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Ausgabe 09/2018

Für wen sich das Groß-Paket lohnt

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© AUTOFLOTTE

Gerade mit dem Start der neuen Bilanzregeln (IFRS 16) gewinnen Mietvarianten im Fuhrpark an Attraktivität. Abo-Modelle, wie sie punktuell angeboten werden, könnten dann an Schwung zulegen.

_ Sybille Schorn ist sich sicher: Die neuen Abo-Modelle, im Fachjargon auch als Subscription bezeichnet, werden die Mobilität von Morgen verändern - "auch wenn momentan der Fahrzeugbesitz für den Großteil der Privatkunden noch wichtig ist", erklärt die Head of Captive Finance D-A-CH von Capgemini Consulting im Gespräch.

Fahrzeugbesitz versus Subscription, also Auto-Abo - wer auf Flexibilität, Individualität, Schnelligkeit und Transparenz steht, der dürfte die neuen Abo-Modelle als spannende Alternative zu den bislang bekannten Offerten betrachten. Die Expertin Schorn hat hierfür aktuelle Zahlen aus der "Capgemini Cars Online Studie 2017" parat: "72 Prozent der Kunden möchten ständig über ein Auto verfügen, auch ohne es zu besitzen", heißt es dort.

Simpel soll es sein

Ferner legt dieselbe Umfrage nahe, dass 50 Prozent der Kunden an Abo-Modellen, Mobility-on-Demand und Shared Ownership interessiert seien, betont Schorn. Zudem sei ihnen ein einfacher Abschluss wichtig - und die schnelle Verfügbarkeit des Fahrzeugs zählt.

OEM schon aktiv

Demnach verwundert es kaum, dass einige Hersteller schon auf diesen Zug aufgesprungen sind: Volvo möchte das Thema Mobilität mit "Care by Volvo" in acht Märkten auf neue Beine stellen, Porsche mit "Passport" als Pilot in Atlanta und Mercedes-Benz mit"Mercedes Me Flexperience" gemeinsam mit den heimischen Pilothändlern Beresa und Lueg.

Die GM-Marke Cadillac startete jüngst in München ihr "Book by Cadillac"-Programm. Ab einem Monat und Gebühren ab 1.500 Euro bieten die Nordamerikaner eine Flatrate ihrer PS-starken Modelle (samt der Chevrolet-Flitzer Camaro und Corvette) - inklusive einiger Concierge-Dienste. Der Markt findet sich gerade, wie die variierenden Angebote zeigen: Mal sind es zwei Modelle, mal vier Fahrzeugklassen mit je fünf Fahrzeugen, mal ist der Fahrzeugwechsel unbegrenzt. Wichtig zu wissen: "Subscription gleicht einem Mietvertrag", betont Expertin Schorn. Und dies bietet einige Vorteile, wie der direkte Vergleich zwischen klassischem Leasing, Full-Service-Leasing und Subscription zeigt. Gerade in puncto Fahrzeug- oder Modellwechsel, flexible Laufzeiten und digitale Abwicklungen kann das Abo-Modell laut Capgemini Consulting seine Stärken ausspielen (siehe: "Der direkte Vergleich").

Höchst flexibel

Kundenwünsche können damit passgenau erfüllt werden. Sei es durch einen flexiblen Mietvertrag, Anpassung an den individuellen Mobilitätsbedarf, direkte Verfügbarkeit eines Wunschfahrzeuges oder mit einem Fixpreis und einer Vielzahl von wählbaren Modellen.

Ferner nennt die Beratungsgesellschaft einen weiteren Aspekt, der auf das Sicherheitsbedürfnis der Menschen abzielt: Es komme zu keinen unerwarteten Änderungen. Ein wichtiger Punkt in diesen von Umbrüchen geprägten Zeiten.

Keine Frage: Bei neuen Mobilitätsangeboten ist man schnell bei den Megacitys und den urbanen Trends. "Für Städter wäre Subscription ein sehr gutes Mittel, weil sie das Fahrzeug permanent zur Verfügung haben und nicht wie bei Carsharing teilen müssen", ist Schorn überzeugt. Ist Subscription also nur ein Thema für hippe Städter oder auch eines für den ländlichen Raum? Die Capgemini-Managerin kann sich die neuen Abo-Modelle sowohl in der Stadt als auch auf dem Land vorstellen. Es sei eher die Frage, welche Haltung der Autofahrer zu Fahrzeugbesitz und Statussymbol habe.

IFRS 16 als Treiber

Speziell für Firmenkunden bietet Subscription einige Vorteile. Man denke nur an den neuen Bilanzierungsstandard IFRS 16, der den Standard IAS 17 ablöst und am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll. Schorn: "Fahrzeuge mit einer Laufzeit, die länger als ein Jahr ist, müssen künftig in der Bilanz aktiviert werden." Da dürfte so mancher CFO aufhorchen. Nicht unwahrscheinlich also, dass Subscription gerade bei Firmenkunden weiter an Fahrt aufnimmt.

"Leasingverträge bieten Unternehmen künftig bilanztechnisch keine Vorteile mehr. Deshalb sind Abo-Modelle für Gewerbetreibende so interessant", erklärt Schorn. Auch der flexible Zugriff auf die Flottenfahrzeuge, die hohe Sicherheit, die unerwartete Änderungen kategorisch ausschließt und das reine Bezahlen der tatsächlich anfallenden Kosten zählen zu den Pro-Argumenten von B2B-Subscription."Zudem sollten Unternehmen einen Punkt nicht unterschätzen: die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter", betont Schorn. "Sie ist eine der wesentlichen Leistungskennzahlen im Unternehmen und bei Subscription-Modellen aufgrund ihrer Flexibilität besonders hoch." Mit Kontrolle, Skalierbarkeit und Off-Balance entsteht ein schlüssiges Paket.

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