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Mercedes GLB

Sieben auf einen Streich

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Der GLB soll schon im September seine Publikumspremiere auf der IAA feiern.
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Das wird die Familienpackung in der Kompaktklasse von Mercedes: Während alle Welt noch nach dem Concept GLB schaut, sind überall auf der Welt schon die Prototypen des Serienmodells unterwegs. Schließlich dauert es bis zur Markteinführung nur noch ein halbes Jahr.

Von Benjamin Bessinger/SP-X

Jochen Eck ist im Stress. Denn für den Baureihenleiter der kompakten Mercedes-Modelle auf der so genannten MFA-Plattform geht es Schlag auf Schlag. Nachdem die A-Klasse als Steilheck und Limousine mit zwei Radständen auf dem Markt ist und die B-Klasse auch schon vom Band läuft, hat er gerade erst Grünes Licht für den Start des CLA gegeben und sitzt jetzt schon wieder in einem Prototyp. Während sich Designchef Gorden Wagener auf der Messe in Shanghai im Glanz des GLB Concepts sonnt, gibt er dem ersten Siebensitzer in der Kompaktklasse von Mercedes am Polarkreis, in der Wüste und auf den Landstraßen rund um Stuttgart gerade den letzten Schliff – schließlich soll der als GLB schon im September seine Publikumspremiere auf der IAA feiern und noch vor dem Jahreswechsel in den Handel kommen.

Dass er sich dabei besonders viel Mühe gibt, hat gleich mehrere Gründe: Erstens ist der GLB ein neues Konzept für die Schwaben, das es in der ersten MFA-Generation noch nicht gegeben hat, so dass er nicht auf alte Erfahrungen zurückgreifen kann. Und zweitens hat der GLB als geräumigstes und praktischstes unter den MFA-Modellen mit Blick nach China und Amerika das Zeug zum meistverkauften Mercedes im Portfolio. Dafür kann man dann auch schon mal ein paar Überstunden machen.

Für die Rolle als künftigen Bestseller prädestinieren den GLB Form und Format gleichermaßen. Denn als gefälliges SUV gezeichnet wie ein zu heiß gewaschener GLS strecken sich der Radstand auf 2,83 und die Länge auf 4,63 Meter. Das schafft innen zum ersten Mal in der MFA-Familie Platz für drei Sitzreihen und macht den GLB zum direkten Konkurrenten für Erfolgsmodelle wie den Grand Tourer des BMW Zweiers oder des VW Touran – nur dass er nicht so brav und bieder aussieht.

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Große Flexibilität

Deshalb ist er aber nicht minder praktisch, verspricht Eck und demonstriert, wie die dritte Sitzreihe mit zwei Handgriffen im Wagenboden verschwindet und wie die im Verhältnis 60:40 geteilte Bank in der zweiten Reihe um 14 Zentimeter verschieben: Neun Zentimeter nach vorn, um den Gepäckraum oder den Fußraum der ganz hinten Sitzenden zu erweitern, und um fünf Zentimeter nach hinten, wenn die Beinfreiheit in fünfsitziger Konfiguration größer sein soll. Außerdem lässt sich die Neigung der Lehne in mehreren Stufen variieren. "Mehr Möglichkeiten der Möblierung bietet bei uns kein anderes Modell in dieser Klasse", sagt der Baureihenleiter und stempelt damit sogar die B-Klasse zum zweiten Sieger. "Selbst einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine kann damit problemlos transportieren, genauso wie eine halbe Fußballmannschaft aus der E-Jugend".

Zwar musste Eck ein neues, betont komfortables Set-Up für den GLB finden, weil er als designierte Familienkutsche ähnlich wie die B-Klasse eher auf der gemütlichen Seite des Segmentes unterwegs sein soll. Doch zumindest beim Antrieb konnte er auf vertraute Komponenten setzen: Denn die Vierzylinder-Motoren, die Doppelkupplungsgetriebe und den Allrad kennt man schon aus den anderen MFA-Baureihen: Los geht es nach aktuellem Planungsstand mit einem GLB 200 mit 163 PS, dem GLB 220 mit 190 und dem GLKB 250 mit 190 PS sowie drei Dieseln vom GLB 180d mit 116 bis zum GLB 220d mit 190 PS. Einem Plug-In-Hybriden erteilt Eck zwar eine Absage, weil ihm der Platz für den Pufferakku im Fond fehlt. Doch dafür wird der GLB nach GLC, V-Klasse und GLA als EQ B binnen zwei, drei Jahren zum vierten reinen Elektroauto von Mercedes.

Noch ein paar Runden um Stuttgart, nochmal kundennahe Enderprobung und irgendwann die Abnahmefahrt mit dem Vorstand, dann ist Eck mit dem GLB fertig und in Aguascalientes in Mexiko und in Peking können sie die Bänder anwerfen. Doch Ruhe kehrt für den Baureihenleiter dann immer noch nicht ein – schließlich fehlt in der Kompaktklasse jetzt noch der GLA.

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