suchen
Fahrbericht Seat Ateca

Der SUV-Torero

7
1180px 664px
Der Seat Ateca legt in Summe einen gelungenen Einstand hin.
©

Immer wieder angekündigt, jetzt endlich zu haben. Mit dem Ateca bringt Seat endlich auch ein SUV. In zwei Monaten wurde er in Deutschland schon 11.000 Mal bestellt. Trotzdem hat der hiesige Seat-Chef ein Problem.

Von Peter Maahn/SP-X

Alle Scheiben sind mit blickdichter Folie verklebt, erlauben keinen Sichtkontakt nach draußen. Es ist ein ungewohnt mulmiges Gefühl hinterm Lenkrad, so gar nichts wahrzunehmen von der Welt rund ums Auto. Die Aufgabe: Mit dem Seat Ateca ein paar hundert Meter zu fahren, dabei einige Gummihütchen zu umrunden und den neuen SUV schließlich wieder rückwärts in eine enge Parklücke dirigieren. Das alles nur mit Hilfe des Acht-Zoll-Farbmonitors im Zentrum des Armaturenbretts, auf dem Kamerabilder wie in einem Videospiel ablaufen. So etwa muss sich Captain Kirk gefühlt haben, wenn er per Fernbedienung eine Raumfähre an die "Enterprise" angedockt.

Eine nette Idee von Seat, die Fähigkeiten des neuen Ateca, der ab 16.798 Euro ohne Mehrwertsteuer zu haben ist, zu demonstrieren. Leider aber ist die 360-Grad-Ansicht, die aus den Bildern von vier Kameras zusammengesetzt ist, nur in der teuersten Ausstattungsvariante zu haben, für die dann mindestens 23.193 Euro netto fällig sind. Trotzdem spricht der deutsche Seat-Statthalter von der "Demokratisierung der Technik", wenn er das Paket an lieferbaren Feinheiten beschreibt. Bernhard Bauer: "Der Ateca ist das fortschrittlichste SUV in der Kompaktklasse." Denn neben dem virtuellen Blick aus der Vogelperspektive aufs Auto stehen auch Stauassistent, halbautomatisches Einparken, Abstandsradar, Spurhalte- und Toter-Winkel-Warner und vieles mehr in der Preisliste. Viele der elektronischen Helfer waren bislang eher teureren Modellen der Premium-Hersteller vorbehalten.

Mehr Familienfreund als Naturbursche

Nun mischt also auch die spanische VW-Tochter Seat in der weltweit so begehrten SUV-Klasse mit. Die gefällige Form, schon bei der Premiere im Frühjahr in Genf ausführlich gelobt, verzichtet auf die anderswo übliche gestalterische Aggressivität, die sich meist in martialischen Frontpartien äußert. Der Ateca mischt Eleganz mit glatter Bravheit, ohne dabei zum Langweiler zu werden. Mehr großer Kombi als Geländemonster, mehr Familienfreund als Naturbursche fürs Grobe. Auch wenn er es dem künftigen Nutzer erlaubt, zuweilen die Sicherheit fester Straßen hinter sich zu lassen. Im Gelände ist er nicht verloren, solange er nicht über Hindernisse krabbeln oder durch allzu tiefes Wasser waten muss. "Wir rechnen damit, dass sich ein Drittel der Kunden für den Allradantrieb entscheiden werden", prophezeit Bauer. Die Mithilfe der Hinterachse kostet je nach Version rund 1.600 Euro netto extra.

Im Test-Ateca lockte zwar der 140 kW / 190 PS starke Zweiliter-Diesel, der dem Spitzenmodell vorbehalten ist. Die meisten Kunden werden sich aber mit dem gleichgroßen Triebwerk bescheiden, das sich mit 110 kW / 150 PS begnügt. Der Motor ist aus anderen Modellen des Wolfsburger Konzerns wohl bekannt. Er begnügt sich laut heftig umstrittener Norm mit 4,3 Litern auf 100 Kilometer. Wer denn will, kann auf der Autobahn die 200er-Marke knacken oder aber dank dieseltypischer Durchzugkraft gelassen durch die Lande cruisen. Fahrspaß bringt beides.

Wichtiger noch ist die Wohlfühlatmosphäre dank angenehmer Möblierung des Innenraums, dem guten Platzangebot auf allen fünf Sitzen und dem für die an sich bescheidene Länge von 4,36 Metern großzügigen Laderaum. Hinzu kommen Annehmlichkeiten wie das Koppeln von Auto und Smartphone, bei dem die vertraute Oberfläche zum Beispiel des iPhones auf den Bildschirm gespiegelt werden kann. Für gute Sicht – natürlich bei nicht verklebten Scheiben – sorgt auf Wunsch die Voll-LED-Technik der Scheinwerfer. Praktisch die ausfahrbare Anhängerkupplung, das Öffnen und Schließen der elektrisch betriebenen Hecktür mittels Fußwackeln unter der Stoßstange oder die Verkehrszeichenerkennung.

"Praktisch ausverkauft"

In Summe ein gelungener Einstieg des Spaniers in eine Fahrzeugklasse, die derzeit alle Verkaufsrekorde bricht. Zudem ordnet sich der Ateca perfekt in die SUV-Offensive des VW-Konzerns ein. Er ist der kürzeste, gefolgt vom VW Tiguan und dem kommenden Skoda Kodiac. Der Erfolg scheint programmiert. In nur zwei Monaten wurden 11.000 Ateca bestellt. "Wir sind für dieses Jahr praktisch ausverkauft", räumt Geschäftsführer Bauer ein. Im nächsten Jahr sollen rund 20.000 Ateca alleine in Deutschland verkauft werden. Und dann bekommt der Neuling noch ein kleines Brüderchen. Als erste Marke des Konzerns darf sich Seat dann in der Mini-Klasse unter den SUV tummeln und zum Beispiel einen Opel Mokka attackieren.

Bildergalerie

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema SUV:

Modellplaner


Autoflotte Flottenlösung

SEAT Deutschland GmbH

Max-Planck-Str. 3-5
64331 Weiterstadt

Tel: 06150 1855-500
Fax: 06150 1855-72 500

E-Mail: firmenkunden@seat.de
Web: www.seat.de/business


Fotos & Videos zum Thema SUV

img

Opel GT X Experimental - statische Premiere

img

Honda HR-V Sport

img

Range Rover Evoque (2019)

img

Aston Martin DBX (Prototyp)

img

Weltpremiere VW T-Cross

img

VW T-Cross (2019)


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2018 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
VW-Abgasaffäre

BGH-Verhandlung über erste Diesel-Klage abgesagt

Dieselfahrer müssen weiter auf ein höchstrichterliches Urteil zu möglichen finanziellen Ansprüchen im Abgas-Skandal warten. Eine für Anfang Januar angesetzte Verhandlung...


img
Klimaschutz-Vorgaben für Pkw

Keine Lösung im EU-Streit

Für Klimaschützer ist der Verkehr ein Sorgenkind: Der CO2-Ausstoß steigt, große SUV sind gefragt und Elektroautos erobern die Straßen nur langsam. Auf EU-Ebene wird...


img
Fahrbericht Porsche Macan Facelift

Der Volltreffer

Mit dem SUV Macan hat Porsche in nur vier Jahren ein neues Erfolgsmodell geschaffen. Jetzt kommt die überarbeitete Version auf den Markt – der allerdings ein wichtiges...


img
Prüfkonzern

Autogeschäft treibt Dekra-Wachstum

Ersten Hochrechnungen zufolge steigerte der Prüfriese seinen Umsatz 2018 auf mehr als 3,3 Milliarden Euro. Vor allem die Sparten Kfz und Personal legten deutlich...


img
Neue Mobilität

Gunter Glück wird Belmoto-Gesellschafter

Der langjährige Leaseplan-Manager soll die Hamburger Unternehmensgruppe mit seiner Expertise in Zeiten des mobilen Umbruchs unterstützen.