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Fiat Ducato: Ciao Bello? Ne. Aber stark ist er

Das 180 PS starke Aggregat bietet durchgehend eine ordentliche Beschleunigung.
© Foto: Fiat

Seit 40 Jahren findet man den Transportallrounder aus dem Hause Fiat mittlerweile schon auf dem Markt. Autoflottes Schwestermagazin VerkehrsRundschau hat die neue Starkversion auf den Prüfstand gestellt.


Datum:
20.05.2022
Autor:
Fabian Faehrmann
Lesezeit:
7 min
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"Enjoy it, it's massive". Mit diesen Worten hatte uns ein Fiat-Mitarbeiter bei einem Fahr-Event bei Mailand den neuen Fiat Ducato mit kräftigen 180 PS übergeben. Ebenjenes Modell hatte die Verkehrs-Rundschau nun als Testwagen für eine Reichweitenerprobung. Wie "massive" sich der Transporter im Einsatz darstellt? Sie dürfen gespannt sein.

Zunächst ein paar Worte zum neuen Ducato: Der Evergreen wurde im vergangenen Jahr zum 40. Geburtstag teilweise neu aufgelegt. Verändert sind einige optische Details. So prangt auf der Motorhaube unübersehbar ein breiter Fiat-Schriftzug, außerdem erhielt der Transporter mit dem Multijet 3 ein neues, 2.184 Kubikzentimeter fassendes Aggregat unter der Motorhaube. Zusätzlich spendiert Fiat dem Modell nun eine Handvoll Assistenten und Gimmicks wie einen digitalen Rückspiegel.

Nachdem in Italien nur Zeit für ein paar Runden auf dem Testgelände blieb, lag der Wunsch nach einer umfangreichen Verbrauchsfahrt nahe. Deshalb wurde der Ducato mit 800 Kilogramm Gewicht in Form von Sandsäcken beladen und durfte sich auf einer knapp 150 Kilometer langen Testrunde im Süden Münchens beweisen. Die Route führt zu Teilen über die Autobahn und durch Ortschaften, meist waren wir aber auf Landstraßen unterwegs.

Spiel mit dem Gaspedal

Der erste Blick gebührt dem neuen Motor. Das 180 PS starke Aggregat bietet durchgehend eine ordentliche Beschleunigung und lässt glatt die Ladung in Vergessenheit geraten. Selbst bei Bergauf-Fahrten hat der Fahrer nicht das Gefühl, mit der Steigung kämpfen zu müssen. Denn das Gaspedal bietet immer, wenn man sich schon am Boden angekommen fühlt, noch ein bis zwei Zentimeter Restspiel, die schließlich den Unterschied machen und das Tempo konstant hochhalten. Die Schaltvorgänge erledigt das Automatikgetriebe schnell, unaufgeregt und für den Fahrer kaum spürbar. Neun Vorwärtsgänge stehen dem Ducato zur Verfügung - echter Luxus, der den Fahrkomfort unterstützt.

Angenehm hervorzuheben ist zudem die Lenkung des Transporters, die ebenfalls erneuert wurde. Das ergonomische Lenkrad mit Daumenstützen hat Pkw-Größe, was anfangs befremdlich aussieht, sich bei der Fahrt aber bezahlt macht. So hat der Fahrer nicht das Gefühl, um jede Umdrehung kämpfen zu müssen, sondern kann spielend leicht und ohne Aufwand die Fahrtrichtung vorgeben. Unterstützt wird der Effekt von der elektronischen Steuerung der Lenkung: Die Befehle werden nun nicht mehr über ein Servosystem, sondern via E-Impuls übertragen, was eine präzise und enorm leichtgängige Steuerung zur Folge hat.

Wenig leise, wenig gemütlich

Dass man im Cockpit des Ducato nicht gleich Wellness-Gefühle entwickelt, liegt vermutlich am weiteren Fahreindruck. Freundlich ausgedrückt: Der Ducato ist nicht zwingend der leiseste und gemütlichste Vertreter seiner Zunft. Immer wieder ist trotz Beladung ein dumpfes Wummern aus dem Laderaum zu hören, auch die Abroll- und Windgeräusche finden regelmäßig ihren Weg in die Kabine. Zudem spürt man wirklich jede Bodenwelle oder andere Hindernisse, die überrollt werden. Die Sitzposition lässt auch etwas zu wünschen übrig. Sitzriesen würden bei einem Unfall mit dem Kopf am oberen Staufach aufprallen - und das, obwohl die niedrigste Position eingestellt ist. Apropos: Der Fahrersitz lässt sich in nahezu alle beliebigen Richtungen verstellen, das gelingt meist etwas ruckartig und dementsprechend unbeholfen.

Spieglein, Spieglein ...

Positiv anzumerken ist die Übersicht im neuen Ducato. Seiten- und Weitwinkelspiegel sind elektrisch verstellbar und bieten eine gute Abbildung dessen, was neben und hinter dem Fahrzeug passiert. Ergänzt wird das von einem digitalen Innenspiegel, wobei die Kamera den Bereich an der Ladekante ausspart. Steht ein Fahrzeug hinter dem Fiat, ist oft lediglich das Dach des Nachfolgers erkennbar. Dennoch ist ein Blick nach hinten besser als gar keiner. Die Rückfahrkamera, deren Bild auf dem Hauptdisplay in der Mitte abgebildet wird, zeigt eine schöne Übersicht von oben und erleichtert damit das rückwärtige Einparken enorm.

Nachgebessert hat Fiat offenbar auch bei den Assistenzsystemen. War uns in Italien noch ein zu starker Eingriff bei der Annäherung an die Fahrbahnbegrenzungen aufgefallen, zeigt der Transporter auf der Testrunde ein völlig anderes Bild: Kommt man beispielsweise der Mittellinie zu nahe, meldet sich der Assistent mit einem kleinen, unaufgeregten Vibrieren am Lenkrad und steuert sanft nach. Wichtig für den Fahrer ist, dass absolut alle Kameras wirklich immer sauber sind. Sonst kann es zwischendurch auch zu Fehlermeldungen kommen. Und: Auf langen Geradeaus-Passagen meldet sich - wie bei Pkw gewohnt - hin und wieder fälschlicherweise der Assistent, der dazu auffordert, das Lenkrad nicht loszulassen.

Was sagt der Verbrauch?

Nach exakt 148 Kilometern erreichen wir wieder die Tankstelle, an der wir die Testfahrt gestartet hatten, und füllen den Ducato an selber Zapfsäule wieder mit Diesel auf. Die Uhr stoppt bei 12,23 Litern, was einen Durchschnittsverbrauch von 8,26 Litern pro 100 Kilometer bedeutet. Angesichts des Gesamtgewichtes von exakt 3.035 Kilogramm geht dieser Wert absolut in Ordnung, besonders wenn man etwas im Test-Archiv für Transporter blättert: 2015 testeten wir schon den Vorgänger mit 2,3-Liter-Motor und 148 PS. Mit geringerer Zuladung (600 Kilogramm, 2.950 Kilogramm Gesamtgewicht) kam der Transporter damals auf 9,3 Liter Verbrauch pro 100 Kilometer.

Bei Fiat ist eine Entwicklung spürbar. Der Ducato ist an einigen Punkten nachgebessert worden und glänzt mit niedrigen Verbrauchswerten und einer ordentlichen Zuladung von mehr als 1.200 Kilogramm. Punktabzug gibt es allerdings bei der Sitzposition und dem Fahrkomfort, der bei anderen Herstellern noch eine Spur besser ist. Massiv sind die Neuerungen also nicht, aber mit Sicherheit beachtlich. Besonders, da für das kleinste Einstiegsmodell ein charmanter Nettopreis von 28.690 Euro ausgerufen wird.

Fiat Ducato

Preis: ab 28.690 EuroR4/2.184 cm³ | 132 kW/180 PS 450 Nm | 9-Gang-AutomatikLänge: 5.413 mmRadstand: 3.450 mmHöhe maximal: 2.539 mmLadekantenhöhe: 550 mmzul. Gesamtgewicht: 3.500 kgLeergewicht (gemessen): 2.235 kgZuladung maximal: 1.265 kgAlle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer


Fiat Ducato (2020)

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