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Ausgabe 01-02/2020

"Wir überwinden Hindernisse"

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© AUTOFLOTTE

Renault sieht sich als Vorreiter der Elektromobilität. Die Franzosen gehen die Hürden beim alternativen Antrieb an und bereiten sich auf den Einsatz der Wasserstoff-Technologie vor.

Es ist eigentlich der VW-Weg: Die Wolfsburger lassen anderen Herstellern bei der Entwicklung neuer Techniken gerne den Vortritt und überholen dann von rechts, wenn die Technologie salonfähig wurde.

30 Prozent elektrisch - weltweit

Renault hat bei der Elektromobilität mit einer Blaupause ähnlichen Erfolg verzeichnen können. Mit dem Zoe waren die Franzosen nicht als erster Hersteller mit einem E-Auto auf dem Markt, doch haben sie den Weg konsequent fortgesetzt und sehen sich in diesem Bereich in Europa vorn."Der Markt für Elektrofahrzeuge wächst und wächst", sagt Gilles Normand, Vorstand für Elektromobilität von Renault,"in sechs Jahren werden Elektrofahrzeuge etwa zehn Prozent des Weltmarktes ausmachen, 2030 werden es 30 Prozent sein."

Das Unternehmen mit dem Rhombus wird auf die Nachfrage reagieren und die Angebotspalette von derzeit vier Elektrofahrzeugen bis 2022 verdoppeln. Mit dabei sein wird auch ein Derivat des in China erfolgreichen K-Ze. Das im Reich der Mitte etwa 8.000 Euro günstige Mini-SUV hat die Verantwortlichen zum Umdenken bewegt. Gab es zur IAA im September noch eine Absage für einen Einsatz in Europa, so verkündete Normand nun, "dass ein Derivat nach Europa" komme. Dass der Ableger des 3,78 Meter kurzen K-Ze einen fünfstelligen Betrag kosten wird, sollte als natürlich angesehen werden. So könnte der K-Ze inklusive Förderung in die Nähe des Captur-Preises rücken. Und damit die Lücke zwischen E-Fahrzeugen und Verbrennern weiter vermindern. "Wir überwinden Hindernisse", sagt Normand.

Mit einer neuen Plattform, die gemeinsam von Renault, Nissan und Mitsubishi gemanagt wird, sollen weitere Kosteneinsparungen bei Elektromodellen folgen. Dann wird auch das nächste Hindernis übersprungen. "Die Fahrzeuge werden mehr als 500 Kilometer Reichweite mit einer Ladung fahren", sagte Normand. Und dank Schnellladesäulen verringert sich die Ladezeit. "Die Rahmenbedingungen haben sich verbessert", analysiert der Automanager, "alle, die in die Elektromobilität investiert haben, zählen zu den Gewinnern." Auch weil die Restwerte für Elektrofahrzeuge weiter steigen und so auch der Gebrauchtwagenmarkt für Elektrofahrzeuge angekurbelt wird.

Konkurrenz erzeugt Dynamik

Doch auch die steigende Konkurrenz erzeugt Dynamik. Schon auf der IAA hatte sich Olivier Murguet, Executive Vice President Sales & Regions, erfreut über die Premiere des VW ID.3 gezeigt. "Das sind gute Nachrichten, dass ein großer Player mit einem elektrischen Auto in den Markt einsteigt. Es wird den Markt beleben und das Interesse steigern", sagte Murget. Normand weist zudem auf den emotionalen Charakter hin, den eine große Auswahl an Elektrofahrzeugen ausstrahlt.

Während die Hindernisse bei der Elektromobilität peu à peu überwunden werden, stehen nicht nur für Renault neue Aufgaben bevor, die im Hinblick auf die Klimaziele 2050 einen entscheidenden Charakter erhalten. "Wir testen gerade die Brennstoffzelle. Das macht Sinn", sagt Normand. Doch auch bei der neuen Technologie sieht er zum Teil vergleichbare Hürden wie bei der E-Mobilität."Die Technologie ist vorhanden, aber die Kosten sind hoch und die Wasserstoffherstellung noch nicht CO2-freundlich." Renault wird wohl auch hier erst den Mitbewerbern den Vortritt lassen. Der Erfolg im Bereich der batterieelektrischen Mobilität dient als gutes Vorbild - der VW-Weg ebenso.

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