Maximale Flexibilität

30.05.2014 12:02 Uhr

Maximale Flexibilität

Pilotprojekt | Daiichi Sankyo ist Pilotkunde von Audi shared fleet. Wichtigstes Entscheidungskriterium für den Pharmakonzern war die variable Bezahlung der tatsächlichen Nutzung.

— Die derzeit vier Corporate-Carsharing-Fahrzeuge – drei Audi A4 Avant und ein Audi A1 – sind für Daiichi Sankyo schon nach halbjähriger Nutzung ein wichtiger Bestandteil des Fuhrparks. Im Zuge der eigenentwickelten ganzheitlichen „Mobilitätsstrategie 2020“ werden sie noch weiter an Bedeutung gewinnen, die Zahl der geteilten Fahrzeuge wird steigen. Damit endet auch die Ära des klassischen Pools mit all seinem administrativen Aufwand.

Der Pharmakonzern hat sich bewusst gegen andere Modelle auf dem Markt entschieden, bei denen jeden Monat ein fester Betrag gezahlt wird. „Die monatliche Leasingrate ist deutlich höher als diejenige für normale Leasingfahrzeuge – betriebswirtschaftlich macht das für uns keinen Sinn“, sagt Michael Müller, der als Head of General Administration auch für den Fuhrpark verantwortlich ist. Das Argument, Kosten mit den Einnahmen für die Privatnutzung der Mitarbeiter wieder reinzuholen, hat ihn nicht überzeugt.

Transparente Vollkosten | Seit Oktober 2013 ist Daiichi Sankyo Pilotkunde von Audi shared fleet, einer intelligenten Mobilitätslösung, die noch in diesem Jahr ihren offiziellen Marktstart haben wird. Hierbei haben Kunden die Wahl zwischen einer festen monatlichen Leasingrate oder einem variablen Entgelt nach Nutzung. Müller hat sich für die variable Bezahlung für tatsächliche Anmietungen entschieden.

Gezahlt wird eine Gebühr pro Stunde, die das Fahrzeug laut Buchungsplattform im Internet gemietet wurde, und eine Pauschale für jeden gefahrenen Kilometer. Hierbei handelt es sich um Vollkosten, die alle Leistungen inkludieren: Versicherung, Kraftstoff, Tankkarten und Reinigungsservice. „Das ist für uns eine super Sache, weil es bedarfsgerecht ist“, sagt Müller. „Ich zahle nur dann, wenn die Fahrzeuge genutzt werden. Das ist für mich natürlich wichtig, denn ich bin dafür zuständig, dass ich die Kosten für Daiichi Sankyo optimiere, aber auch flexible Lösungen für die Firma finde. Deshalb war das eine Lösung, die mich echt überzeugt hat“, so Müller. Seine ersten Kalkulationen haben ergeben, dass sich die Kosten für den Fahrzeugpool durch die Nutzung von Audi shared fleet signifikant reduzieren lassen.

Privatnutzung als Incentive | Das Schöne für das Pharmaunternehmen ist, dass die Fahrzeuge auch von den Mitarbeitern genutzt werden können: in der Mittagspause, nach Feierabend und am Wochenende. Zukünftig sollen sogar Anmietungen für Urlaubsreisen möglich sein. Ein Zusatznutzen nicht nur für Audi, sondern auch für das Unternehmen, da die Zufriedenheit der Mitarbeiter steige. Durch diese Option sammelt es zusätzlich Pluspunkte als attraktiver Arbeitgeber.

Privatnutzung ohne geldwerten Vorteil | Die Tarife der Privatnutzung sind so gewählt worden, dass für den Mitarbeiter kein geldwerter Vorteil entsteht. Er zahlt eine Pauschale über Nacht, übers Wochenende oder über einen Feiertag. Je nach Buchungszeitraum ist eine bestimmte Zahl von Kilometern inklusive, jeder weitere Kilometer kostet den Mitarbeiter einen festen Betrag. Abgebucht werden die Kosten direkt von seinem Privatkonto. „Wir haben uns von den Tarifen marktüblich positioniert“, sagt Müller. „Preislich ist es sehr interessant für die Mitarbeiter und dazu können sie tolle Fahrzeuge fahren.“

Neuerdings gibt es bei Daiichi Sankyo auch Sonderaktionen. So wurde zum Beispiel über Ostern ein Spezialtarif angeboten – innerhalb einer Stunde seien die Autos ausgebucht gewesen, so Müller. Weiteres Plus: Die Mietwagen stehen nach Arbeitsschluss hinter dem Bürogebäude bereit und müssen nicht erst an einer Mietstation abgeholt werden.

Derzeit werden die vier Fahrzeuge von Audi shared fleet am Sitz der Europazentrale in München und neuerdings ein weiteres in der Deutschlandzentrale, ebenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt, eingesetzt. Sie werden zu 70 Prozent geschäftlich und zu 30 Prozent privat gefahren. Ein klassischer Einsatzzweck sind Fahrten von Mitarbeitern ohne eigenen Firmenwagen, zum Beispiel von IT-Mitarbeitern, in die Produktionsstätte nach Pfaffenhoffen. Aber auch für Fahrten in die österreichische Firmenzentrale in Wien oder den Schweizer Hauptstandort in Zürich werden sie gebucht.

Die Auslastung sei schwankend, an drei Wochentagen seien sie immer ausgebucht, an den verbleibenden zweien seien sie ab und zu im Einsatz. „Es gibt auch tatsächlich mal einen Tag, an dem ein Fahrzeug nicht genutzt wird“, sagt Müller. Die Buchungsdauer für geschäftliche Fahrten liege zwischen einer Stunde und zwei Tagen.

Ein Extra von Audi ist ein Parkplatz am Münchner Flughafen. So können Mitarbeiter die Corporate-Carsharing-Fahrzeuge auch als Zubringer zum Flugzeug nutzen: morgens hin, abends zurück. „Besser geht es nicht“, freut sich Müller.

Rundum sorglos | Auch den Komfort für Fahrer und Fuhrpark-Abteilung, den die neue Mobilitätslösung mit sich bringt, weiß Müller sehr zu schätzen. Waren zuvor ein bis zwei seiner Mitarbeiter pro Woche und Poolauto mindestens eine Stunde damit beschäftigt, die Fahrzeuge in Augenschein zu nehmen, sie zu reinigen, zu betanken und gegebenenfalls zu Inspektionen, Wartungen oder Reparaturen in Werkstätten zu fahren, hat Müller mit seinem Team jetzt nichts mehr mit Pflege und Unterhalt zu tun. Einmal in der Woche kontrolliert der Dienstleister den Zustand der Fahrzeuge und reinigt sie. In dieser Zeit steht entweder ein anderer Mietwagen für Buchungen bereit oder aber der Service fällt in ruhige Zeiten am Wochenende oder am Abend. Diese Leistung ist inklusive. „Das ist super-komfortabel für uns, wir müssen uns um nichts mehr kümmern. Die Autos sind immer tipptopp“, sagt Müller. Nach maximal zwei Jahren werden sie ausgetauscht, so erhält Daiichi Sankyo regelmäßig neue Fahrzeuge.

Pool flexibel erweitern | Im Oktober endet die einjährige Pilotphase, spätestens bis dahin will Müller das Modell mit Audi gemeinsam weiterentwickeln. Ein Ziel in naher Zukunft wird sein, noch flexibler auf den Fahrzeugbedarf reagieren zu können.

Um Spitzen besser abzudecken, sollen mit einer kurzen Vorausbuchungsfrist weitere Fahrzeuge abgerufen werden, die Audi anliefert und danach wieder abholt. „Mir ist es wichtig, die Mobilität zu gewährleisten und zu garantieren, dass ein Fahrzeug da ist, wenn es gebucht wird“, sagt Müller.

Doch die Flexibilität der Corporate-Carsharing-Nutzung will Daiichi Sankyo nicht nur hinsichtlich der Fahrzeugzahl erhöhen, sondern auch bei den Modellen. Zukünftig sollen die Mitarbeiter auch Cabrios oder SUV aus dem Hause Audi für Privatfahrten wie Urlaubsreisen buchen können, sofern sie CO2-arm sind und mit Umweltvorgaben des Pharmakonzerns in Einklang stehen.

Im Zuge der Mobilitätsstrategie 2020 erwägt Müller sogar, das Corporate Carsharing als einen Baustein zur Flexibilisierung deutschlandweit im Außendienst anzubieten – ergänzend zu fest zugeordneten Dienstfahrzeugen. Insbesondere in Ballungszentren hält er das Modell für geeignet, da er beobachtet, dass ein fest zugeordneter Dienstwagen gerade bei neuen, jüngeren Mitarbeitern heute kein Statussymbol mehr ist und aufgrund des zu versteuernden geldwerten Vorteils auch nicht immer mehr das bevorzugte Motivationsinstrument.

Müller freut sich, dass er als Pilotkunde keinerlei „Kinderkrankheiten“ durchleben musste. Auch die Buchungssoftware funktioniere gut. Doch hier ist für den Fuhrparkprofi auch noch nicht das Ende der Entwicklung erreicht. In spätestens zwei Jahren soll es ein integriertes Reisebuchungssystem geben, in dem die Buchungsplattform für das Corporate Carsharing enthalten ist. Dann soll der Mitarbeiter nur noch eingeben müssen, wann und wohin die nächste Dienstreise gehen soll, und schon spuckt ihm das Portal unter den bevorzugten Prämissen wie Kosten-, Zeit- oder Emissionsoptimierung das passende Reisemittel aus. Sollte das mal nicht der Corporate-Carsharing-Wagen sein, ist das kein Problem. Standzeiten der Poolwagen bereiten dem Pharmakonzern durch das Pay-per-use-Prinzip keine Probleme mehr. | Mireille Pruvost

Daiichi Sankyo | Unternehmen und Fuhrpark in Kürze

Das in 60 Ländern weltweit agierende Pharmaunternehmen konzentriert sich vorwiegend auf Forschung und Vertrieb von Medikamenten für Krebs-, Herz-Kreislauf- und Stoffwechseltherapien. In Deutschland befindet sich sowohl der Sitz der Europazentrale des japanischen Konzerns als auch der deutschen Vertriebsgesellschaft. In seinem Werk in Pfaffenhofen stellt Daiichi Sankyo Medikamente für den weltweiten Vertrieb her. Insgesamt arbeiten in Deutschland rund 1.000 Mitarbeiter. Im europäischen Fuhrpark befinden sich aktuell 1.700 Fahrzeuge in zwölf Ländern, davon 500 in Deutschland. Dienstwagenberechtigung im Innen- und Außendienst nach Grading-System, darüber hinaus Bruttogehaltsumwandlungsmodell für alle Mitarbeiter mit freier Fahrzeug- und Markenwahl.

Audi shared fleet | Auf einen Blick

Hochwertig ausgestattete Poolfahrzeuge der Marke Audi, die komplette Modellpalette steht zur Auswahl

Wahl zwischen fester monatlicher Leasingrate oder Bezahlung nach tatsächlicher Nutzung

Nach einmaliger kostenloser Registrierung der Mitarbeiter buchen diese anschließend über eine Internet-Plattform. Geöffnet wird das Fahrzeug mit einer Mitgliedskarte

Im Handschuhfach befindet sich in einer elektronischen und mit PIN gesicherten Box der Fahrzeugschlüssel

Eine Tankkarte befindet sich im Fahrzeug. Getankt werden muss nur, wenn der Tank bei Rückgabe weniger als ein Viertel gefüllt ist. Die Kosten sind in der Miete inkludiert

Bezahlung: Privatfahrten per Lastschrift vom Privatkonto oder per Kreditkarte des Mitarbeiters, Dienstfahrten werden über dessen Kostenstelle abgerechnet

Service wie Reinigung, Buchungsplattform, Mobilitätsmanagement und automatisierte Abrechnung über Audi

24-stündige, deutsch- und englischsprachige Hotline

Markteinführung noch in 2014 geplant

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