Die Unionsfraktion im Bundestag hat Widerstand gegen eine höhere Beimischung von Pflanzensprit in Benzin angekündigt. Der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, sagte der "Financial Times Deutschland" (Donnerstag): "Ich habe zusammen mit (Fraktionschef) Volker Kauder klar gemacht, dass wir die Erhöhung des Beimischungszwangs wie derzeit geplant nicht hinnehmen werden." Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will im nächsten Jahr den Beimischungsanteil von heute fünf auf zehn Prozent anheben und gemäß Vereinbarung mit CSU-Agrarminister Horst Seehofer und der Automobilindustrie bis 2020 auf 20 Prozent. "Da ist Gabriel vorgeprescht, ohne zu wissen, was er damit anrichtet", meinte Ramsauer. "Nach heutigem Stand würde die höhere Beimischung zu einer drastischen Belastung von Autofahrern führen." Ramsauer rechnet mit Mehrkosten von sechs bis acht Cent pro Liter Benzin. Gabriel will ungeachtet der zunehmenden Kritik am Ausbau der Biokraftstoffe festhalten. Wichtig sei dabei, dass sich dies am tatsächlichen Klimaschutzbeitrag dieses Energiepflanzeneinsatzes orientieren müsse, sagte Gabriel am Donnerstag im Bundestag in der Debatte über einen Teil des Klimaschutz- und Energiepakets der Bundesregierung. Der Ausbau des Beimischungsanteils von Biosprit zum herkömmlichen Kraftstoff komme allerdings erst in Frage nach einer Überprüfung der Folgen für die Motoren in älteren Kraftfahrzeugen. (dpa)
Biosprit: Union gegen höhere Beimischung
"Werden Erhöhung wie derzeit geplant nicht hinnehmen" / Gabriel verteidigt Strategie