ADAC-Studie: Umweltzonen sind wirkungslos

02.06.2009 12:06 Uhr
Der ADAC bezweifelt die Wirksamkeit von Umweltzonen - die zuständigen Behörden halten die Zonen dagegen für sinnvoll.
© Foto: Michael Gottschalk/ddp

Die Einführung von Umweltzonen in deutschen Städten hat laut einer aktuellen Studie des ADAC zu keiner nennenswerten Verbesserung der Luftqualität geführt. Dabei wurden die Schadstoffbelastungen vor und nach der Einführung der Fahrverbotszonen untersucht. Um den Einfluss der Witterung auf die Messergebnisse auszuschließen, wurde die Untersuchung in benachbarten Städten durchgeführt. Darunter war jeweils eine Stadt, die im Frühjahr 2008 eine Umweltzone eingeführt hat, während die andere keine Fahrverbote festlegte. Analysiert wurden die Werte von verkehrsnahen innerstädtischen Messstationen der Städte Berlin und Potsdam sowie Mannheim und Ludwigshafen/Karlsruhe. In Berlin, wo seit dem Frühjahr 2008 eine Umweltzone eingerichtet ist, verzeichneten die Messstationen im Vergleich zu 2007 uneinheitliche Feinstaubkonzentrationen. So schwankten die Werte zwischen plus 5 Prozent und minus 4,7 Prozent, war einer Mitteilung des ADAC zu entnehmen. Nur geringfügig variierten die Werte im rund 30 Kilometer entfernten Potsdam, das keine Umweltzone errichtet hat. Hier betrug die Änderung zum Vorjahr zwischen 2,1 Prozent Zunahme und 1,9 Prozent Abnahme. Eine Untersuchung der ebenfalls schädlichen Stickoxidkonzentration legten nach ADAC-Angaben ähnliche Rückschlüsse nahe. Vergleichbare Ergebnisse lieferte auch die gleiche Untersuchung in den Städten Mannheim (Umweltzone seit 2008) und Ludwigshafen/Karlsruhe (keine Umweltzone). Angesichts der teils massiven Einschränkung der Mobilität von Anwohnern und Handwerksbetrieben durch die wirkungslosen Fahrverbote, fordert der ADAC daher weiterhin die Abschaffung der Umweltzonen. ADAC-Einschätzung ist umstritten Zu einem anderen Schluss war noch vor einem Monat das Verwaltungsgericht in Hannover gekommen. Das Gericht wies eine Klage gegen die Umweltzone der niedersächsischen Landeshauptstadt mit der Begründung zurück, die Zone sei geeignet die Luftverschmutzung zu reduzieren. Gestützt wurde diese Einschätzung durch eine Analyse des Berliner Umweltsenats: Dort war der Ausstoß von Dieselpartikeln im vergangenen Jahr gegenüber 2007 um bis zu 22 Prozent gesunken, erklärte die Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) am 15. April (wir berichteten). (msh)

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