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Ausgabe 12/2017

"Die Zündung bleibt links"

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© AUTOFLOTTE

Porsche-Deutschland-Geschäftsführer Jens Puttfarcken und Reinhold Knott, Leiter Key Account Management, über die Diesel-Zukunft, den Ausbau der Panamera-Palette und autonomes Fahren.

_ Herr Puttfarcken, hat der Diesel eine Zukunft bei Porsche?

Jens Puttfarcken: Man darf den Diesel nicht verteufeln. Die heutige moderne Dieselmotoren-Technologie leistet einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der CO2-Ziele und der Diesel wird auch künftig bei Porsche im Einsatz sein. Er spielt jedoch traditionell eine untergeordnete Rolle. In den nächsten Jahren setzt Porsche auf einen Mix aus weiter optimierten Verbrennungsmotoren, Hybrid-Antrieben und reinen Elektro-Antrieben. Insbesondere freut uns, dass unsere Plug-in-Hybride bei unseren Kunden nicht als Brückentechnologie verstanden werden: Beim Panamera beobachten wir in den letzten Monaten einen steigenden und signifikanten Anteil der Hybrid-Variante an den Verkäufen. Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung beim neuen Cayenne wiederholen wird. Letztlich wird es künftig also darum gehen, mit den Kunden darüber zu sprechen, wie sie ihr Fahrzeug einsetzen und welches Antriebskonzept für diesen Einsatz das richtige ist. Diese Gespräche werden wir auch und gerade mit unseren Flottenkunden führen.

_ Was ist aus Ihrer Sicht der Grund dafür, dass der Panamera seinen Vorgänger derart überflügelt?

Reinhold Knott: Sowohl das Exterieur- als auch das Interieur-Design haben einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht. Die neue Technik, zum Beispiel die Touchscreen-Rückkopplung, oder das noch agilere Handling kommen unwahrscheinlich gut an. Gleichzeitig ist der Panamera auf langen Strecken sehr komfortabel. Kurz: Er macht auf der Autobahn genauso viel Spaß wie auf Passstraßen. Diese Kombination ist aus unserer Sicht einer der Gründe, weshalb wir im Segment wieder ganz vorne mitspielen.

J. Puttfarcken: Wir haben, und das ist heute ein wirklich erfolgsrelevanter Punkt, beim neuen Panamera in Sachen Konnektivität einen großen Schritt nach vorn gemacht. Ein Beispiel ist der 12,3-Zoll-Tochscreen, ein anderes sicherlich die Connect-Dienstleistungen wie die eingebaute SIM-Karte. Die Kunden schätzen diese Services. Und gerade aus Sicht des beruflichen Vielfahrers, der sein Auto als Arbeitsplatz nutzt, sind sie bei der Fahrzeugwahl entscheidend.

_ Welche Zielgruppen sprechen Sie mit Ihrem neuen Shooting Brake Panamera Sport Turismo an?

R. Knott: Ich denke, gerade im Flottensegment gibt es für den Sport Turismo vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Ein wichtiges Thema ist die Verbindung von Lifestyle-Attributen und dem gleichzeitig verbesserten Raumangebot.

_ Wird es bald ein Macan-Facelift geben?

J. Puttfarcken: Der Macan hat sich auch im Flottenmarkt als feste Größe etabliert. Wir sind auch im vierten Produktionsjahr sehr zufrieden mit den Bestelleingängen. Deshalb werden wir natürlich auch in Zukunft alles dafür tun, um diese Modellreihe weiter attraktiv zu halten. Lassen Sie sich überraschen.

_ Ist für Sie ein SUV unterhalb des Macan vorstellbar?

J. Puttfarcken: Aktuell konzentrieren wir uns hauptsächlich auf den Mission E, dessen Serienstart in eineinhalb bis zwei Jahren erfolgen soll. Da sind wir auch mit Blick auf den Zeitplan auf einem guten Weg, aber dieses Projekt und die kontinuierliche Modellpflege unserer anderen Baureihen erfordert natürlich unsere gesamte Konzentration. Und gerade im Flottenbereich sind wir mit Macan und Cayenne im SUV-Markt bereits heute sehr gut aufgestellt.

_ Was bedeutet die Entwicklung zum autonomen Fahren für eine fahraktive Marke wie Porsche?

J. Puttfarcken: Fahrerassistenzsysteme sind auch aus einem Porsche nicht mehr wegzudenken, im neuen Cayenne haben wir das Angebot an Systemen deutlich erweitert. Letztlich kann es in diesem Punkt wie in vielen anderen auch keine Entweder-oder- Entscheidung geben, sondern eine Sowohlals-auch-Lösung. Allerdings wird ein Porsche-Fahrer immer das Kommando haben, er wird immer derjenige sein, der den Fahrmodus wählt.

_ Das heißt, wir sehen so schnell keinen Porsche ohne Lenkrad ...

J. Puttfarcken: Das kann ich mir nicht vorstellen. Und die Zündung wird auch immer links bleiben.

_ Herr Puttfarcken, Herr Knott, herzlichen Dank für das Gespräch.

Interview: Christian Frederik Merten

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