_ Der Allradantrieb heißt beim noblen Kompakt-SUV "E-Four". Drei Motoren speisen die Kraft für die Räder. Neben dem 2,5-Liter-Benziner agieren zwei Drehstrom-Synchronmotoren. Aber nicht nur beim Antrieb geht die Luxusmarke von Toyota einen eigenen Weg, wie der Ausflug mit dem Lexus NX 300h F-Sport zeigt.
Interieur
Der Japaner bietet so viele Details im Inneren, dass man schwer die Übersicht behält. Eine Armada an Knöpfen, hinter denen sich jede Menge Funktionen verbergen, Gimmicks wie der Spiegel in der Mittelkonsolen-Abdeckung und ein Touchpad, dessen Bedienung so ungewöhnlich ist, dass man sie gern mit dem Klischee der asiatischen Technikverrückheit erklären will, machen den NX zur kleinen Erlebniswelt. Wie schwere Ohrensessel im Lesesaal wirken die Ledersitze, die in jeder Art und Weise verstellt werden können und sich nach langer Tour folgendes Urteil verdient haben: nichts schmerzt, nichts schwitzt. Die edlen Materialien formieren sich zur Wohlfühl-Oase, in der sich alles ohne Anstrengung erreichen lässt, und die glänzenden Oberflächen erzeugen das Gefühl von kleinem Luxus.
Handling
+ In der Stadt ist das auffällige SUV nicht nur gern gesehen, sondern macht auch dem Fahrer Spaß. Der Allradler lässt sich souverän und präzise steuern. Wenn auch die Bremsen ein wenig mehr Entschlossenheit beim Fußtritt erfordern als bei anderen Premium-SUV. Das "h" im Namen, sprich die E-Motoren (143 PS vorn, 68 PS hinten), zeigt sich im Fahralltag recht selten. Es dominiert der 2,5-Liter-Benziner, dessen typisches Fauchen den wahren Öko-Fan irritiert, aber den Sportler freut. Im Inneren herrscht bis zum Erreichen des Höchsttempos (180 km/h) friedliche Ruhe. Hier erfüllt Lexus seinen eigenen Anspruch eindrucksvoll. Leider erreichen einige Details nicht ganz dieses Niveau. Wenn das Navi beispielsweise säuselt "fünf Kilometer weiter Sie fahren auf dieser Straße", entrückt beim Tester ein wenig der absolute Premiumgedanke.
Besonderheiten
Die besten Plätze im Hochbeiner sind im Fond, denn diese sind im Vergleich zum Front-Duo leicht erhöht. Für ein SUV ist die Rundumsicht recht gut. Dafür kostet das Beladen über die hohe Ladekante etwas mehr Kraft als bei manchem Konkurrenten. Die 197 PS Gesamtleistung werden vom Motoren-Trio erbracht und vom stufenlos variablen Automatikgetriebe (E-CVT) verteilt.
Verbrauch
Der Benziner ist halt kein Diesel: Dies klingt trivial, ist im Hybriden, der kaum auf die E-Motoren zurückgreift, aber Verbrauchsrealität. Am besten geht es im NX mit Tempomat und Abstandswarner voran. So rollt er wunderbar ruhig und verharrt unter der 10-Liter-Marke. Wird der Traumtänzer aber durch einen Tritt aufs Gaspedal geweckt, dann fängt der Verbrauchszeiger an zu wandern - ein Schnitt von 12,46 Litern war indes der größte Ausreißer auf der fast 2.500 Kilometer langen Gesamttour. Der Schnitt lag bei 9,8 Litern Kraftstoff - in dem Fall Super. ZumVergleich der Norm verbrauch des gut 1,9-Tonners: 5,2 l/100 km. Apropos hoch: Der Einstiegspreis für den F-Sport liegt bei 44.370 Euro.
Details
Stärken & Schwächen
Stärken- Nützliche Details (Extra-Spiegel, klassische Runduhr)- Viele Zurrösen im Kofferraum- Geringe Geräusche im InnerenSchwächen- Bedienkonzept des Touchpads braucht Übung- Verbrauch ist recht hoch (Gewicht und Benzinmotor)- Bremsleistung ist eher mäßig