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Fahrbericht Mitsubishi L200

Für Arbeit, Sport und Spiel

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Seit 40 Jahren ist der L200 eine feste Größe im Modell-Programm von Mitsubishi. Jetzt geht der Pick-Up in die nächste Runde – mit altem Konzept und neuer Technik.
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Seit 40 Jahren ist der L200 eine feste Größe im Modell-Programm von Mitsubishi. Jetzt geht der Pick-up in die nächste Runde – mit altem Konzept und neuer Technik.

Von Benjamin Bessinger/SP-X

"Rugged" und "tough", also "robust" und "zäh" – wenn Osamo Masuko über den L200 spricht, dann nutzt der Mitsubishi-Chef gerne martialisches Vokabular. Schließlich ist der Pick-up auch ein vergleichsweise martialisches Auto: Während selbst der Mitsubishi Pajero zunehmend von der Zivilisation vereinnahmt wurde, gibt der Pritschenwagen seit genau 40 Jahren den harten Hund und hat sich so in 150 Ländern von der Sahara bis nach Sibirien als zuverlässiger Partner für Arbeit, Sport und Spiel etabliert.

Doch auch an einem solchen Dinosaurier geht die Zeit nicht spurlos vorüber: Wenn im kommenden Sommer bei uns schätzungsweise ab etwa 20.200 Euro netto die nächste Generation an den Start geht, sieht die deshalb zwar noch rustikaler aus: Die Flanken tragen jetzt massive Muskeln, die Front ist kantiger und die Haube höher geworden. Aber innen hält ein bisschen smarte Technik Einzug und auch der Pick-Up bietet erstmals Assistenz- und Komfortsysteme, wie sie im Pkw längst Standard sind. So überwachen Kameras nun den toten Winkel und helfen mit einem 360-Grad-Panorama beim Parken und Rangieren, eine mit der Bremse gekoppelte Abstandsmessung verhindert Parkrempler, es gibt eine automatische Notbremse und ein Keyless-go-System.

Dass die Japaner allerdings selbst die zwei USB-Buchsen als Errungenschaft feiern, scheint dann doch ein wenig übertrieben – zumal der Rest des Infotainments eher mau ist. Dem kleinen Touchscreen-Navi fehlen Apple Carplay oder Android Auto und statt digitaler Instrumente gibt’s nur einen winzigen Monitor für den Bordcomputer.

So modern sich der L200 bei Ausstattung geben möchte, so traditionell ist das Ambiente, selbst wenn ein paar Chromrähmchen etwas Glanz in die Hütte bringen: Grobe Schalter, einfache Kunststoffe, schlichtes Leder – ein Pick-Up muss nicht vornehm sein, sondern unverwüstlich. Und was ihm an Prestige fehlt, macht er mit Platz wieder wett: Vorn, weil die Kabine, die es bei uns auf jeden Fall als Club-Cab mit Notsitzen in der zweiten Reihe und wahrscheinlich auch als Double-Cab mit vier echten Türen und vollwertiger Rückbank geben wird, geräumiger ist als bei jedem konventionellen Geländewagen. Und hinten, weil die Pritsche der Traum jeden Lademeisters ist. Selbst wenn Mitsubishi noch keine Daten zur Zuladung nennt, werden Nutzlast und Volumen ganz sicher jedes SUV ausstechen.

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Keine Kompromisse bei der Technik

Das Design modernisiert, die Ausstattung üppiger als bisher und jetzt sogar LED-Technik im markanten Gesicht – da mag sich der Zeitgeist Einfluss verschafft haben. Aber bei der Technik machen die Japaner weder Kompromisse und noch Zugeständnisse. Weil ein Pick-up zuallererst Arbeitstier ist, ordentlich was wegstecken und noch mehr wegschleppen muss, standen weder der Leiterrahmen noch die Blattfedern zur Diskussion. Genauso wenig wie der zuschaltbare Allradantrieb samt Untersetzung, selbst wenn der mit 5,30 Metern Länge ohnehin schon ziemlich unhandliche Wagen dann noch sperriger wirkt und der Wendekreis langsam Lkw-Niveau erreicht.

Doch auch hier hält ein wenig Moderne Einzug: Immerhin gibt es jetzt fast so wie im Range Rover eine Art Terrain Response System, mit dem man den Antrieb für Schlamm oder Schnee, Sand oder Felsen optimieren kann. Und im steilen Gefälle bremst die Elektronik den Wagen jetzt auf Knopfdruck ein.

Treibende Kraft ist dabei wie bisher ein 2,4-Liter-Diesel, der daheim in Thailand, wo der L200 als Triton verkauft wird, mit 133 kW / 181 PS und 430 Newtonmetern startet, für Europa aber vielleicht noch eine etwas andere Kalibrierung bekommt. Er schüttelt sich zwar beim Anlassen erst einmal kräftig und macht aus seiner schweren Arbeit akustisch keinen Hehl, geht dafür aber kräftig zur Sache und treibt den Pritschenwagen tapfer durch den Dreck. Natürlich ist er dabei lange nicht so schnell wie ein SUV, dürfte es kaum in weniger als zwölf Sekunden auf Tempo 100 schaffen und viel mehr als 180 Sachen werden auch nicht drin sein. Aber dafür hat er ein Durchhaltevermögen, von dem sich Tiguan & Co eine dicke Scheibe abschneiden können: Matsch und Modder jedenfalls konnten den L200 bei der ersten Testfahrt genauso wenig stoppen wie die mächtigen Bodenwellen oder künstlichen Hügelketten, die die Japaner auf dem Demo-Parcours aufgebaut haben. Da hat der L200 in den letzten 40 Jahren schon größere Hürden gemeistert.

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