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Fahrbericht Peugeot e-Traveller

Leiser Reisen

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Peugeot bringt mit dem e-Traveller das Pendant zu Opels Zafira-E Life.
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Peugeot bringt mit dem e-Traveller das Pendant zu Opels Zafira-E Life. Technisch sind sie Zwillinge, Unterschiede liegen im Detail, machen ihn aber hüben wie drüben fein fürs Personenbefördern.

Von Autoflotte-Chefredakteur Michael Blumenstein

Was wünschen sich Menschen, die einen Fahrdienst in Anspruch nehmen? Richtig, vor allem eine sichere Fahrt. Kurz darauf folgen vielleicht die Punkte Sauberkeit, Komfort und nutzbare Zeit. Bei einem klassischen Taxi sind diese nicht immer gegeben. So kann es zudem passieren, dass man am Flughafen (aktuell eher selten, aber dennoch) in einen bereits durchgesessenen Dacia Logan steigen muss, währenddessen exakt hinter dem Dacia ein taxifolierter BMW 620d GT auf Gäste wartet. Fahrpreis? Identisch. Logisch? Nein.

Für Hotels und den Konzern-Fahrdienst

Da das Taxifahren mit demselben Fahrzeug meist ein "Einfach-Besuch" bleibt, lautet die nächste Fahrt: neues Spiel, neues Glück. Anders bei Hotel-Shuttle und Anbietern von Fahrservices. Das Fahrzeug ist das Aushängeschild. Dass dieses nicht immer in Form einer Luxus-Limousine oder eines eleganten und dennoch praktischen BMW 6ers daherkommen muss, ist Fakt.

Peugeot hat als Alternative den Traveller im Programm. Einen Personentransporter, der profan als Bus bezeichnet, sicherlich beleidigt wäre. Zwar gibt es ihn auch in der Standard-Ausführung, aber in der luxuriösen Ausstattungsvariante Allure macht der "Reisende" genau das, was ein Shuttlefahrzeug machen soll: Es lässt die Insassen in Ruhe. Denn neben schmeichelndem Leder und weiterhin vernünftiger Materialauswahl im Innenraum kann der Traveller bei einem Punkt besonders durchstarten: dem Antrieb. Und das, obwohl es ein mittlerweile altbekannter ist, der sogar im Kleinwagen 208 zum Einsatz kommt. Durch den Zusatz "e" wird aus einem bislang etwas raubeinigem Personen-Transporter (sowohl vom Fahrkomfort als auch von der Motorlaufruhe und Getriebeabstimmung) ein Gleiter par excellence.

136 PS leistet auch hier der Elektromotor und bietet ebenso ein Sofortdrehmoment von 260 Newtonmetern. Was sich nach ordentlich anhört, fühlt sich auch danach an. Beim Ampelsprint dürfte der Peugeot stets zu den Schnellen gehören, um bei 50 km/h ins Gleiten zu kommen. Echte 130 sind möglich. Und all das gelingt ohne Rucken und Zucken, ganz sanft. Drei Fahrmodi stehen zur Wahl, Eco, Normal und Power, wobei der Kickdown in jeder Version maximalen Vortrieb gewährleistet und Eco der ideale Modus ist.

Schnell Schnellladen

Längere Etappen gelingen aufgrund der serienmäßig vorhandenen 100 kW-CCS-Schnelladesteckdose, die in einer guten halben Stunde den kleinen Akku (50 kWh) auf etwa 80 Prozent bringt. Ab Werk ist der e-Traveller mit 11-kW-Lademöglichkeit ausgerüstet, die ein Befüllen der kleinen Batterie an der Wallbox während der Wartezeiten möglich macht. Rund fünf Stunden dauert es bis zur Vollladung. Angenommen, man käme mit dem angegebenen Verbrauch von 26 kWh pro 100 Kilometer aus, müsste spätestens alle rund 200 Kilometer geladen werden.

Bildergalerie

So flüstert Peugeot e-Traveller geradezu den wartenden Fahrgästen entgegen, lässt diese trotz parkhausfreundlicher 1,88 Meter Fahrzeughöhe fast erhobenen Hauptes einsteigen und bietet hervorragende Platzverhältnisse für bis zu acht Personen. Wer es exklusiver mag, bestellt auch hinten Einzelsitze und gestaltet den Fond als heimelige Lounge inklusive Klapptischchen und freundlichem Oberlicht. Und auch fürs Gepäck ist ausreichend Platz. Derzeit gibt es die knapp Fünfmeter-Version (L2) und den L3 mit 5,30 Metern Länge. Die 4,60-Meter-Kurzversion (L1) folgt demnächst.

Vom Elektroantrieb hören nun nicht nur die Gäste nichts, auch der Fahrer genießt die Stille. Begleitet wird das Erlebnis durch einen Fahrkomfort, der deutlich schluckfreudiger ist als der der Dieselbrüder, wenngleich der Gewichtsunterschied mit unter 100 Kilogramm fast vernachlässigbar ist. Durch die Unterflur-Anordnung der Batterien verschieben sich die Pfunde nicht nur weiter nach unten sondern auch weiter nach hinten, und das lässt die Hinterachsfeder-Dämpfer-Elemente sanfter ansprechen, was den Insassen zugutekommt.

2.500 Euro Aufpreis zum Diesel

Neben dem 50-kWh-Akkupack wird es gegen Zuzahlung von 5.000 Euro auch eine 75-kWh-Version geben. Eine Investition, die nochmals ein Gewinn für den Fahrkomfort sein könnte (plus 150 Kilogramm) und vor allem die Reichweite in Richtung 300 Kilometer bringt. Ob das nötig ist, hängt von den Einsatzbedingungen und Ladeinfrastruktur ab. An der Einmal-Förderung beim Neukauf (oder beim Leasing über mindestens 24 Monate) ändert sich nichts – 7.500 Euro Zuschuss gibt es, da der Nettopreis in jedem Fall über 40.000 Euro liegt. Lediglich wenn es zusätzlich ums Versteuern des persönlichen Dienstwagens geht, ist Obacht geboten. Hier sollte der Brutto-Preis bei unter 60.000 Euro enden, um in den Genuss der 0,25-Prozent-Regelung zu kommen. Über 60.000 Euro brutto werden 0,5 Prozent fällig. Immer noch die Hälfte im Vergleich zum Dieselantrieb (145 PS), der im Endeffekt nur noch etwa 2.500 Euro günstiger ist.

Mindestens 46.975

Mindestens 46.975 Euro werden für den e-Traveller Active dennoch fällig. Sinnvolle Extras sind beispielsweise das Glasdach im Fond (504 Euro), dunkle Scheiben hinten (168 Euro), die Rückfahrkamera für 420 Euro, das Head-up-Dislay für 403 Euro oder eine 220-Volt-Steckdose hinter dem Beifahrersitz für die Gäste (42 Euro). So bleibt der Preis deutlich unter der 60.000-Euro-Grenze (brutto) und die günstigste Versteuerung winkt entgegen. Wahrer Luxus, was den Charme dieses Elektro-Busses ausmacht, bleibt dann allerdings auf der Strecke beim leisen Reisen.


Technische Daten Peugeot e-Traveller:

Preis (L2) ab: 46.975 € E-Motor | 100 kW / 136 PS | 260 Nm | 13,1 s 130 km/h | Reichweite: 225 – 330 WLTP-Kilometer | Batteriekapazität: 50 – 75 kWh | Ladezeit 11-kW-Wallbox: ca. 5 Std | CCS mit 100 kW: ca. 1 Std. 4.959 – 5.309 x 1.920 x 1.887 – 1.948 mm | Wartung: jährlich/25.000 km | Garantie: 2 Jahre/8Jahre oder 160.000 km auf Akku

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