suchen
Ausgabe 09/2017

Pick-up mit Sternchen

1180px 664px

© AUTOFLOTTE

Zwar durfte man zunächst nur auf dem Beifahrersitz des Stuttgarter Raubeins Platz nehmen, aber die erste Tour mit der X-Klasse macht Lust auf mehr. Die Nähe zum Navara ist da, aber man geht auch eigene Wege.

_ Mitte Juli gab es eine Weltpremiere im südafrikanischen Kapstadt: Als X-Klasse schickte Daimler einen auf Mercedes-Benz getrimmten Nissan Navara als ersten eigenen Großserien-Pick-up ins Rennen. Damit besitzt der Pick-up mit dem Stern zumindest gute Gene. In jedem Fall haben die Stuttgarter Designer und Ingenieure aber einiges dafür getan, dass sich auch der Neue unter den leichten Nutzfahrzeugen der Schwaben einmal selbst ein Sternchen verdienen kann und dem Premiumanspruch der Stuttgarter Marke gerecht wird.

Wertige Materialanmutung

So haben die Designer die Front- und Heckpartie neu gezeichnet. Zudem hat die Inneneinrichtung der Doppelkabine fast nichts mehr mit dem Ursprungsfahrzeug zu tun, sondern sieht jetzt aus wie ein Mercedes-Benz. Einzig ein paar Schalter und die für einen Daimler unübliche Anordnung von Gangwahlhebel beziehungsweise Schalthebel nebst Handbremse in der Mittelkonsole sind dem Partner Nissan geschuldet. Insgesamt liegt die Materialanmutung über der des Gen-Spenders, erreicht aber nicht ganz das Niveau der Mercedes-Benz Pkw.

Die Techniker haben sich unterdessen vor allem das Fahrwerk vorgeknöpft, das mit einer anderen Feder-Dämpfer-Abstimmung und einer breiteren Spur für mehr Fahrkomfort sorgen soll. An der Vorder- wie an der Hinterachse kommen Schraubenfedern zum Einsatz.

Einstiegsmotor von Nissan

Das Fahrwerk besteht aus einer Doppelquerlenker-Vorderachse und einer laut dem Hersteller "bestens zum Transport schwerer Lasten geeigneten Mehrlenker-Hinterachse mit starrem Achsanteil und hoher Verschränkungsfähigkeit". Zudem setze Mercedes-Benz als einziger Hersteller in diesem Segment serienmäßig auf große, innenbelüftete Scheibenbremsen an beiden Achsen.

Die Einstiegsmotoren indes stammen aus dem Nissan-Regal. Einzig der für nächstes Jahr geplante V6-Diesel kommt von Daimler selbst. Die Technik-Kur hat dem Pick-up gutgetan. Bei einer ersten Tour als Co-Pilot überzeugt das Fahrwerk auch bei den schnellen Kurvenfahrten und dynamischen Ausweichmanövern - nichts schwankt oder schaukelt. Die von einem Leiterrahmen getragene Karosserie ächzt und knarzt auch nicht. Das bleibt auch so auf den kernigen Geländepassagen. Motor, Wind und Abrollgeräusche sind vernehmbar, bewegen sich aber eher auf SUV- als auf Nutzfahrzeugniveau.

Eine gute Tonne

Apropos Nutzfahrzeug: Bei der X-Klasse handelt es sich um einen sogenannten Midsize-Pick-up. Das sind Fahrzeuge mit einer Zuladung von gut einer Tonne. An den Haken kann er - je nach Version - 3,5 Tonnen nehmen. Zwar passt eine Europalette quer zwischen die Radkästen auf das serienmäßig beleuchtete Ladebett. Wäre sie aber mit den für die Europalette zulässigen 1,5 Tonnen beladen, wäre der Neuling schon überladen. In dem mit schwarzem Kunststoff ausgekleideten Heckabteil finden sich ein 12-V-Anschluss und - in der am ehesten für den Einsatz als Nutzfahrzeug georderten Basisausstattung (Pure) - vier Zurrösen. Erst in den beiden gehobenen Ausstattungslinien (Power und Progressive) gibt es serienmäßig Zurrschienen an den Seiten des Ladebetts. Die Zurrschienen im Ladeboden sind aufpreispflichtig. Verfügbar sind zudem ein Trennsystem für das Ladeabteil aus Aluminium sowie verschiedene Lösungen zu dessen Abdeckung (Soft-, Hard- und Rollcover) sowie eine Staubox.

Deutlich teurer als der Navara

Mehr Style, wertigere Materialanmutung und die renovierte Technik haben ihren Preis. Die X-Klasse mit 163 PS (ab 31.340 Euro) liegt deutlich über dem Navara (als "Visia" mit Doppelkabine ab 26.143 Euro), der noch Allrad an Bord hat. Der deutsche Hauptkonkurrent, VWs Raubein Amarok, startet mit 204 PS und Doppelkabine bei 34.450 Euro. Allerdings erreicht die Optionsliste der ab November beim Händler erhältlichen X-Klasse schon Pkw-Niveau, so dass man schnell auf Augenhöhe kommt.

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Pick-up:





Fotos & Videos zum Thema Pick-up

img

Skoda Montiaq (Projektfahrzeug)

Ford Ranger Raptor

img

Ford Ranger Wildtrack (2019)

img

Atlis XT

img

Toyota Hilux Fahrbericht

img

Rivian R1T


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2019 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
VW Passat (2020)

Preise, Ausstattungen, Marktstart

VW bringt den Passat auf neuesten Stand. Es gibt mehr Assistenten, einen überarbeiteten Innenraum, ein verbessertes Infotainment und teilweise neue Motoren. Nur...


img
Mittelklasse-Kombi

Peugeot nennt Preise für neuen 508 SW

Die Kombiversion des Peugeot 508 steht in den Startlöchern. Sie bietet viel Ladevolumen und moderne Motoren.


img
Neue Polizeiwagen

Land Rover baut Kooperation mit Bund aus

Vor wenigen Monaten hatte die Bundespolizei in einer ersten Phase 40 Discovery in Dienst gestellt. Nun wurde die Geländewagen-Flotte in ähnlichen Umfang erweitert.


img
BMW M8

In Deutschland nur extra stark

Bisher markierte der BMW M850i die Speerspitze der 8er-Baureihe. Mit dem M8 setzen die Münchner nun noch einen drauf und präsentieren ein echtes "M"-Modell. In Deutschland...


img
Bentley Flying Spur

Dynamisches Dickschiff

Optisch zitiert der neue Bentley Flying Spur seinen über 60 Jahre alten Vorgänger, technisch jedoch ist er randvoll mit Hightech.