Kia K4 Sportswagon im Test: Der Kombi ist noch lange nicht tot

27.05.2026 13:27 Uhr | Lesezeit: 3 min
Neuer Kia K4 Sportswagon in Fahrt.
© Foto: Kia

SUV hin oder her: Mit dem K4 Sportswagon zeigt Kia, dass der klassische Kombi noch immer seine Berechtigung hat. Das sind die Gründe.

Ob Ford Focus Turnier, Opel Astra Sports Tourer, VW Golf Variant, BMW 5er Touring oder Mercedes E-Klasse T-Modell: Kombis zählten in Deutschland lange zu den beliebtesten Karosserieformen – sowohl in der Kompakt- als auch in der Mittelklasse. Diese Zeiten sind jedoch weitgehend vorbei. Zu groß ist inzwischen die Strahlkraft der SUV und Crossover, die es heute in nahezu jeder Größe und Preisklasse gibt.

Dennoch sind die praktischen Lademeister nicht verschwunden. Kia zeigt mit dem neuen K4 Sportswagon, dass es den klassischen Kombi weiterhin gibt – sogar mit konventionellem Benziner. Und es gibt Grund genug: "Wir sind ein Mobilitätsanbieter, kein reiner Elektroautoanbieter", heißt es dazu bei Kia.


Kia K4 Sportswagon

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Geschmeidiger Antritt, souveräner Auftritt

Der neue Kia K4 Sportswagon ist ein 4,70 Meter langer Kompakt-Kombi und damit rund 25 Zentimeter länger als die fünftürige Limousine. Gebaut wird er allerdings nicht in Korea, sondern im mexikanischen Pesqueira. Kia bietet vier Motor-Getriebe-Kombinationen mit einem Leistungsspektrum von 115 bis 180 PS an.

Häufig kommt dabei die 7-Stufen-Doppelkupplungsautomatik zum Einsatz. Sie zeigte sich auf der Testrunde gelegentlich etwas unentschlossen, harmonierte insgesamt aber gut mit dem Motor. Weniger elegant wirkt dagegen der massive Gangwählhebel – das lässt sich heute durchaus filigraner lösen.

Der 150 PS starke 1,6-Liter-T-GDI-Benziner passt gut zum frontgetriebenen Testwagen, der im eleganten "Morgenbrise Grau" lackiert war – ein Aufpreis von 390 Euro. Der Motor bringt den K4 ordentlich in Schwung, auch wenn beim Kickdown akustisch schnell klar wird, wo die Leistungsgrenzen liegen. Drei Fahrmodi stehen zur Wahl. Besonders im Sport-Modus reagieren Gaspedal und Lenkung angenehm direkt.

Das Fahrwerk gibt sich ausgewogen und nicht zu straff, die Lenkung arbeitet präzise, und die 17-Zoll-Räder passen gut zum Gesamtcharakter. So lässt sich der K4 Sportswagon insgesamt sehr unkompliziert bewegen. Nach rund 200 Testkilometern zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 7,5 Litern an – ein ordentlicher, wenn auch nicht herausragender Wert. Das Fahrverhalten wurde übrigens im Kia-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim auf europäische Vorlieben abgestimmt.

Kia K4 Sportswagon: Bedienung weitgehend einfach

Auch bei der Bedienung bleibt der K4 Sportswagon angenehm unkompliziert. Schalter und Tasten für Fensterheber, Außenspiegel oder Scheibenwischer sitzen dort, wo man sie erwartet. Die häufig nervenden Assistenzwarnungen lassen sich über eine konfigurierbare Favoritentaste am Lenkrad schnell aufrufen und ebenso einfach deaktivieren.

Nicht ganz optimal gelöst ist die Klimabedienung. Einige Einstellungen, die auch über den 12,3 Zoll großen Touchscreen vorgenommen werden können, liegen teilweise hinter dem Lenkradkranz und sind deshalb nicht ideal erreichbar. Sehr gut platziert sind dagegen die beiden USB-C-Anschlüsse vorne in der Mittelkonsole. Die Smartphone-Anbindung funktionierte im Test zudem kabellos und problemlos.

Viel Platz und gute Serienausstattung

Das wohl wichtigste Argument für einen Kombi bleibt der Laderaum. Der Kia K4 Sportswagon bietet hier ein ordentliches Volumen von 604 bis 1.439 Litern. Praktisch – nicht nur für Dienstwagenfahrer: Der Gepäckraum ist serienmäßig mit Gepäcknetzösen ausgestattet.  Insgesamt stehen vier Ausstattungslinien zur Wahl. Schon die Basisversion Core bietet unter anderem

  • Smart-Key
  • LED-Scheinwerfer
  • Rückfahrkamera
  • elektrisch anklappbare und beheizbare Außenspiegel
  • USB-C-Anschlüsse vorne und hinten

Auch eine umfangreiche Auswahl moderner Assistenzsysteme ist serienmäßig an Bord, darunter Autobahnassistent, intelligenter Geschwindigkeitsassistent, Spurhalteassistent und Spurfolgeassistent. Die gehobenere (und gefahrene) Ausstattung Spirit startet bei 37.490 Euro und bietet zusätzlich einen Fahrersitz mit elektrisch einstellbarer Lendenwirbelstütze, bequeme Sitzbezüge in Lederoptik sowie ein empfehlenswertes Gepäckraum-Trennsystem.

Wie andere Kia-Modelle kann auch der K4 Sportswagon per Over-the-Air-Updates aktualisiert werden. Kartenmaterial sowie Infotainment- und Fahrzeugsoftware sind im ersten Jahr kostenlos updatefähig, danach wird der Dienst kostenpflichtig. Ebenfalls typisch Kia: die Herstellergarantie über sieben Jahre beziehungsweise 150.000 Kilometer.

Fazit Kia K4 Sportswagon

Der Kia K4 Sportswagon ist ein angenehm unaufgeregter, geräumiger und gut ausgestatteter Kompakt-Kombi. Er fährt ausgewogen, bietet viel Platz und bleibt in der Bedienung weitgehend unkompliziert. Kleine Schwächen bei Getriebeabstimmung und Klimabedienung ändern wenig daran: Wer keine Lust auf SUV hat, findet hier eine praktische, funktionale und frische Alternative.

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