Steigende Betriebskosten und zunehmender Margendruck prägen laut der Flottenmanager von Webfleet weiterhin die die Arbeit in den Fuhrparks in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Jahr 2026. Zentrale Voraussetzung für eine wirksame Kostenkontrolle ist demnach die Transparenz über Fahrzeugbewegungen, Einsatzzeiten und Standzeiten. Nur wenn diese Daten vorliegen, lassen sich Kostenfaktoren schnell erkennen, beeinflussen und gegensteuern.
"Der größte Hebel liegt darin, sichtbar zu machen, was im Fuhrpark tatsächlich passiert", sagt Wolfgang Schmid, Head of Central Region bei Webfleet. Ohne digitale Datengrundlage blieben viele Kostentreiber verborgen, etwa unproduktive Standzeiten oder ineffiziente Einsatzmuster.
Integrierte Systeme ersetzen Insellösungen
Neben der Datenerfassung gewinnt die Integration digitaler Lösungen in betriebliche Prozesse an Bedeutung. Disposition, Wartung, Controlling und Einkauf profitieren laut Webfleet von durchgängigen Systemen, die manuelle Arbeitsschritte reduzieren und Medienbrüche vermeiden. Einzelne Insellösungen würden zunehmend durch integrierte Plattformen ersetzt, die relevante Informationen automatisiert bereitstellen.
Diese Kombination aus Transparenz und Prozessintegration wirke sich messbar aus – unter anderem durch geringere Total Cost of Ownership, weniger ungeplante Ausfallzeiten und eine effizientere Einsatzplanung.
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Auch Nachhaltigkeit bleibt ein wichtiger Faktor im Flottenmanagement. Jede vermiedene Fahrt senkt den Ressourcenverbrauch. Digitale Routen- und Einsatzplanung kann helfen, Leerfahrten zu reduzieren und Fahrzeuge besser auszulasten.
Die Elektrifizierung von Flotten bleibt ebenfalls relevant, wird jedoch weiterhin durch infrastrukturelle Hürden gebremst. Fehlende Ladepunkte, hohe Investitionskosten und lange Genehmigungsprozesse erschweren den Umstieg. Nach Einschätzung von Webfleet liegt das größte wirtschaftliche Potenzial im Depotladen, nicht im öffentlichen Ladenetz. Viele Unternehmen setzen daher weiterhin auf eine längere Nutzung bestehender Fahrzeuge.
Wartung als zentraler Kostenfaktor
Vor diesem Hintergrund gewinnt die vorausschauende Wartung weiter an Bedeutung. Mithilfe von Fahrzeug- und Betriebsdaten sowie KI-gestützten Analysen lassen sich Wartungsbedarfe frühzeitig erkennen und besser planen. Ziel ist es, unnötige Werkstattaufenthalte ebenso zu vermeiden wie kostenintensive Schäden durch verspätete Wartung. Automatisierte Wartungsplanung, digitale Schadenabwicklung und ein nahtloser Datenaustausch zwischen Systemen entlasten laut Webfleet Disponenten und senken den administrativen Aufwand.
Digitalisierung steigert Effizienz
Digitale Flottenlösungen können laut Schmid messbare Einsparungen ermöglichen, etwa durch optimiertes Fahrverhalten mit Einsparpotenzialen von acht bis zehn Prozent. Gleichzeitig profitieren Mitarbeitende von klareren Abläufen und verlässlicheren Planungen.
Damit entwickelt sich Digitalisierung im Flottenmanagement 2026 zunehmend von einem IT-Thema zu einem betriebswirtschaftlichen Faktor für Effizienz, Kostenkontrolle und Wettbewerbsfähigkeit.