-- Anzeige --

BMW: Der X6 bleibt schräg

14.10.2014 08:30 Uhr
Höheres Niveau: Beim X6 schwingt die distinktive Dachlinie jetzt dynamischer zum Heck ab, sodass in dem Fünfsitzer tatsächlich auch Erwachsene im Fond etwas komfortabler sitzen
© Foto: BMW

-- Anzeige --

Vielleicht wollte die Konkurrenz aus Stuttgart oder Ingolstadt einfach abwarten, wie diese zunächst kuriose Vermählung zwischen Geländewagen und Coupé beim Publikum ankommt? Sechs Jahre und 260.000 Einheiten später darf man getrost feststellen, dass der BMW X6 ein Bestseller wider Erwarten ist. Er findet seine Fangemeinde aber vor allem in den USA und in China. Jetzt hat BMW die zweite Generation des Crossover vorgestellt, die Anfang Dezember bei den Händlern stehen wird. Das gereifte Design hat unter anderem dem Heck viel von seiner früheren Wucht genommen. Das SUV mit der Dachlinie eines Coupés startet Anfang Dezember mit drei Motoren, dem Benziner xDrive50i mit 4,4-Liter und V8-Biturbo, dem besonders in Europa populären Diesel xDrive30d und dem gleich dreifach aufgeladenen Topmodell M50d. Der neue X6 wird mit Nettopreisen ab 55.200 Euro (für den kleinen Selbstzünder) und 73.400 Euro für den Triturbo angeboten.

Über die soziale Akzeptanz dieses BMW mag zwar noch diskutiert werden. Aber wenn man die Gelegenheit bekommt, mit dem X6 einmal durch die engen Kurven eines Rundkurses zu jagen oder ihn alternativ den landschaftlichen Schikanen eines Offroad-Parcours auszusetzen, dann verblüfft er beide Male mit Eigenschaften, die so vielleicht auch viele seiner Käufer von diesem Mix aus Design und Unvernunft nicht erwartet hätten. Dass sich diese hoch aufgebauten 2,2 Tonnen (21 Zentimeter Bodenfreiheit) kompakt, nahezu ohne Schwanken, mit schnellen Richtungswechseln steuern lassen, verdankt sich nicht nur der Allradtechnologie xDrive, die er vom X5 übernommen hat.

Gelungene Getriebeabstimmung
Neben dieser serienmäßigen variablen Kraftverteilung zwischen den beiden Achsen, gibt es für den neuen X6 eben auch eine Reihe von Fahrwerkspaketen, die beispielsweise mit optionaler Wankstabilisierung oder der Hinterachsluftfederung dem Riesen tatsächlich den sportlichen Hauch eines Coupés verleihen. Sowohl der xDrive50i mit seinem Drehmoment von 650 Newtonmeter und das Topmodell M50d mit gesteigerten 740 Newtonmeter standen für die schnellen Runden zur Verfügung. Bei beiden Hochleistungstriebwerken beeindruckt wie immer bei BMW das flüssig kraftvolle Zusammenspiel mit dem Getriebe, in diesem Fall die überarbeitete Achtgangautomatik Steptronic Sport.

Die Ingenieure haben den Crossover aber nicht nur auf vorwärts treibende Dynamik ausgelegt. In einem kleinen Offroad-Testparcours, gespickt mit den typischen Verschränkungen, Schrägfahrten und steilen Auf- und Abfahrten, konnte der X6 ebenfalls beweisen, dass mehr in ihm steckt, als das Potenzial, ein exklusives Skiresort zu erreichen. Über das zentrale Menü lässt sich in diesen nicht-alltäglichen Situationen verfolgen, wie die Vernetzung von klassischer Allradtechnik und diversen elektronischen Traktionstechnologien diese Herausforderungen meistert, sei es sich Richtung 40 Grad zu neigen oder mit einem Rad in der Luft dennoch die Kräfte so zu steuern, dass der Koloss weiter klettern kann.

Auf Werksausflug
Diese Erlebnisse dürften aber auch bei den sportlich ambitionierteren X6-Kunden eher die Ausnahme sein. Dafür zeigte der Crossover bei ersten Testfahrten rund um Spartanburg, weshalb er so erfolgreich ist. Im Werk im US-Bundesstaat South Carolina werden bis auf den X1 alle anderen der wachsenden xDrive-Familie gebaut. Auch der kommende Gigant X7, der vor allem in den USA eine Lücke schließen wird, soll natürlich hier montiert werden. Derzeit werden jährlich rund 360.000 Einheiten hier im Herz der Südstaaten produziert. Mit einer geplanten Kapazität von 450.000 wird die Fabrik am Rande der Kleinstadt zur größten Fertigung BMWs aufsteigen.

Im Umfeld des American Way of Drive wirkt das knapp unter fünf Meter lange Fahrzeug längst nicht so auffällig wie in der Alten Welt. Auf Straßen, die sich der X6 mit den massigen SUV und Pick-Up teilt, wird die coupéhafte Form eher noch betont. Und auch das fällt auf: mit diesem Design besitzt BMW noch ein Alleinstellungsmerkmal. Das wird sich ab 2015 ändern, wenn mit Mercedes der erste Konkurrent einen SUV mit abgeschrägtem Dach vorlegt.

Beim X6 schwingt diese distinktive Dachlinie jetzt dynamischer zum Heck ab, wobei auch das Kunststück gelungen ist, dass in dem Fünfsitzer tatsächlich auch Erwachsene im Fond etwas komfortabler sitzen. Neben der Effizienz der leistungsgesteigerten Motoren, die laut BMW Einsparungen bis zu 22 Prozent bringen, trägt auch das Design bei aller Extravaganz seinen Teil zur Wirtschaftlichkeit bei. Veränderte Formen der Heckleuchten beispielsweise, eine optimierte Abrißkante sowie neue seitliche Öffnungen, welche die Luft ohne Verwirbelungen an den Vorderrädern (serienmäßig 19-Zoll) vorbeiführen, sind quasi als ästhetische Sparmeister gestaltet.

Eleganz oder Extravaganz
Im Interieur herrscht gehobene sportlich Eleganz und die eher horizontale Linienführung, wie man sie von BMW kennt. Wem das nicht genug ist, der kann für über 3.400 Euro das Designpaket Pure Extravaganz mit zweifarbigem Leder und Holzfurnieren aus amerikanischer Eiche bestellen. Der Kunstbegriff Sports Activity Coupé im Gegensatz zum Sports Utility Vehicle mag zwar einst im Marketing von BMW ersonnen worden sein. aber bei dieser zweiten Generation ist das widersprüchliche Konzept aufgegangen. (Alexandra Felts/sp-x)


BMW X6 (2015)

BMW X6 (2015) Bildergalerie

-- Anzeige --
-- Anzeige --

MEISTGELESEN


-- Anzeige --

STELLENANGEBOTE


-- Anzeige --

KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Autoflotte ist die monatlich erscheinende Fachzeitschrift für den Flottenmarkt im deutschsprachigen Raum. Zielgruppe in diesem wachsenden Markt sind die Fuhrpark-Entscheider in Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen mit mehr als zehn PKW/Kombi und/oder Transportern. Vorstände, Geschäftsführer, Führungskräfte und weitere Entscheider greifen auf Autoflotte zurück, um Kostensenkungspotenziale auszumachen, intelligente Problemlösungen kennen zu lernen und sich über technische und nichttechnische Innovationen zu informieren.