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"TomTom Traffic Index"

Staus in deutschen Großstädten nehmen weiter zu

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In deutschen Städten braucht man als Autofahrer viel Geduld.
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Stop and Go – am Montagmorgen ist es besonders schlimm. In etlichen deutschen Großstädten nehmen die Staus einer Analyse zufolge zu. Das trifft vor allem die Pendler auf dem Weg von und zur Arbeit. Eine Verkehrswende ist nicht in Sicht.

Autofahrer stehen in deutschen Städten immer länger im Stau. Das geht aus einer Analyse der Verkehrsmuster durch den Kartierungsspezialisten TomTom hervor, die am Mittwoch in München veröffentlicht wurde. Die Zunahme des Verkehrs steht im Zusammenhang mit der wachsenden Einwohnerzahl in den Ballungszentren. Für den "TomTom Traffic Index" für das Jahr 2019 wurden die Daten von Smartphones und fest verbauten Navigationssystemen für 416 Städte weltweit ausgewertet. Schätzungen zufolge war jedes siebte Automobil in Deutschland an der Datenerhebung beteiligt.

Deutsche Stau-Hauptstadt war wie im Vorjahr Hamburg (34 Prozent, plus ein Prozentpunkt) gefolgt von Berlin, Wiesbaden, München, Nürnberg und Stuttgart. Bonn, Kassel, Bremen und Frankfurt am Main vervollständigen die Top-Ten-Liste der Städte in Deutschland, in denen Autofahrer die meiste Zeit durch Verkehrsbehinderungen verlieren. Die von TomTom berechnete Prozentzahl zeigt, wie viel länger eine Fahrt als Folge des Staus dauert.

Besonders stark mit plus acht Prozentpunkten stieg der Stauwert in Wiesbaden an. Auch in Kiel wurden die Staus länger (plus fünf Punkte) Bremen gehörte mit minus drei Prozentpunkten zu den wenigen deutschen Städten, in denen der Verkehr 2019 etwas flüssiger lief als im Vorjahr.

Stauspitzen zeigen Pendlerverhalten

Auffällig bei der Betrachtung der Verkehrsmuster seien die ausgeprägten Stauspitzen am Morgen und am Abend, die ein erkennbares Pendlerverhalten belegen, erläuterte TomTom. "Viele Pendler wählen trotz zahlreicher alternativer Verkehrsangebote weiterhin das Auto, um in die Arbeit zu gelangen." Die Notwendigkeit einer Verkehrswende sei in der Gesellschaft zwar bewusst, jedoch fehle nach wie vor die notwendige Konsequenz, diese auch umzusetzen.

Auch beim Spitzenreiter Hamburg war die Verkehrsbelastung während der morgendlichen und abendlichen Rush Hour besonders hoch: Das Stau-Niveau lag morgens im Durchschnitt bei 54 Prozent, abends bei 61 Prozent. Diese Zahlen bedeuten, dass Autofahrer für eine Fahrt, die ohne Verkehrsbehinderungen 30 Minuten dauert, morgens 46 Minuten und abends 48 Minuten benötigten. Pendler im Raum Hamburg mussten am Donnerstagabend zwischen 16.00 und 17.00 Uhr mit den längsten Verzögerungen rechnen, in diesem Zeitraum hat TomTom dort das höchste Verkehrsaufkommen verzeichnet.

Im internationalen Vergleich stehen die Autofahrer in Deutschland aber nicht besonders lange im Stau. Für Bangalore in Indien berechnete TomTom einen Wert von 98 Prozent für die morgendliche Rush Hour, abends war dort der Wert mit 115 Prozent noch schlechter. In der philippinischen Hauptstadt Manila sind die Staus am Abend sogar noch länger (128 Prozent). Auf dem europäischen Kontinent ist die Verkehrsbelastung in Moskau (59 Prozent) am schlimmsten, gefolgt von Istanbul, Kiew und Bukarest. (dpa)

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