Das Kraftfahrzeuggewerbe Nordrhein-Westfalen kritisiert einen aktuellen Werbenewsletter von A.T.U. Laut einer Verbandsmitteilung vom Mittwoch verglich die Werkstattkette in der Kampagne Anfang Juni die Preise von bundesweit 34 Kfz-Unternehmen mit dem eigenen Angebot. "Damit setzt A.T.U in der Werbung um Werkstattkunden auch weiterhin auf die Kernaussage, der Billigste am Markt zu sein", schreibt der Verband. Das heize den Autoreparaturmarkt weiter an.
Das Kfz-Gewerbe stößt sich daran, dass die Werkstattkette seit Jahren vornehmlich nur mit einigen Dienstleistungen und nicht mit dem Gesamtspektrum der Automobilinstandsetzung lockt. Da A.T.U mit dem "äußerst aggressiven Preiskampf bisher wirtschaftlich erfolglos" geblieben sei, sei es erstaunlich, dass das angeschlagene Unternehmen an seiner Preiskampfpolitik festhalte. "Preisaggressive Werbung mit einem Schmalspurdienstleistungsangebot und negative Erfahrungsberichte führen bei der Mehrheit der Autofahrer zu der Wahrnehmung, 'die können nur billig'", findet der Verband.
Das Kraftfahrzeuggewerbe NRW hat ein angespanntes Verhältnis zu A.T.U. Im April hatte die Werkstattkette Landesverbandspräsident Ernst-Robert Nouvertné wegen der Kritik an der Preispolitik des Konzerns abgemahnt. Der Branchenvertreter hatte A.T.U vorgeworfen, auf dem Markt dauerhaft unter Einstandspreis anzubieten (wir berichteten).
Bereits im März 2013 lockten die Weidener mit einer "Tiefstpreis-Garantie" für Ersatzteile inklusive Einbau. Sie unterfütterten die Kampagne mit einem großen Preisvergleich im Internet. Der stellte verschiedene A.T.U-Angebote denen von regionalen Vertragshändlern gegenüber, wobei A.T.U die Namen der Autohäuser nannte. (se/kak)