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Ausgabe 03/2018

Länge läuft

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© AUTOFLOTTE

Das Flaggschiff aus Rüsselsheim bringt Platz und gute Bedienbarkeit mit. Mit 136 PS gibt er sich recht agil und sparsam. Das eigentliche Highlight zeigt sich aber erst, wenn die Dämmerung einsetzt.

_ Zwei Dinge schätzt der hessische Mittelklasse-Kombi vor allem: Dunkelheit und schnelle Passagen. Wo sonst der Rüsselsheimer Kombi namens Sports Tourer die Dienstfahrt vereinfacht oder doch ins Stocken bringt, zeigt unser Test.

Das Testauto

Der Insignia Sports Tourer fuhr als Business Innovation mit dem 1,6-Liter-Ecotec-Diesel (136 PS) und manueller Sechsgangschaltung vor. Zur Grundausstattung (29.298 Euro) kamen unter anderem dazu: Metalliclack (Tiefsee-Blau; 626 Euro), Park & Go Premium (360-Grad-Kamera, Parkpilot, Spurwechsel-Assist, Rückfahrkamera, Toter-Winkel-Warner, Rückfahr-Assistent, elektrische Außenspiegel; 1.000 Euro), Flex-Ride-Premium-Fahrwerk (836 Euro), DAB+ (176 Euro), Sitz-Komfort-Ausstattung (580 Euro). Macht in Summe: 32.516 Euro.

Karosserie

Mit fast fünf Metern Länge (4,99 Meter) gibt sich das Rüsselsheimer Flaggschiff selbstbewusst. Die Heckklappe geht nun nicht mehr um die Heckleuchten herum, sondern wird praxistauglicher zentriert. Der Kofferraum ist tief und dennoch plan zur Ladekante. Seine Maße bieten selbstredend viel Reiseplatz auf den vier Sitzen. Die exzellenten AGR-Sitze in der Front sind immer noch ein großes Plus des Mittelklässlers.

Die sportliche Silhouette könnte es auch sein, wenn zwei Dinge besser gelöst wären: zum einen die Verarbeitung der Zierleisten, die recht große Spaltmaße aufweisen. Zum anderen der eingeschränkte Blick nach hinten, den die breite C- und die noch breitere D-Säule arg begrenzen. Das wäre kein Beinbruch, wenn die Kameratechnik nicht so schmutz- und damit störungsanfällig wäre. Da auch die langgezogene Motorhaube samt der reaktivierten mittigen Falz mehr Schätzen als Sehen erlaubt, tappt man je nach Witterung bisweilen im Dunkeln, wenn es geht, sich dem Bordstein zu nähern.

Interieur

Mit Herantasten ist auch das Aktivieren der Konnektivitätselemente im Insignia gut umschrieben. Das Koppeln mit dem Smartphone klappte spät, das ausgewiesene WLAN zu nutzen gar nicht. Auch der DAB-Empfang blieb meist stumm.

Verstummt sind längst aber auch die Kritiker des Flaggschiffs der Blitzmarke, was sein Bedienkonzept betrifft. Aus der Armada an Knöpfen, Drehern, Schaltern ist ein wohl dosierter Dreiklang aus Touchscreen, Tasterleiste und Multifunktionslenkrad geworden. Das Navi und das Head-up-Display sind vorbildlich. Nur ist der XXL-Insignia oft sehr mitteilungsbedürftig. Wichtige Warnhinweise - etwa, ob mögliches Glatteis und dem simplen Folgen der gewählten Fahrroute - ploppen zu oft auf. Auch des Nächtens. Hier blicken wir auf das eigentliche Highlight des Opels: die Lichtautomatik. Alles leuchtet er perfekt aus und dimmt fast unmerklich bei Gegenverkehr Teile ab. Alles ist im Fluss. Und wenn der eigentlich mit 136 PS recht moderat ausgestattete lange Rüsselsheimer ins Rollen kommt, dann überrascht er nochmals. Denn dann heißt es wahrlich: willkommen in der Mittelklasse.

Antrieb

Die Sechsganghandschaltung, die an das 136-PS-Aggregat gekoppelt wurde, lässt die Gangtaschen fast gleitend ansteuern. Zudem ist das Getriebe gut auf den mittelgroßen Selbstzünder abgestimmt, so dass es dem Opel Sports Tourer nicht an Agilität mangelt.

Fahrpraxis

Der Insignia für den Außendienst nennt sich nicht nur Sports Tourer, er bedient auch beide Reisevarianten per Knopfdruck. Wobei wir zum Sport-Modus raten. Denn neben der direkteren Gasannahme sorgt die deutlich direktere Lenkung als im Tour-Modus für eine souveränes Zirkeln des Groß-Hessens. Souverän gibt er sich auch beim Thema Tanken. Man kann ihn locker mit fünf Litern fahren. Da aber der Fahrspaß bei höheren Geschwindigkeiten zunimmt, haben wir öfters den Bereich um die 200 km/h angepeilt und mussten nun häufiger den Abzweig zum Tankwart nehmen (6,6 l/100 km). Was in Summe aber ein recht wirtschaftlicher Auftritt ist.

Autoflotte-Tipp

Die Business Edition kommt im Vergleich zu"Business Innovation" mit 16- (statt 17-)Zöllern, Klimaanlage (statt Zweizonenautomatik), Navi, AGR-Sitze samt Sitzheizung, Parkpilot, Ladeschale und Onstar laut Liste für 24.718 Euro mit dem 1,6-Liter-Diesel. Die gesparten 4.500 Euro relativieren sich aber. Denn nimmt man das Innovation-Paket (2.218 Euro) unter anderem mit dem Intellilux-Matrix-Licht, Rückfahrkamera, Verkehrszeichen-Assistenten dazu, dann hat sich der Preisvorteil schon halbiert. Kommen dann noch die Zweizonenautomatik und das beheizte Lederlenkrad dazu (496 Euro), dann fällt die Wahl zur Vollausstattung als Business Innovation nicht mehr schwer, zumal hier der Komfort des Head-up-Displays dazukommt.

Details

Stärken & Schwächen

Stärken- Viel Platz- Auch mit 136 PS sehr agil und laufruhig- Gute Verbrauchswerte auch auf sehr schnellen PassagenSchwächen- Konnektivität stockte etwas- DAB-Radio verstummte oft- Kameratechnik ist sehr schmutzanfällig

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