Von Paul-Janosch Ersing
Die Baureihe auf der MB.EA-Plattform wird zusätzlich zum seit 2022 angebotenen Modell mit Verbrennungsmotoren (Baureihe X 254) auf den Markt gebracht und soll dem Thema Elektro-SUV mit Stern endlich zum Erfolg verhelfen. Die bisherigen Vertreter dieser Fahrzeuggattung aus dem Schwäbischen waren entweder zu plump (EQC), zu teuer (EQE) oder in Sachen Reichweite und Ladeleistung nicht ganz auf der Höhe der Zeit (EQB).
Den Anfang macht zunächst der GLC 400 4-Matic mit einer Gesamtleistung von 490 PS/360 kW zu Preisen ab 71.281 Euro. Dass die beiden E-Maschinen gemeinsam ein Drehmoment von 800 Newtonmeter in den Asphalt stemmen und der Benz bis zu 210 km/h schnell werden kann, dürfte weitaus weniger interessieren als die Effizienz des Antriebsstrangs und das Abschneiden beim Stromladen.
Mercedes-Benz GLC (2026)
In diesen Disziplinen leiht sich der GLC die Fähigkeiten des vor einigen Monaten präsentierten CLA: 800-Volt-Technologie, DC-Laden mit bis zu 330 kW und ein cw-Wert, der sich sehen lassen kann (0,26). Wer sich den GLC im Detail anschaut, wird vermutlich über die knapp bemessenen Außenspiegelgehäuse stolpern. Sie sind ein Beispiel für eine möglichst gute Aerodynamik.
Bis zu 715 Kilometer Reichweite im Mercedes GLC
Weil Mercedes einen größeren Akku in den Unterboden packt (94 kWh nutzbar), kommt das SUV trotz des Mehrgewichts und der größeren Stirnfläche auf dem Prüfstand fast so weit wie das viertürige Coupé: bis zu 715 Kilometer. Auf einer ersten Runde über Landstraße und Autobahn wich die Bordcomputer-Anzeige recht deutlich vom angegebenen Normverbrauch von 14,9-18,9 kWh ab: Am Ende der etwas mehr als 120 Kilometer langen Tour standen da 20,7 kWh pro einhundert Kilometer.
Trotzdem ereilt einen während der Testfahrt mehrmals der Gedanke: Warum nicht gleich so? – Das 4,85 Meter lange Elektroauto (also gut zehn Zentimeter länger als der GLC mit Verbrennungsmotor) macht wenig falsch und vieles richtig gut. Die Lenkung arbeitet präzise, ohne zu direkt zu sein und das Fahrwerk meistert auch gröbere Herausforderungen in Form von Straßenunebenheiten tadellos.
Unterwegs stellt das Auto den Menschen hinterm Lenkrad vor keine schwierigen Rätselaufgaben: Obwohl der Großteil der Bedienung übers Menü des gigantischen Touch-Bildschirms abläuft, geht fast alles intuitiv von der Hand. Und sollte man sich doch mal in einem Untermenü verheddern, hilft einem die weiterentwickelte Sprach-Assistentin gerne weiter.
Mercedes GLC: Das Cockpit als Touch-Bildschirm
Über die gesamte Fahrzeugbreite, also von Dachsäule zu Dachsäule, erstreckt sich der auf Wunsch erhältliche Bildschirm namens Hyperscreen vor Fahrer und Beifahrer. So zeigen es zumindest die Design-Skizzen des neuen GLC Elektro. In der rauen Wirklichkeit reicht das entspiegelte Abdeckglas von Luftausströmer zu Luftausströmer und bildet hüben wie drüben eine feine Fuge. Aber mit einer Diagonalen von 39,1 Zoll ist es zweifelsohne das bisher größte Display bei Mercedes-Benz. In der Basisversion und den mittleren Ausstattungen arbeiten unter einem ebenfalls gemeinsamen Deckglas zwei oder drei Bildschirme; dann heißt das Technikwunder nicht Hyper-, sondern Superscreen.