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Bulli unter Strom

Für die vollelektrische Variante des T6.1 arbeitet Volkswagen mit dem Umbauspezialisten ABT zusammen. Die Kemptener rüsten den Transporter von Diesel auf Elektro um, aber ohne das Hochdach- und Fahrgestell.


Datum:
01.10.2020
Autor:
bj
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Das war ein kurzes Gastspiel: Nach nur fünf Monaten Produktionszeit geht der E-Caddy von ABT schon wieder in Rente. Der basiert schließlich noch auf dem 4er-Modell, dessen Produktion bei Volkswagen bereits ausgelaufen ist, um dem völlig neu entwickelten Caddy-Nachfolger Platz zu machen. Die dadurch entstehende Lücke soll der größere Transporter T6.1 schließen, den ABT ebenfalls im Auftrag von VW auf Elektro umrüstet.

Geboren als normaler Diesel

Technik und Konzept werden dabei weitgehend vom kleineren Bruder Caddy übernommen. Auch der T6.1 erblickt zunächst als klassische Dieselversion das Licht der Transporter-Welt, bevor er bei ABT nachträglich auf Elektro umgerüstet wird. Der Verbrenner - der im Anschluss wieder ans Werk zurückgeht - macht Platz für einen 83 kW und 200 Newtonmeter starken E-Motor von Bosch. Ansonsten bedient sich der Kemptener Fahrzeugumbauer aus dem VW-Regal, beispielsweise beim größeren E-Crafter, und verwendet möglichst viele bestehende Komponenten des T6.1.

Ein Beispiel ist das DSG-Getriebe, das seinen angestammten Platz behält und die Antriebskraft des Stromers in den Fahrstufen 1 bis 3 übersetzt. Entsprechend kurz gestuft fällt die erste Fahrstufe aus und ist der bis zu 1,5 Tonnen zulässigen Anhängelast des Stromers geschuldet. Im Solobetrieb wählt die Elektronik bei moderater Beschleunigung daher schon bei Tempo 40 in die höchste Fahrstufe, was kaum spürbar geschieht, aber der Anzeige im Zentraldisplay jederzeit zu entnehmen ist. Anders beim Fahren mit Bleifuß oder im Kick-down-Modus: Hier können die Zahnräder auch schon mal mit einem deutlichen Rucken einrücken.

Aber solche Vollgasmanöver zehren unnötig am Energievorrat der am Unterboden montierten 37,3-kWh-Akkus, die laut ABT für eine Reichweite von bis zu 138 Kilometern nach WLTP genügen. Nach unserer Meinung ist das eher konservativ gerechnet, denn die Reichweite des Testfahrzeugs wies mit 165 Kilometern einen deutlich höheren Wert aus. Den Stromverbrauch gibt ABT mit minimal 27,0 kWh/100 km nach WLTP an. Nachgeladen wird mit Wechselstrom an der 7,2-kWh-Wallbox in rund sechs Stunden oder per Gleichstrom-Schnellladung mit 50 kW in 45 Minuten auf 80 Prozent der Batteriekapazität.

Nach eigener Aussage widmete ABT der Crash-Sicherheit des Strom-Bullis große Aufmerksamkeit, vor allem der seitliche Pfahlaufprall sei für die Batterie gefährlich. Zusätzliche Versteifungen am Unterboden und ein massiver, 42 Kilogramm schwerer Stahlschutzrahmen sollen hier die nötige Sicherheit locker gewährleisten.

Die Crash-Sicherheit ist übrigens gleichzeitig der Grund dafür, dass der ABT-E-Transporter aufgrund der dann fehlenden Karosseriestruktur nicht als Fahrgestell erhältlich ist. Ebenfalls ausgenommen sind die Hochdachversionen, dafür ist der lange Radstand bei Kastenwagen, Kombi und Caravelle immer gesetzt.

Gesetzt ist für Kunden auch das Zweirechnungsgeschäft (Basisfahrzeug/Elektrifizierung) beim ab 44.990 Euro startenden Stromer. Oder man wählt die Option Leasing über Volkswagen Financial Services. Das beginnt bei 399 Euro/Monat (36 Monate, 30.000 Kilometer) mit einer Anzahlung von 7.360 Euro, was in etwa dem Umweltbonus (7.500 Euro) entspricht.

VW T6.1 Abt e-Transporter

Preis: ab 44.900 EuroSynchron-Elektromotor (Bosch) Dreigang-Automatik (DSG) | Frontantrieb | 83 kW/113 PS | 200 Nm 90 km/h (optional 120 km/h) Unterflur-Lithium-Ionen-AkkusKapazität: 37,3 kWhLaden: mit 7,2 kW in 6 Stunden mit 50 kW in gut einer StundeReichweite: 138 km (WLTP)Batteriegewicht: 333 kgNutzlast: bis zu 1.096 kg 5.304 x 1.904 x 1.990 mmAlle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer

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