suchen
ADAC

Hardware-Nachrüstung ohne Schwung

1180px 664px
Aus Sicht des ADAC kommen Hardware-Nachrüstungen für ältere Diesel nicht in Schwung.
©

Im Kampf gegen Diesel-Fahrverbote wurde lange über Umbauten direkt an Motoren gestritten - dann kamen sie ins staatliche Maßnahmenpaket gegen schmutzige Stadtluft. Und was ist inzwischen daraus geworden?

Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel für einen geringeren Schadstoffausstoß kommen aus Sicht des Autofahrerclubs ADAC zu langsam in Gang. Nach einer eigenen Recherche seien bisher nur wenige Fahrzeuge tatsächlich technisch nachgerüstet worden, erläuterte der Club. Demnach hätten bis Mitte dieses Jahres rund 300 Mercedes-Fahrer eine Nachrüstung vorgenommen und bei Daimler einen Kostenzuschuss beantragt, bei Volkswagen seien es knapp 30 gewesen.

Der ADAC kritisierte dies als unbefriedigend. Technikpräsident Karsten Schulze sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Gerade vor dem Hintergrund, dass zahlreichen Autobesitzern die Neuanschaffung eines emissionsarmen Fahrzeugs nicht möglich ist, ist eine höhere Nachrüstungsquote wünschenswert." Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte vor einem Jahr erste Genehmigungen für Nachrüstsysteme erteilt. Die Umbauten direkt am Motor sind Teil eines Maßnahmenpakets der Bundesregierung, um Fahrverbote für ältere Diesel zu vermeiden.

Der ADAC forderte bessere Rahmenbedingungen. Eine Nachrüstung mit sogenannten SCR-Systemen scheitere teils auch an Kosten von bis zu 3.500 Euro für Pkw. Von den Autobauern beteiligten sich bisher nur Daimler und Volkswagen an einer Förderung, erläuterte der Club. Diese gebe es zudem nur in bestimmten "Intensivstädten" mit hoher Schadstoffbelastung. Im Sinne des Umweltschutzes sei es notwendig, eine Förderung bundesweit zu gewährleisten und weitere Hersteller in die Pflicht zu nehmen, sagte Technikpräsident Schulze.

Software-Nachrüstungen verspätet geschafft 

Neben den lange umstrittenen Hardware-Nachrüstungen gehört auch neue Abgas-Software zu den Maßnahmen für sauberere Stadtluft. Die deutschen Autobauer hatten Software-Nachrüstungen bei 5,3 Millionen älteren Diesel-Autos versprochen - und dies mit einem Jahr Verspätung Anfang 2020 geschafft. Damit soll der Schadstoffausstoß deutlich stärker verringert werden als zunächst angenommen. Darüber hinaus war 2018 angekündigt geworden, dass eine Million Diesel zusätzlich neue Software bekommen sollen, also insgesamt 6,3 Millionen Fahrzeuge.

Die Luftbelastung mit gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid (NO2) ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Der EU-Grenzwert wurde nach amtlichen Daten in 25 Städten überschritten, 2018 waren es noch 57 gewesen. Im Jahresmittel darf die Belastung mit NO2, das laut Umweltbundesamt in verkehrsreichen Städten hauptsächlich aus Diesel-Abgasen stammt, den Wert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht überschreiten. (dpa)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema ADAC:





Fotos & Videos zum Thema ADAC

img

ADAC Pannenstatistik 2020

img

ADAC-Test Blendgefahr durch LED-Scheinwerfer

img

ADAC Crashtest Legoautos

img

ADAC Winterreifentest 2019 Kleinwagen und Vans

img

Opel Corsa‑e.(Kundensport)


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2020 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Urteil

Fahrer lauter Autos müssen besonders aufpassen

Der eigene Motor ist so laut, dass er sogar ein herannahendes Einsatzfahrzeug übertönt? Dann sollte der Fahrer öfters in den Rückspiegel schauen.


img
Markenausblick Honda

Im Hybridmodus

Der Kleinwagen Jazz erhält für Europa erstmals einen Hybridantrieb, der nächste CR-V kommt mit Plug-in-Technik. Künftig will Honda jede Baureihe elektrifizieren...


img
Verkehrssünder

Streit um Bußgeldkatalog wird hitziger

Ein kleiner Rechtsfehler sorgte dafür, dass der neue Bußgeldkatalog für Verkehrssünder in Teilen annulliert werden musste. Doch ob die einst vom Bundesrat beschlossenen...


img
Fahrzeugüberführungen

"Driviva"-Plattform erfolgreich gestartet

Seit zwei Wochen ist die Vergabeplattform für Fahrzeugüberführungen online. PS Team, Betreiber des Marktplatzes, zeigt sich zufrieden und spricht von einem bereits...


img
Kooperation

Esso-Tankstellen akzeptieren LogPay Card

Esso Deutschland und LogPay versprechen sich von ihrer neuen Partnerschaft ein beschleunigtes Wachstum.