Der deutsche Automarkt hat sich im Mai 2026 zweigeteilt gezeigt. Während gewerbliche Kunden weiterhin zurückhaltend agieren, sorgt der Privatmarkt erneut für Wachstum. Wie aus einer aktuellen Auswertung von Dataforce hervorgeht, stieg die Zahl der privaten Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,4 Prozent auf 85.155 – der vierte Zuwachs in Folge trotz angespannter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Diese Entwicklung stabilisiert den Gesamtmarkt. Insgesamt wurden im Mai 239.448 Pkw neu angemeldet, ein leichtes Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (wir berichteten). Dabei ist zu berücksichtigen, dass in diesem Jahr zwei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen.
Andere Marktsegmente entwickelten sich hingegen rückläufig. Der Flottenmarkt verlor 5,5 Prozent an Volumen (62.234 Einheiten), im Fahrzeugbau lag das Minus sogar bei 7,7 Prozent (21.731 Neuwagen). Auch der Handel verzeichnete einen Rückgang von 3,8 Prozent bei insgesamt 34.961 Eigenzulassungen. Lediglich die Autovermieter konnten leicht zulegen und steigerten ihre Zulassungen um 0,9 Prozent auf 35.367 Stück.
Förderprämie gibt entscheidenden Impuls
Im Privatmarkt wirkt sich laut Dataforce vor allem die neue Förderprämie aus, die im Mai erstmals offiziell beantragt werden konnte. Sie gilt als wesentlicher Treiber für die starke Nachfrage. Der Anteil reiner Elektroautos stieg auf 36,4 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert des laufenden Jahres.
Unterstützt wird die Entwicklung durch gestiegene Kraftstoffpreise sowie ein wachsendes Angebot an vergleichsweise günstigen Elektromodellen. "Beide Faktoren verstärken sich gegenseitig und beschleunigen den Wandel im Antriebsmix", erklärte Julian Litzinger, Automotive Analyst bei Dataforce. Im Privatsegment wurden rund 16.000 mehr Elektroautos zugelassen als im Mai des Vorjahres. Gleichzeitig ging die Zahl der Diesel- und Benzin-Pkw um etwa 11.000 zurück.
Im Flottengeschäft zeigt sich ein ähnlicher Trend, allerdings auf niedrigerem Niveau. Zwar verloren Verbrenner auch hier rund 8.000 Einheiten, doch der Zuwachs bei Elektroautos – etwa 3.400 zusätzliche Fahrzeuge – konnte den Rückgang nicht kompensieren.
Auffällig ist zudem die Entwicklung im Fahrzeughandel. Hier legten insbesondere Plug-in-Hybride zu. Dataforce sieht darin Hinweise, dass Hersteller – darunter verstärkt auch chinesische Marken – entsprechende Modelle verstärkt über Händler zulassen. Insbesondere bei BYD war demnach ein solches Vorgehen zuletzt häufiger zu beobachten.
Markt bleibt angespannt
Trotz der positiven Impulse aus dem Privatkundengeschäft ist die Marktentwicklung verhalten. Die Investitionszurückhaltung vieler gewerblicher Akteure dämpft weiterhin die Dynamik. Litzinger: "Insgesamt bleibt die Lage am Automarkt immer noch angespannt, da sich vor allem Flotten momentan lieber zurückhalten. Dennoch passiert einiges, vor allem in Richtung der Antriebswende."