Die Zahl der Verkehrstoten in der EU sinkt nur langsam. Im vergangenen Jahr kamen rund 19.500 Menschen auf den Straßen der Europäischen Union ums Leben, lediglich 2 Prozent weniger als 2024, wie aus einer Auswertung des European Transport Safety Council (ETSC) hervorgeht. Mehr als 100.000 Menschen wurden schwer verletzt.
Gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 ist die Zahl der Verkehrstoten bis 2025 um 15 Prozent gesunken. Um auf Kurs für das EU-Ziel einer Halbierung bis 2030 zu liegen, wäre zur Mitte des Jahrzehnts allerdings bereits ein Rückgang um rund 31 Prozent nötig gewesen. In den kommenden fünf Jahren müsste die Zahl der Todesfälle nun jährlich um etwa 10 Prozent sinken – rund fünfmal so stark wie zuletzt.
Zwischen den europäischen Ländern gibt es große Unterschiede. Polen verringerte die Zahl der Verkehrstoten seit 2019 um 43 Prozent und erzielte damit den stärksten Rückgang der 31 untersuchten Staaten. In Dänemark sank die Zahl um 32 Prozent, in Belgien um 31 Prozent. Die sichersten Straßen haben weiterhin Norwegen und Schweden mit jeweils 19 Verkehrstoten je eine Million Einwohner. Der EU-Durchschnitt liegt bei 43. Die höchsten Werte weisen Serbien mit 74 und Bulgarien mit 71 Todesfällen je eine Million Einwohner auf.
Der ETSC fordert unter anderem mehr Verkehrskontrollen, höhere Investitionen in die Verkehrssicherheit und einheitliche Empfehlungen für Tempolimits. Innerorts sollten demnach grundsätzlich höchstens 30 km/h, auf Landstraßen ohne bauliche Trennung 70 km/h und auf Autobahnen maximal 120 km/h gelten.