben, was das elektrische Fahren im Alltag mit sich bringt. Ich finde das wirklich spannend. Gerade auch mit Blick auf den Aufbau von Ladeinfrastruktur zu Hause sowie Abrechnungsmöglichkeiten etc. Bei Athlon steht zudem die Digitalisierung von Services ganz weit oben auf der Agenda.

P. Berg: Das geht mir auch so. Elektromobilität ist das Thema der Stunde und Athlon als Anbieter von Mobilitätslösungen ist wirklich ein Vorreiter im Bereich E-Mobility. Wir haben schon vor rund zehn Jahren die ersten Elektrofahrzeuge von Karabag ( das waren größtenteils zu Elektrofahrzeugen umgebaute Fiat-Modelle, Anmerkung der Redaktion) im Portfolio gehabt und unseren Kunden angeboten. Seitdem bauen wir das Angebot aus. Heute stehen wir unseren Kunden mit einem Komplettpaket für E-Mobility zur Seite - von der Fuhrparkanalyse über den Aufbau der Ladeinfrastruktur am Standort bis hin zu allen Bestandteilen eines Full-Service-Leasings. Bei der Elektrifizierung von Flotten helfen wir unseren Kunden, Elektromobilität ganzheitlich zu verstehen und anzuwenden.

Wie sieht es im eigenen Fuhrpark aus?

P. Berg: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind modernen Mobilitätskonzepten gegenüber sehr aufgeschlossen und fordern die Möglichkeit, elektrisch zu fahren, auch aktiv ein. Unter unseren Poolfahrzeugen stehen unseren Mitarbeitern auch elektrische zur Verfügung. In unserer Tiefgarage haben wir aktuell zehn Wallboxen mit 20 Ladepunkten installiert, um dem internen Wunsch nach Elektromobilität gerecht zu werden.

Das bedeutet aber auch, nicht alle fahren bei Athlon elektrisch?

P. Berg: Stimmt, es fährt nicht die ganze Mannschaft elektrisch. Ein Fuhrpark muss immer optimal auf einzelne Nutzerprofile und Anforderungen abgestimmt sein. In der Regel ergibt sich eine Mischung aus unterschiedlichsten Mobilitätskonzepten, so dass der Fuhrpark bezogen auf Effizienz (TCO) und Mobilitätsbedarf (TCM) individuell optimal abgestimmt ist. Das gilt natürlich auch für unseren Fuhrpark. Unsere Außendienstler, die deutlich über 30.000 Kilometer im Jahr fahren, fahren Diesel. Die aktuell beste Lösung für Vielfahrer ist der Diesel-Hybrid - derzeit jedoch nur von wenigen Herstellern im Angebot. Für andere Mitarbeiter eignen sich Plug-in-Hybride und für wieder andere, die auf kurzen Strecken mit viel Stop-and-go-Verkehr in der Stadt unterwegs sind, eignen sich reine Stromer, da sie die Stärken des Elektroantriebs voll nutzen können - Stichwort Rekuperation. Grundsätzlich gilt aber: E-Mobility in der Flotte ist leichter als gedacht.

Apropos TCO: Wie viel Prozent der Strecken werden bei Plug-in-Hybriden (Phev) elektrisch zurückgelegt? Es ist ja kein Geheimnis, dass Phev vor allem bei Dienstwagennutzern beliebt sind, die Ladementalität aber manchmal zu wünschen übrig lässt.

P. Berg: Ja, das ist so. Die Nachfrage an Plug-in-Hybriden (Phev) steigt kontinuierlich. Entsprechend wachsen Angebot und Ausbau der Ladeinfrastruktur. Als vollhybride Fahrzeuge lässt sich bei diesen Fahrzeugen die Batterie nicht nur über den Verbrennungsmotor aufladen, sondern auch über einen externen Ladeanschluss. Sie bieten den Vorteil, dass sie auf kurzen Strecken rein elektrisch betrieben werden können und für größere Entfernungen, wie längere Autobahnfahrten, auf den Verbrenner zurückgreifen. Damit gewährleisten sie eine größere Reichweite als rein elektrische Fahrzeuge und sind somit flexibler. Allerdings haben sie auf Langstrecken gegenüber dem Pkw mit Verbrennungsmotor den Nachteil, dass sie durch das oftmals höhere Gewicht und den höheren Kraftstoffverbrauch teurer sind. Um die wirtschaftlichen Vorteile eines Elektrofahrzeugs gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor voll zu nutzen, müssen allerdings auch Plug-in-Hybride nach Möglichkeit häufig im elektrischen Modus gefahren werden.

Wie lösen Sie die eigene Ladelogistik?

P. Berg: Es gibt ja unterschiedliche Möglichkeiten, das Fahrzeug zu laden: ob auf dem Firmenparkplatz (@depot), in der Tiefgarage des Bürogebäudes, beim Einkaufen (@public) oder auch zuhause (@home). Dazu braucht es allerdings eine smarte Ladeinfrastruktur, die die Mobilität der Flotte gewährleistet. Wie gesagt, haben wir bei Athlon aktuell zehn Wallboxen mit 20 Ladepunkten installiert. Darüber hinaus arbeiten wir mit unserem Partner New Motion zusammen und stellen für unseren Fuhrpark die Shell Card zur Verfügung. So können alle Mitarbeiter regional wie auch überregional jederzeit laden. Im Shell- und New-Motion-Ladenetz stehen dazu deutschlandweit über 23.300 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung.

Unseren Kunden stehen wir in allen Fragen rund um die richtige Infrastruktur zur Verfügung. Die Bereitstellung intelligent vernetzter Ladelösungen und der komfortable Zugang spielen bei der Elektrifizierung von Flotten eine übergeordnete Rolle. Speziell für Unternehmen mit ihren vielfältigen Mobilitätsbedürfnissen ist eine integrierte Ladeinfrastruktur von enormer Bedeutung. Um den Kunden eine möglichst bequeme, unkomplizierte sowie - insbesondere für gemischte Flotten relevant - markenneutrale Komplettlösung im Bereich der Ladeinfrastruktur zu bieten, kooperieren wir mit New Motion, einem der führenden Anbieter von Ladelösungen in Europa. Das ganzheitliche und modular aufgebaute Angebot bietet Lösungen für alle Ladeanforderungen. Von Beratung über Installation bis hin zum Betrieb der Ladepunkte erhalten Kunden umfassende Dienstleistungen rund um dasThema Laden.

Sehen Sie aufgrund der Vergünstigungen, bis hin zur 0,25-Prozent-Versteuerung bei reinen E-Autos bis 40.000 Euro (brutto), eine erhöhte Nachfrage? Reduzieren eventuell bereits Dienstwagenfahrer ihren Firmenwagenanspruch, um diesen Vorteil zu bekommen?

P. Berg: Bisher hat das noch keine großen Veränderungen ausgelöst. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Car Policies vielerorts unverändert bestehen. Zudem ist die Verfügbarkeit von reinen E-Fahrzeugen in dieser Preiskategorie noch beschränkt und gleichzeitig steigt das Angebot an Plug-in-Hybriden, die mit der 0,5-Prozent-Versteuerung an den Start gehen. Da beobachten wir tatsächlich, dass Förderungen und Vergünstigungen Früchte tragen und Dienstwagenberechtigte in der jeweils vorgesehenen Klasse auf die Plug-in-Version umstellen. Unser Portfolio von reinen Stromern liegt aktuell bei rund fünf Prozent mit steigender Tendenz. In der Orderbank sehen wir bereits einen signifikanten Anstieg. Aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit sind die Fahrzeuge aber noch nicht auf der Straße. Wir gehen allerdings davon aus, dass wir schon bald einen zweistelligen Prozentsatz verzeichnen werden.

Produkte

Was bedeutet Einfachheit für die Flottenkunden?

A. Girnus: Ein wesentlicher Bestandteil von einfachem Mobilitätsmanagement ist eine zentrale Bündelung der Dienstleistungen. Dazu gehört z. B. ein zentrales Abrechnungssystem, das sämtliche genutzten Mobilitätsprodukte, ob Auto, E-Bike, E-Roller oder Bahn, vereint. Grundsätzlich wollen wir unseren Kunden so viel Arbeit wie möglich abnehmen, indem wir jedem Kunden einen Ansprechpartner zur Seite stellen, der sich um die individuellen Wünsche und Belange kümmert.

Das Fahrzeug als solches wandelt sich. Was passiert mit den Services, die diesen Wandel flankieren?

A. Girnus: Wir sehen das Fahrzeug nach wie vor als Mittelpunkt von Mobilität. Um diesen legen wir verschiedene Zirkel, also Dienstleistungen, die dieses Kerngeschäft erweitern. Wir sprechen hier beispielsweise von Themen wie Lease2Motivate ( siehe Kasten links) also Gehaltsumwandlungsmodelle oder unser My Benefit Kit, sprich: Mobilitätsbudgets. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unser Angebot mit sinnvollen Dienstleistungen zu erweitern.

Wie nehmen die Kunden die erwähnten Dienste denn heute schon an?

A. Girnus: Im Großen und Ganzen gut. Wir haben ein großes Interesse auf der Kundenseite. In einigen Firmen gibt es natürlich Hürden, Services zum Thema Mobilität schnell in die bestehenden Strukturen zu integrieren, aber auch hier stehen wir beratend zu Seite.

P. Berg: Im Fokus stehen hier unsere beiden Produkte Lease2Motivate und das My Benefit Kit. Mit diesen beiden Produkten sind wir mit den Kunden regelmäßig im Gespräch. Denn auch unsere Kunden arbeiten verstärkt daran, wie man die Mitarbeiterzufriedenheit weiter steigern kann. Wenn dies über die individuelle Mobilität erreicht werden soll, eignen sich diese beiden Anwendungen ideal. Unsere Produkte lassen sich schon ab einer Dauer von zwölf Monaten buchen. Im Zweifel ist also die Bindung eher kurzfristig und in jedem Fall einen Versuch wert.

A. Girnus: Was man allerdings bedenken muss: Beim Thema Mobilitätsbudget kämpfen wir gegen ein jahrzehntelang gelerntes Denkmuster an. Bislang gab es für die Mobilität ausschließlich den Dienstwagen. Heute kann das Budget, das für den Dienstwagen und damit für Mobilität eingeplant ist, deutlich flexibler eingesetzt werden. Mitarbeiter haben die Option, dieses Geld monatlich in eine virtuelle Spardose zu legen, aus der heraus jede Art von Fortbewegung ermöglicht werden kann. Und das ohne eine Auswirkung auf die Kosten. Für den Nutzer, aber auch für den Flottenverantwortlichen ändert sich hier aber etwas auf psychologischer Ebene. Das spielen uns die Kunden immer wieder zurück. Extrem wichtig wird das Mobilitätsbudget aber fürs künftige Employer-Branding, wo Unternehmen dem einzelnen Mitarbeiter zeigen können, was es für ihn ermöglicht. Und wir offerieren die Lösungen dafür.

Diese Situation der verschiedenen Stakeholder kennt man auch, wenn es um die Errichtung von Ladeinfrastruktur geht, über die wir gerade sprachen. Wie kommt Athlon dem nach?

P. Berg: Unsere Aufgabe liegt hier in der Beratung der Unternehmen. Die Experten informieren zu notwendigen Umbaumaßnahmen und Anforderungen, Elektromobilität in die Flotte zu integrieren, und wir stellen die Kontakte zu den Fachfirmen her. Es geht dabei z. B. um die Installation einer Wallbox. Unsere Erfahrungswerte helfen dabei, eine neutrale Beratung anbieten zu können.

Bei den Diesel-Alternativen ist die Zeit von Erdgas vermutlich bald vorbei, die von Wasserstoff könnte noch kommen. Was spiegeln Ihnen die Kunden wider?

A. Girnus: Uns erreichen immer wieder Fragen zur Brennstoffzellentechnik und wie es auf diesem Gebiet für die Fuhrparks weitergeht. Der Fokus liegt aber aktuell eindeutig auf der Elektromobilität und auf den hybriden Antrieben. Wenn ein Kunde modernen Antriebstechniken gegenüber aufgeschlossen ist und den Wunsch nach einem wasserstoffbetriebenen Fahrzeug hat, dann kommen wir diesem selbstverständlich nach. Aber es wird wohl für viele erst der nächste Schritt, nach dem Start in die Elektromobilität mit batterieelektrischen Modellen, sein.

Heißt das, es wird in Zukunft einen reinen E-Flottenmarkt geben?

A. Girnus: Meine Einschätzung ist, dass es in naher Zukunft eher keinen reinen E-Fahrzeug-Markt geben wird, sondern die E-Fahrzeuge eine Ergänzung zu den optimierten Verbrennern sein werden. Aufgrund der aktuellen und absehbaren Reichweiten wird es noch lange Einsatzgebiete für Flottenfahrzeuge geben, die nicht allein elektrisch unterwegs sind.

Zielführend für den Flottenalltag sind durchaus einige Apps, mit denen ich einen Schaden aufnehmen kann. Oder würden Sie das anders sehen?

A. Girnus: Eine App als Unterstützung ist eine klasse Lösung. Aber diese kann - zumindest heutzutage - hier noch nicht das persönliche Gespräch ersetzen. Unsere Erfahrung zeigt, dass wichtige Informationen bei der Schadenaufnahme per App vergessen werden und so den Prozess der Schadenregulierung unnötig in die Länge ziehen. Neben einem strukturierten Interview ist die wichtigste Eingangsfrage: Geht es Ihnen gut? Und diese Frage von Mensch zu Mensch kann eine App nicht ersetzen.

Welcher Prozess würde sich hingegen auch digital besser abbilden lassen als analog?

A. Girnus: Hier sehe ich die digitale Tankkarte ganz weit vorne. Und dabei spielt, was oft übersehen wird, auch die Ökologie eine Rolle. Wenn man sich vor Augen führt, wie viele Plastikkarten jedes Jahr neu ausgestellt und verschickt werden, dann liegt der Vorteil der digitalen Tankkarte auf der Hand. Da die meisten Menschen ihr Smartphone immer bei sich tragen, haben wir auch die digitale Tankkarte immer bei uns. So haben wir mittlerweile die Möglichkeit, direkt im Auto, mobil die Tankrechnung zu bezahlen.

Herzlichen Dank für Ihre Zeit.

Interview: Rocco Swantusch und Michael Blumenstein

Lease2Motivate

Mit dem Full-Service-Leasing "Lease2Motivate" bietet Athlon seinen Kunden ein komfortables Produkt für die Gehaltsumwandlung der Mitarbeiter. Bei einer klassischen Gehaltserhöhung kommen auf den Mitarbeiter steuerliche Nachteile zu, wodurch er letztlich nicht viel von seinem Geld hat. Durch Lease-2Motivate kann sich der Mitarbeiter mit einer Gehaltsumwandlung einen Dienstwagen auch für die private Nutzung, ganz nach seinem Geschmack, konfigurieren. Damit kann er die Gehaltserhöhung 1:1 nutzen, ohne steuerlichen Nachteil. Einschränkungen über die Car Policy wie Marke, Modell, Ausstattung, die bei einem klassischen Dienstwagen vorkommen können, spielen hier keine Rolle. Ob Wartung, Reparatur, Bereifung, Versicherung, Rückabwicklung - mit den modularen Dienstleistungspaketen ist alles inklusive. Flottenverantwortliche und Mitarbeiter erhalten so höchste Planungssicherheit bei maximaler Bewegungsfreiheit für alle Beteiligten.

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