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Milder Stadtcowboy

Der neue Nissan Qashqai hat sich ein bisschen nach allen Seiten gestreckt und bietet etwas mehr Platz für Passagiere und Gepäck. Als Antrieb gibt es zwei Benziner mit milder Hybridtechnik.


Datum:
16.08.2021
Autor:
Gundel Jacobi
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Nissan zeigt klare Kante: "Wir haben kräftig in die Kanten-Kiste gegriffen", sagt Europa-Designchef Matthew Weaver und streicht anlässlich der Qashqai-Präsentation behutsam über seine abwärts von der Heckleuchte führende Lieblingslinie.

Tatsächlich fallen äußerlich diese gestalterischen Kniffe am meisten auf, wenn man die dritte Generation mit dem Vorgänger vergleicht. Was ein zusätzlicher Hingucker ist: Der neue Qashqai steht erstmals auf mächtigen 20-Zoll-Rädern. Das Kompakt-SUV dürfte wieder mit einiger Aufmerksamkeit rechnen, denn mit weltweit fünf Millionen Verkäufen seit 2007 ist es nicht nur hierzulande das beliebteste Modell innerhalb der Nissan-Palette.

Im Gegensatz zum Verkaufsbeginn vor 14 Jahren tummeln sich heutzutage gut dreißig Mitbewerber in diesem Segment. Ein wichtiger Kaufgrund für jene beliebte Fahrzeugklasse ist nach wie vor die hohe Sitzposition. Tatsächlich kann man auch im Qashqai sehr gut das Verkehrsgeschehen nach vorn und zu beiden Seiten beobachten. Häufig ein Manko bei der Rundumsicht und ebenfalls beim hochbeinigen Qashqai der Fall: Schräg nach hinten macht einem die dortige stämmige Dachsäule samt sich verjüngenden Fenstern zu schaffen. Das zusätzliche seitliche kleine Guckloch hilft nicht viel. Leichte Streckungen in Länge und Breite um rund drei Zentimeter sowie knapp zwei Zentimeter in der Höhe hören sich nicht nach viel an, aber sie kommen der Bein- und Schulterfreiheit zugute.

Einstieg hinten noch bequemer

Mindestens ebenso wichtig ist der auf 90 Grad vergrößerte Türöffnungswinkel im Fond, der sich als merklich bequem beim Ein- und Aussteigen herausstellt. Zuwachs gibt's im Kofferraum, der nun über 504 Liter unter der Abdeckung verfügt - das sind 74 Liter mehr als bisher. Auch daran sieht man, was Kleinigkeiten ermöglichen.

In diesem Fall half die neue gemeinsame Plattform mit dem Kooperationspartner Renault, die schlicht zwei Zentimeter tiefer liegt. Menschen mit sensiblen Gehörgängen zucken jedoch leicht zusammen, wenn beim Öffnen und Schließen der elektrischen Heckklappe jeweils drei nervig hohe Piepstöne erklingen.

Aufgeräumt und aufs Wesentliche ausgerichtet kann das Cockpit punkten, das keinerlei Vergleiche mit zahlreichen Klassenkameraden à la VW Tiguan scheuen muss. Das betrifft unter anderem den 12,3 Zoll großen Bildschirm in gestochen scharfer Darstellung, die Ladeschale fürs Handy oder auch das erstmals im Qashqai verfügbare Head-up-Display, auf dem sich die wichtigsten Fahrinformationen blickgünstig und bemerkenswert groß projiziert vor der Windschutzscheibe ablesen lassen.

Sinnvoll finden wir auch die Mischung aus digitalen Instrumenten und manchem Drehknopf sowie Schalter für direktes und schnelles Zugreifen beispielsweise auf die Klimaanlage oder den Umluftknopf. Innerlich gestolpert sind wir über den Automatik-Wählhebel, der in unseren Augen eher einem wuchtigen Klops als einem Handschmeichler ähnelt. Aber das ist einmal mehr Geschmackssache.

140 oder 158 Otto-PS

Innerhalb der Motorenpalette haben sich die Japaner im Qashqai mit der neuen Generation endgültig vom Dieselmotor verabschiedet, obwohl sie ihn vom Partner Renault beziehen könnten. Nun setzen die Nissan-Verkaufsstrategen bei der Markteinführung auf zwei 1,3-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 140 PS und 158 PS - jeweils mit milder Hybridunterstützung, also einem Startergenerator, der beim Anfahren und Beschleunigungen Hilfsdienste leistet. Batterieelektrisch fahren kann der sanfte Stadtcowboy aber keinen Meter.

Sein Fahrwerk ist alltagstauglich abgestimmt - mit Hang zu unauffälligem Schlucken leichter Bodenwellen. Auf ersten Testfahrten hat uns der stärkere Benziner vor allem deshalb gefallen, weil er wahlweise mit dem stufenlosen Getriebe namens X-Tronic ausgerüstet ist. Dieses ruckfreie System birgt simulierte Schaltvorgänge - ähnlich wie im Subaru Outback (siehe Seite 34), womit das sonst übliche Anschwellen des Lärms bei starker Beschleunigung entfällt. Nach der WLTP-Norm benötigen beide Motorisierungen 6,3 Liter Super (143 g CO2/km), der Bordcomputer zeigte nach einer gemischten Tour über Land erfreuliche 7,1 Liter an.

Assistenzsysteme hat der Qashqai je nach Geldbeutel in Hülle und Fülle, vom Querverkehrswarner hinten über den automatisch tönenden Flankenschutz bei seitlichen Hindernissen bis hin zum intelligenten Geschwindigkeitshelfer mit Anpassung in Kurven. Der im britischen Sunderland produzierte Nissan Qashqai steht seit Juni bei den Händlern. Die Preisliste beginnt bei 21.672 Euro.

Allradler und Hybrid kommen

Anfänglich ist er als Fronttriebler unterwegs, in der höhermotorisierten Automatikversion (ab 28.092 Euro) wird er im Spätsommer auch als Allrader (ab 31.958 Euro) erhältlich sein. Weiterhin kündigt Nissan fürs kommende Jahr den Kompakt-SUV in einer so genannten e-Power-Ausführung an. Dieser Vollhybrid hat einen 156 PS leistenden 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner unter der Motorhaube, dessen Aufgabe darin besteht, den 190 PS starken Elektromotor zu speisen. Letzterer treibt den Wagen an. Solche Systeme sollen zur Verbrauchsminderung beitragen und das kraftvolle Beschleunigen eines Elektroautos ab der ersten Umdrehung ermöglichen. Spannend:

Noch Ende 2021 ist der neue Nissan Ariya zu erwarten - ein 4,60 Meter langer SUV-Stromer oberhalb des Nissan Leaf - dann hoffentlich mit CCS-Stecker.

Nissan Qashqai

Preis: ab 21.672 EuroR4/1332 cm³ | 103 kW/140 PS 240 Nm ab 1.650 U/min | 6-Gang 196 km/h | 10,2 s | WLTP: 6,3 S 143 g/km 4.425 x 1.835 x 1.625 mm 504 - 1.447 LiterEffizienz: BHK: 14 I TK: 23 I VK: 21Wartung: 12 Monate/30.000 kmGarantie: 3 JahreAlle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer

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