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Fahrbericht Aston Martin DBS Superleggera Volante

Manche mögen's heiß

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Aston Martin DBS Superleggera kommt ein Jahr nach dem Start in diesem Herbst auch wieder als Volante.
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Achtung jetzt wird’s heiß. Als wären die Rekordtemperaturen noch nicht genug, heizt Aston Martin den Schnellfahrern in diesem Sommer mit dem neuen DBS Superleggera Volante weiter ein. Doch keine Sorge, die Abkühlung ist nur einen Kickdown entfernt.

Von Benjamin Bessinger/SP-X

Von wegen englischer Dauerregen. Es mag ja sein, dass es auf der Insel ein bisschen schlechteres Wetter gibt als im Rest der Welt. Doch wenn das so ist, dann verstehen es die Briten besser als alle anderen, die raren Sonnenstunden zu genießen. Erst recht, wenn das mit dem Auto passieren soll. Denn nirgendwo bauen sie so leidenschaftlich und lustvoll und gemessen an ihren eher schlanken Modellpaletten auch so viele Cabrios, Spyder und Roadster wie auf der Insel. Der jüngste Beweis dafür ist der Aston Martin DBS Superleggera, der ein Jahr nach dem Start in diesem Herbst auch wieder als Volante kommt. Zwar kostet das Cabrio des Flaggschiffs rund 250.000 Euro netto und treibt den meisten Menschen damit auch ohne direkte Sonneneinstrahlung schon Hitzewellen durch den Körper, die eine sofortige Eisdusche erfordern. Und das so wunderbar schnörkellose und deshalb umso heißere Design ist auch nicht gerade dazu angetan, den Blutdruck zu senken und die Stimmung abzukühlen. Doch die Erfrischung ist nur einen Kickdown entfernt.

Für die sorgt ein 5,2 Liter großer V12-Motor mit 533 kW / 725 PS und 900 Nm, der die Luxusyacht beim Landgang in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 katapultiert und bei einem Spitzentempo von 340 km/h auch die dicksten Schweißflecken binnen weniger Sekunden trocken legt.

Stilvoll, mit perfekten Manieren

Allerdings hält es der Superleggera dabei wie Astons berühmtester Markenbotschafter James Bond: Der DBS bewegt sich stilvoll und mit perfekten Manieren, er federt weich und komfortabel und durch die Kurven carvt er eher als dass er durch sie kratzt. Bis man ihn reizt. Dann zeigt das Auto wie der Agent sein zweites Gesicht, wird bitterböse und gibt einen feuchten Kehricht auf die Konventionen. Dann brüllt er laut, die eben noch so seidige Schaltung wechselt die Gänge mit der Vehemenz eines Vorschlaghammers und der Kraftschluss zwischen Asphalt und Gummi ist dem elektronisch geregelten Fahrwerk wichtiger als ein der sänftengleiche Komfort, mit dem man sonst gerne mal 1.000 Kilometer am Stück abreißen mag. Dann wird der DBS zur Giftspritze, die einem den Schweiß auf die Stirn treibt und den Fahrer bisweilen ziemlich fordert. Oder zumindest seine Moral. Denn das Auto ist so schnell zu schnell, dass man ständig mit einem Bein im öffentlichen Nahverkehr steht.

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Bestie im Anzug

Beauty und Beast, Stil und Stärke – in diesem Spannungsfeld bewegen sich neben den Ingenieuren auch die Designer: Wo andere Autos seines Kalibers gerne betont dick auftragen und mit ihren Spoilern schon im Stand mächtig Wind machen, gibt der DBS Superleggera den Supersportwagen mit Stil. Nicht, dass er nicht auch Eindruck schinden und vor Kraft strotzen würde. Aber es er macht es irgendwie geschickter und gesitteter: "Brute in a Suite", nennt Designchef Marek Reichmann diesen Stil – eine Bestie im Anzug. Aber deshalb haben die Ingenieure bei der Aerodynamik keineswegs gepatzt. Im Gegenteil: Die dezent kaschierten Luftleitwerke erzeugen bei Vollgas bis zu 180 Kilo Abtrieb und pressen das Auto damit fester auf die Straße als bei jedem anderen Aston-Martin-Serienmodell zuvor.

Auch innen fühlt man sich im DBS eher wie in einer Suite als in einem Sportstudio – zumindest, solange man nicht versucht, auf die Rücksitze zu klettern, die allenfalls als erweiterte Ablage taugen. Ja, die Sessel bieten spürbaren Seitenhalt – aber sie sind eben auch mit dickerem und weicherem Leder bezogen, als in manch einer Luxuslimousine. So gut das Lenkrad in der Hand liegt, so lange haben sich daran die Sattler ausgetobt. Und wo man hinschaut, sieht man Lack und Leder wie in einem Bentley oder Rolls-Royce, nur dass Aston auch da nicht ganz so dick und protzig aufträgt.

Ja, Klimaanlage hin und Sitzlüftung her – natürlich schwitzt man im Cabrio mehr als im Coupé. Und ob mit Windschott oder ohne gibt’s dafür nach 14 Sekunden gemäßigten Tempos für ein hübsches Hydraulik-Ballett auch mehr frische Luft und den schöneren Teint. Doch die Sonne auf der Haut und der Wind in den Haaren sind nicht alles, was den Reiz des offenen Rasens ausmachen. Autos wie der Superleggera Volante können alle Sinne berauschen, weil man das Fahren mit ihnen von der Gänsehaut auf dem Trommelfell bis zum Geruch der heißen Gummis in der Nase authentischer und intensiver erlebt. Kein Wunder also, dass die reichen Raser gerade ein bisschen nervös in den Kalender schauen und hoffen, dass die Hitze noch bis in den Herbst hält.

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