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Ausgabe 06/2017

Urbaner Landbewohner

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© AUTOFLOTTE

Wer ein stylisches SUV sucht, ist beim Mini Countryman richtig. Trotz modischen Designs ist er alltagstauglich, und anders als sein Name vermuten lässt, fühlt er sich auch in der Stadt wohl.

_ Wirklich mini ist dieser Mini nicht: Mit knapp 4,30 Metern Länge bewegt er sich auf dem Niveau ausgewachsener Kompaktautos. Aber Marken entwickeln sich, und wer heute nicht im SUV-Segment mitspielt, hat verloren. Also hat der Countryman auch seine Daseinsberechtigung - zumal er doch voll ins Trendsegment der kleinen SUV passt.

Das Testauto

Unser Countryman fuhr mit dem mittleren 150-PS-Diesel Cooper D vor. Klassische Ausstattungslinien gibt es für das SUV nicht, die Serienausstattung orientiert sich de facto an der Motorisierung. Im Cooper D bedeutet das für 25.294 Euro unter anderem 16-Zoll-Leichtmetallräder, Multifunktionslenkrad, Bluetooth, Radio, Serviceund Notfalltelematik, manuelle Klimaanlage, Regen- und Lichtsensor. Optional an Bord waren bei uns unter anderem automatisch abblendende Innen- und Außenspiegel (412 Euro), elektrische Sitze (ab 1.008 Euro), Sitzheizung vorn (277 Euro), Einparkhilfe vorn und hinten (672 Euro) sowie die Pakete Driving Assistant (unter anderem adaptiver Tempomat, Fernlichtassistent, Verkehrszeichenerkennung; 832 Euro), Wired (unter anderem Touchscreen, Navigation Professional; ab 1.714 Euro) und Chili (unter anderem Klimaautomatik, Komfortzugang, LED-Scheinwerfer, 17-Zoll-Leichtmetallräder, Sportsitze; 3.655 Euro). Mit zahlreichen weiteren Extras stand so ein 36.224 Euro teures Kompakt-SUV vor der Redaktionstür.

Karosserie

Kein klassischer Dreitürer, aber doch typisch Mini. Angedeutete Rundscheinwerfer, der Grill, die verchromte umlaufende Fensterlinie, schwarz verkleidete Dachsäulen, das weiße, baseballcapartige Dach oder die vertikalen Rückleuchten sind klare Erkennungsmerkmale der Engländer. Was auffällt: Im Vergleich zum Vorgänger zeigt der Countryman Nummer zwei deutlich mehr Kante. Als Beispiel sei hier die aus der Motorhaube in die Kotflügel laufende Sicke genannt. Wer vom Designfokus des Countryman auf mangelnde Praxistauglichkeit schließt, liegt jedoch falsch. So sorgen die steil stehenden Dachsäulen und großen Fensterflächen für sehr gute Rundumsicht, und der Kofferraum ist mit 450 bis 1.390 Litern Fassungsvermögen ebenfalls langstreckentauglich. Gut geschnitten und beladbar ist er auch, lediglich die Ladekante könnte etwas niedriger liegen.

Interieur

Auch das Interieurdesign lässt keinen Zweifel aufkommen, welche Marke man gerade fährt. Die aufgesetzten Rundinstrumente oder das große, kreisrunde sogenannte Mini Centre Instrument im oberen Teil der Mittelkonsole gehören ebenfalls zur Marken-ID. Die Mittelkonsole beherbergte in Countryman Nummer eins noch den Tacho, der sich in Generation zwei nun aber hinter dem Lenkrad direkt im Fahrersichtfeld befindet. Der LED-Ring um das Mini Centre Instrument (im Paket Wired) dient nun situationsbedingt zum Beispiel als zusätzliche Drehzahl- oder Lautstärke- oder Heizungsanzeige. Alles in allem erfordert das Countryman-Cockpit jedoch eine gewisse Eingewöhnungsphase, stylisches Design wie etwa die typischen Kippschalter geht hier manchmal über optimale Bedienergonomie. Keine Rätsel gibt dagegen die Bedienung des Navigations- und Infotainmentsystems auf, allerdings beschränkt auch hier das Design des Centre Instruments die Funktion und ermöglicht nur einen relativ kleinen Touchscreen (8,8 Zoll). Die Verarbeitung zeigte sich tadellos, die Materialqualität für den Preis in Ordnung und auch am Platzangebot gibt es, gerade vor dem Hintergrund des verspielten Designs, nichts zu meckern.

Antrieb

150 PS leistet der Zweiliter-Diesel im Countryman Cooper D, und damit ist man gut motorisiert. Der ruhig laufende Selbstzünder arbeitet zusammen mit dem knackigen und präzisen Sechsgang-Handschalter auch aus unteren Drehzahlen willig und agil. Wer mehr Power mag, greift zum Cooper SD mit 190 PS, wirklich notwendig ist das aber nicht. Wir waren hauptsächlich auf Autobahnen mit teils dichtem Verkehr und in der Stadt unterwegs, dabei genehmigte sich unser Testexemplar im Schnitt 7,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Fahrpraxis

Wie die Muttermarke BMW steht Mini für Dynamik - und so auch der Countryman. Das knackige, aber dennoch nicht unkomfortable Fahrwerk macht auch auf Langstrecken viel Spaß. In Kombination mit der direkten Lenkung erweist sich das englische SUV außerdem als Kurvenräuber - viele Wettbewerber fahren sich weit weniger dynamisch. Dass die komfortablen Sportsitze aus dem Chili-Paket mit Top-Seitenhalt aufwarten, erweist sich da als zusätzlicher Vorteil. Unser Countryman kam mit den drei Fahrmodi Normal, Green und Sport (151 Euro oder ebenfalls im Chili-Paket), die sich zwar spürbar, aber nicht dramatisch voneinander unterscheiden. Nicht ganz optimal: Durch die Eco-Anzeige im Green-Modus im Infodisplay findet die Verkehrszeichenanzeige keinen Platz mehr im Infodisplay hinter dem Lenkrad. Eine seltsame Priorisierung.

Autoflotte-Tipp

Üppig ist die Serienausstattung des Countryman Cooper D nicht. Und die Optionsliste umfasst viele Styling-Extras, die man sich im Fuhrpark getrost sparen kann. Wir ergänzen den Serientrim also nur um das Wesentliche:

- die Assistenzsysteme des Pakets Driving Assistant (832 Euro),

- das Business Package, unter anderem mit Navi Professional und Sitzheizung vorn (2.647 Euro),

- Metalliclack (504 Euro),

- DAB-Empfang (244 Euro),

- Nebelscheinwerfer (126 Euro),

- LED-Scheinwerfer (832 Euro),

- Einparkhilfe vorn und hinten (672 Euro),

- Rückfahrkamera (319 Euro),

- Armlehne vorn (126 Euro),

- automatisch abblendende Innen- und Außenspiegel (412 Euro plus 210 Euro für das Außenspiegelpaket) sowie

- die Zweizonen-Klimaautomatik (420 Euro).

So kommen wir auf einen 32.638 Euro teuren Countryman. Günstiger geht es, wenn man sich je nach Einsatzzweck auf das Business Package, den Metalliclack, die Klimaautomatik und die Einparkhilfe hinten (328 Euro) beschränkt. Dann stehen am Ende 29.193 Euro auf der Rechnung.

Details

Stärken & Schwächen

Stärken- Übersichtliche Karosserie- Knackige Schaltung- Dynamisches und komfortables FahrwerkSchwächen- Magere Serienausstattung- Teure Extras

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