Der französische Flottendatenspezialist Echoes verstärkt seine Aktivitäten in Deutschland. Das Unternehmen bündelt Fahrzeugdaten unterschiedlicher Hersteller auf einer zentralen Plattform und stellt diese für Fuhrparkmanagement sowie die Anbindung an Unternehmenssysteme bereit. Echoes wurde 2017 gegründet, gehört seit 2024 zur Moving Intelligence Group und arbeitet nach eigenen Angaben unter anderem mit Mietwagenanbietern, Leasinggesellschaften sowie Unternehmensflotten zusammen.
OEM-Daten, das Gold der Hersteller
Im Mittelpunkt des Angebots steht die Nutzung von OEM-Daten. Gemeint sind Informationen, die moderne Fahrzeuge bereits über die Konnektivitätsdienste der Autohersteller bereitstellen. Dazu zählen je nach Marke und Modell unter anderem Kilometerstände, Wartungsinformationen, technische Warnmeldungen, Fahrzeugzustand oder Kraftstoff- und Ladedaten. Ziel ist es, diese Daten markenübergreifend für das Flottenmanagement nutzbar zu machen.
Anders als klassische Telematikanbieter setzt Echoes dabei zunächst auf die im Fahrzeug vorhandene Konnektivität. Wo entsprechende Herstellerschnittstellen verfügbar sind, können Fahrzeuge ohne zusätzliche Hardware angebunden werden. Das soll insbesondere bei gemischten Fuhrparks oder häufig wechselnden Fahrzeugbeständen den Flottenprozess vereinfachen. Für spezielle Anwendungen wie erweiterte Sicherheitsfunktionen oder den Diebstahlschutz können zusätzliche Geräte weiterhin erforderlich sein.
Nach Angaben des Unternehmens liegt der Schwerpunkt nicht allein auf dem Zugriff auf Fahrzeugdaten, sondern auf deren Vereinheitlichung. Daten unterschiedlicher Hersteller werden in ein gemeinsames Datenmodell überführt, damit Fuhrparkverantwortliche markenübergreifend mit einheitlichen Informationen arbeiten können. Echoes verweist dabei auf mehr als 30 OEM-Integrationen in Europa und eine nach eigenen Angaben hohe Abdeckung jüngerer Fahrzeugbestände. Die Zahl der angebundenen Hersteller soll weiter wachsen. Zur Einordnung: Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 70 Automarken.
Gemeinsame Auswertung, unabhängig vom Antrieb
Mit zunehmender Elektrifizierung von Unternehmensflotten gewinnt eine einheitliche Datengrundlage an Bedeutung. Verfügbare Daten von Verbrennern, Plug-in-Hybriden und Elektrofahrzeugen können gemeinsam ausgewertet werden. Das soll unter anderem die Wartungsplanung erleichtern, die Fahrzeugverfügbarkeit transparenter machen und die Kostenkontrolle unterstützen.
Neben der Flottenmanagementlösung Car Fleet bietet Echoes mit Car Collect eine Programmierschnittstelle (API) an, über die Fahrzeugdaten verschiedener Hersteller in bestehende ERP- (Ressourchenplanung), IoT- oder Flottenmanagementsysteme integriert werden können. Die Fahrzeugdaten sollen dadurch nicht nur in einer separaten Telematikanwendung verfügbar sein, sondern in bestehende Unternehmensprozesse einfließen.
Für Fuhrparkleiter dürfte dabei vor allem die Frage interessant sein, wie weit sich klassische Telematik-Hardware künftig tatsächlich ersetzen lässt und welche Daten die einzelnen Hersteller überhaupt freigeben. Die Antworten darauf hängen maßgeblich von den jeweiligen OEMs, deren Schnittstellen und dem Ausbaustand ihrer Connected-Vehicle-Dienste ab. Genau darüber spricht Sascha Hribar, Sales Director DACH bei Echoes, im folgenden Interview.