Remarketing von Elektroautos: Wie Transparenz über den Restwert entscheidet

13.07.2026 06:00 Uhr | Lesezeit: 2 min
Dienstwagen, Firmenwagen, Geschäftswagen, Elektroauto
Gebrauchte BEV verlieren bislang deutlich stärker an Wert als Verbrenner.
© Foto: Ayvens

Ab 2026 kommen deutlich mehr junge Leasing- und Flottenrückläufer auf den Markt. Doch Zweifel an Restwerten, Batterien und Reparaturkosten bremsen die Nachfrage.

Mit der wachsenden Zahl an Rückläufern aus Leasing- und Flottenverträgen nimmt das Angebot junger gebrauchter Elektroautos deutlich zu. Damit gewinnt ihre professionelle Vermarktung für Leasinggesellschaften, Mobilitätsanbieter und den Handel an Bedeutung. Eine Studie von Deloitte im Auftrag des Verbands markenunabhängiger Mobilitäts- und Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF) sieht den europäischen BEV-Gebrauchtwagenmarkt an einem Wendepunkt.

Ab 2026 treffen immer mehr batterieelektrische Fahrzeuge im Alter von bis zu fünf Jahren auf eine bislang zurückhaltende Nachfrage. Viele potenzielle Käufer sind unsicher, wie stabil die Restwerte sind und welche Risiken Batterie, Reparaturen und Ladeinfrastruktur mit sich bringen. Laut einer DAT-Befragung unter 2.500 Autokäufern zweifeln 72 Prozent am Wiederverkaufswert. 70 Prozent fürchten hohe Reparaturkosten, 67 Prozent bemängeln die Ladeinfrastruktur und 65 Prozent sehen Risiken beim Akku.

Nach Einschätzung der Studienautoren ist deshalb vor allem Vertrauen entscheidend. Informationen zum Batteriezustand, zur technischen Historie und zu den zu erwartenden Betriebskosten müssten transparent und nachvollziehbar verfügbar sein. Diese Daten beeinflussten unmittelbar die Zahlungsbereitschaft der Interessenten.

Restwert sind ein wichtiges Thema

Gleichzeitig stehen Anbieter unter Druck, die Restwerte frühzeitig abzusichern. Zwischen 2022 und 2024 verloren gebrauchte Elektroautos laut Studie rund 44 Prozent ihres Wertes und damit deutlich mehr als vergleichbare Verbrenner. Die Vermarktung dürfe daher nicht erst bei der Fahrzeugrückgabe beginnen. Vertragslaufzeiten, Fahrzeug- und Batteriedaten, Preisgestaltung, Aufbereitung sowie die Wahl des Absatzkanals müssten bereits im Vorfeld aufeinander abgestimmt werden.

Eine zentrale Rolle sollen künftig standardisierte Batteriezertifikate spielen. Der dokumentierte State of Health kann Käufern mehr Sicherheit geben und eine belastbarere Preisfindung ermöglichen. Zusätzliche Orientierung verspricht der ab 2027 verpflichtende EU-Batteriepass, der Batteriedaten über den gesamten Lebenszyklus erfassen soll. Auch Garantieangebote, digitale Services und Over-the-Air-Updates könnten das Vertrauen in gebrauchte Stromer stärken.


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Chancen für neue Leasing- und Abo-Modelle

Der VMF sieht im wachsenden Angebot zugleich Chancen für neue Leasing- und Abo-Modelle sowie ein professionelleres Remarketing. Voraussetzung seien klare Prozesse, ein datenbasiertes Bestandsmanagement und transparente Absatzwege. Der Gebrauchtmarkt für Elektroautos werde zwar wachsen, so das Fazit der Studie – von allein werde er jedoch nicht funktionieren.

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