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Reihensechszylinder

Mercedes bringt neue Motorenfamilie

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Mitte 2017 kommt die überarbeitete Mercedes S-Klasse mit dem neuen Sechszylinder M 256.
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Mit der Jahrtausendwende ist bei Mercedes der Reihensechszylinder verschwunden. 2017 kehrt das für seine Laufruhe berühmte Triebwerk zurück: Stärker und sparsamer denn je.

Von Michael Gebhardt/SP-X

Sie sind zurück, die guten, alten Reihen-Sechszylinder. Die neue Motorenfamilie von Mercedes kommt wieder in der altbewährten Bauform, die viele Kunden vor allem wegen ihrer Laufruhe schätzen. Das allein aber hat die Stuttgarter nicht zum Umdenken bewogen: Zum einen ist der Reihenmotor schlichtweg günstiger, da nur ein Zylinderkopf und Ventiltrieb benötigt wird. Zum anderen ist die Abkehr vom V-Motor auch der veränderten Nachfrage geschuldet. Der V6 nämlich ist ein Abkömmling des großen Achtzylinders. Der allerdings wird immer seltener nachgefragt, weshalb sich eine gemeinsame Basis und Fertigung mit den Vierzylindern in Zukunft eher rechnet. Da die nun mal eben in Reih’ und Glied stehen, werden auch beim Sechsender die Zylinder wieder hintereinander angeordnet.

Das allerdings ist nicht die einzige Neuerung. Auch bei Mercedes steht das Thema 48-Volt-Bordnetz ganz oben auf der Agenda. Und das bringt der neue Sechser M 256 ab Mitte 2017 in die dann frisch überarbeitete S-Klasse. Aber der Reihe nach: Der Benziner hat, wie alle Aggregate der neuen Motorenfamilie, das einheitlichen Zylindervolumen von gut einem halben Liter, macht in Summe also drei Liter Hubraum. Was sich daraus an Leistung generieren lässt, will man in Stuttgart noch nicht preisgeben. Nur so viel sei verraten: Mehr als 300 kW / 408 PS und über 500 Nm Drehmoment – gleichzeitig sinkt gegenüber dem aktuellen Modell im S 400 der Verbrauch und damit der CO2-Ausstoß um 15 Prozent.

Für den gezügelten Durst zeichnet freilich nicht wirklich die neue, alte Zylinderanordnung verantwortlich. Vielmehr sorgen motorinterne Optimierungen, zum Beispiel reduzierte Reibung, für den Minderverbrauch. Und natürlich der ISG. Der "integrierte Starter-Generator" sitzt zwischen Motor und Getriebe und ersetzt den klassischen Riementrieb. Hier kommt das 48-Volt-Netz ins Spiel, schließlich ist der ISG im Grunde nichts anderes, als ein Elektromotor. Er übernimmt das Starten des Benziners und steuert beim Beschleunigen Kraft bei, die für schier "brutalen Durchzug" sorgen soll. Außerdem erlaubt er eine Lastpunktverschiebung, sprich der Ottomotor kann verbrauchsärmer betrieben werden, da er nicht mehr die maximale Power liefern muss. Umgekehrt, also beim Bremsen, sorgt der ISG dafür, das überschüssige Energie wieder in Strom und nicht nur in Wärme verwandelt wird.

Nebenverbraucher elektrisch ausgelegt

Da der Riementrieb gänzlich entfällt, sind alle Nebenverbraucher wie Wasserpumpe oder Klimakompressor elektrisch ausgelegt; dadurch können sie auch bedarfsgerecht gesteuert werden. Und noch ein Bauteil nutzt das neue 48-Volt-Netz: Der elektrische Zusatzverdichter, der dafür sorgt, dass der Verbrenner schon reichlich Drehmoment bereitstellt, ehe der große Abgas-Turbolader in die Gänge kommt. Apropos Abgase: Da der Reihen-Motor zwar länger, dafür aber schlanker ist, als ein V-Triebwerk, konnte nahezu die gesamte Abgasnachbehandlung direkt an den Motor ran gebaut werden. Nur der Partikelfilter - ja, den gibt es zukünftig auch für die Benziner – ist noch im Unterboden.

Der R6 ist aber nicht das einzige neue Triebwerk im Mercedes-Stall. Abgeleitet davon gibt es einen neuen Zweiliter-Vierzylinder (M 264). Auch mit 48-Volt-Unterstützung, aber einem riemengetriebenen Starter-Generator, der ebenso für extra Schub sorgt und Energie rekuperieren kann. Mercedes spricht hier von rund 200 kW / 272 PS Leistung. In der aufgefrischten S-Klasse wird der Motor nicht zum Einsatz kommen, seine Premiere findet Ende 2017 statt, vermutlich in der E-Klasse. Dort, im E 220 d, arbeitet heute schon ein Vierzylinder-Diesel der neuen Generation. Dem stellt Mercedes bald auch eine Sechszylinder-Version zur Seite; wie bei den Benzinern ebenfalls in Reihe und mit drei Litern Hubraum. Der OM 656 liefert über 230 kW / 313 PS und stemmt mehr als 650 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Anders als beim Vierzylinder setzt Mercedes hier auf doppelte Aufladung und einen erhöhten Einspritzdruck von 2.500 bar. Das 48-Volt-Netz oder ein Startergenerator sind beim Diesel allerdings noch nicht vorgesehen.

Das gilt auch für den neuen Biturbo-Achtzylinder M176, der wie der Sechszylinder-Diesel ebenfalls in der S-Klasse debütieren wird. Der mit den AMG-Motoren aus GT und C 63 verwandte V8 zeichnet sich vor allem durch die Zylinderabschaltung aus. Bei Nichtbedarf werden die Brennkammern 2, 3, 5 und 8 mittels verschiebbarer Nockenstücke der Ein- und Auslassnockenwelle stillgelegt. Ruft der Fahrer mehr Leistung ab, steigt die Drehzahl über 3.250 U/min oder schaltet man in den Sport-Modus, wird der Teilzeit-Vierzylinder binnen Millisekunden wieder zum Achtender. Zusammen mit einer Hubraumreduzierung von 4,6 auf vier Liter und weiteren, innermotorischen Verbesserungen soll der Verbrauch um rund zehn Prozent sinken. Gleichzeitig steigt die Leistung von 355 kW / 455 auf über 350 kW / 476 PS. Damit setzt Mercedes einen neuen Maßstab im S 500. 

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