EU-Kommission: Keine Tests für Senioren am Steuer

11.05.2011 11:32 Uhr
Die EU will auch künftig keine regelmäßigen Fahrtüchtigkeitstests für ältere Autofahrer durchführen.

Die EU-Kommission plant derzeit keine Tests für ältere Autofahrer. Das sagte eine Sprecherin von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am Mittwoch (11. Mai) in Brüssel. Sie wies damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung zurück. Die Zeitung hatte berichtet, die EU-Kommission prüfe die Einführung regelmäßiger Fahrtüchtigkeitstest für ältere Autofahrer. Von 2013 an kommen allerdings die neuen EU-Führerscheine auch in Deutschland - und die haben nur eine begrenzte Gültigkeit von 15 Jahren. Die EU-Länder entscheiden aber für sich, ob die Erneuerung des "Lappens" eine ärztliche Untersuchung voraussetzen soll. Das Bundesverkehrsministerium hatte dies im vergangenen Sommer zurückgewiesen. Vorschriften aus Brüssel soll es dazu nicht geben, betonte die Sprecherin. Dennoch gehe von älteren Menschen im Straßenverkehr ein erhöhtes Risiko aus - in den meisten Fällen allerdings für sie selbst. Das sei "generell anerkannt", sagte die Sprecherin. Nach Angaben der Kommission enden Verkehrsunfälle für über 75-Jährige häufiger mit dem Tod als für jüngere Autofahrer: Ihre Sterblichkeit ist den Angaben zufolge fünf Mal so hoch wie beim Durchschnitt; ihre Verletzungsquoten sind doppelt so hoch. Das liegt laut Kommission auch an ihrem häufig reduzierten See-, Hör- oder Reaktionsvermögen. Anderseits gleichen viele ältere Fahrer das mit langjähriger Erfahrung am Steuer aus. Aktuelle Studien mit Senioren am Steuer Um Wege für mehr Verkehrssicherheit zu finden, laufen aktuell zwei Studien, die sich insbesondere mit älteren Autofahrern befassen, so die Sprecherin. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Der Vorsitzende der CDU-Senioren-Union, Otto Wulff, reagierte am Mittwoch auf die Gerüchte um Tests für Senioren am Steuer: "Auch die ältere Generation hat ein Recht auf Mobilität." Solche Pläne seien diskriminierend. Der FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic mahnte, man dürfe ältere Autofahrer nicht unter Generalverdacht stellen. (dpa)

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