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Autotrends auf der CES 2018

Weniger Tasten, mehr Autonomie

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Die neue Marke Byton setzt auf ein Riesendisplay im Innenraum.
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E-Autos, tastenlose Cockpits und autonome Fahrkünste – auf der Unterhaltungselektronik-Messe CES (9. bis 12. Januar) in Las Vegas steht die Autotechnik von morgen. Sagen zumindest die Aussteller.

Von Mario Hommen/SP-X

Wie immer im Januar wird Las Vegas auch 2018 wieder zur Innovations-Bühne der Unterhaltungselektronik-Branche. Riesen wie Samsung oder Huawei stellen dann auf der CES (9. bis 12. Januar) die neuesten XXL-Fernseher, Smartphones und VR-Brillen vor. Eher als Randerscheinung zwischen den über 4.000 Ausstellern zeigen aber auch einige Autohersteller und -zulieferer spannende Neuentwicklungen. Wie in den vergangenen Jahren geht es hier vor allem um innovative Bedienkonzepte, autonome Fahrkünste und elektrische Antriebe. Anders als in den Vorjahren halten sich 2018 die deutschen Autohersteller auf der CES mit Premieren allerdings zurück. Asiatische Marken, darunter auch einige Start-ups, sowie die Zulieferer dominieren.

Die Messe dient unter anderem als Bühne für die Geburt der neuen Automarke Byton. Das chinesische Start-up mit Entwicklungsstandorten in Los Angeles und München und dem ehemaligen BMW-Entwickler Carsten Breitfeld als Geschäftsführer zeigt erstmals ein rein elektrisch angetriebenes SUV, das bereits 2019 in den Markt kommen soll. Trotz eines Akkus mit 500 Kilometer Reichweite und einem Riesendisplay über die ganze Breite des Armaturenbretts soll der Stromer um 40.000 Euro kosten.

Deutlich mehr, nämlich umgerechnet rund 107.000 Euro, verlangt Entrepreneur Henrik Fisker für seinen für 2019 angekündigten Elektro-Luxussportwagen EMotion. Auf der CES 2018 stellt sich der Stromer erstmals einem größeren Publikum. Außerdem will Fisker eine revolutionäre Batterietechnik präsentieren, die allerdings erst 2023 Marktreife erreichen soll.

Faraday kündigt Start für Luxus-Stromer an

Noch in diesem Jahr will das Start-up Faraday Future antreten. Bereits auf der CES 2017 hatte das chinesisch-amerikanische Unternehmen den über 1.000 PS starken Luxus-Stromer FF91 vorgestellt. Ein turbulentes Jahr mit CEO-Wechsel und der Suche nach einem Produktionsstandort folgte. Jetzt soll die finale Serienversion in Las Vegas stehen, die einen baldigen Marktstart ankündigt.

Ebenfalls kurz vor dem Marktstart steht die Neuauflage der Mercedes A-Klasse, deren neues Cockpit-Konzept die Stuttgarter auf der CES präsentieren. Dabei feiert das Infotainment-Systems Mercedes-Benz User Experience (MBUX) seine Weltpremiere. Dieses soll sich durch künstliche Intelligenz, ein intuitives Bedienkonzept sowie neue Lösungen in Hinblick auf Infotainment und Konnektivität auszeichnen.

Ebenfalls als serienreife Version zeigt Hyundai ein neues wasserstoffgetriebenes SUV. Das künftige Brennstoffzellenmodell, dessen Namen erst auf der Messe verraten wird, bietet neben emissionsfreier Antriebstechnik eine neue Cockpitgeneration und neue, unter dem Kürzel ADAS zusammengefasste Assistenzsysteme. Als weitere Premiere zeigen die Koreaner das sogenannte Intelligent Personal Cockpit, das sich durch künstliche Intelligenz, eine vielseitige Sprachsteuerung und die Fähigkeit, Vitalfunktionen der Passagiere zu erkennen und zu verbessern, auszeichnen soll.

Fahrzeugvernetzung mit Mobilfunkstandard 5G

Konzernschwester Kia zeigt auf der CES den rein elektrisch angetriebenen Niro EV als Studie. Kia verspricht neben einem besonders effizienten E-Antrieb außerdem eine neue Benutzerschnittstelle mit Namen HMI sowie ein neues Beleuchtungssystem namens Motion Graphics. Zudem zeigen die Koreaner ein Cockpit, welches Möglichkeiten der Fahrzeugvernetzung auf Basis des neuen Mobilfunkstandards 5G aufzeigt.

Auch die Japaner sind mit einigen neuen Konzepten auf der CES vertreten. So zeigt Lexus auf Basis eines LS 600hL seine jüngste Sensorik-Entwicklungsstufe für autonom fahrende Autos. Die Sensorik-Plattform 3.0 zeichnet sich unter anderem durch ein neues Lidar-Radar aus, welches mit Hilfe von vier Scannern ein 360-Grad-Bild mit 200 Meter Tiefe erzeugen soll. Unter anderem soll das Radarsystem eine bessere Erkennung von dunklen Objekten gewährleisten.

Ebenfalls autonom fahren kann ein elektrisch angetriebenes Quad namens 3E-D18 von Honda. Der geländefähige Lastesel, der zum Beispiel schweres Arbeitsgerät in den Wald transportieren kann, ist Teil einer ganzen Roboterfamilie, die Honda auf der Messe vorstellt. So gibt es außerdem mit dem 3E-C18 ein autonomens Mini-Elektrofahrzeug für Lieferdienste, mit dem 3E-B18 ein Hightech-Rollstuhl und mit dem 3E-A18 ein Interaktionsroboter mit künstlicher Intelligenz, der auch Emotionen darstellen kann.

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Auch einige Zulieferer der Autoindustrie präsentieren spannende Neuentwicklungen auf der CES. So zeigt Rinspeed die Roboterauto-Studie Snap. Chassis und Fahrgastzelle der selbstfahrenden Kapsel sind getrennt und lassen sich einzeln austauschen. Dies ermöglicht eine Nutzung unterschiedlicher Aufbauten auf demselben Chassis. Der Tausch funktioniert auch andersherum: Sind Elektromotor oder Batterie verschlissen, kann die intakte Passagierkabine einen neuen Unterbau bekommen. Der in die beiden gelenkten Achsen integrierte E-Antrieb des Snap stammt übrigens vom deutschen Zulieferer ZF.

Lenkrad der Zukunft

ZF selbst zeigt auf der CES das Lenkrad der Zukunft für autonom fahrende Autos ab Level 3, also für Fahrzeuge, bei denen für längere Zeit Computer das Fahren übernehmen. Zu den wichtigsten Funktionen des Volants zählt, den Fahrer per LED-Lichtband zu informieren, wer gerade am Steuer ist. Im autonomen Modus leuchtet es blau, bei manueller Steuerung rot. Sensoren können zudem erkennen, ob das Steuer dabei auch wirklich vom Menschen gegriffen wird. Darüber hinaus zeigt der Konzern mit dem DreamCar ein lernfähiges Auto mit KI-Computerhirn. Das auf der Messe ausgestellte Fahrzeug ist mit einem in Deutschland fahrenden Auto verbunden, von dem es live fahrrelevante Informationen erhält, die es selbst für den Aufbau seiner autonomen Fahrkünste verwerten kann. Mit dieser Vernetzung soll eine Schwarmintelligenz entstehen, die es automatisierten Fahrzeugen erleichtert, komplexe Verkehrssituationen zu verstehen und autonome Fahrkünste zu verbessern.

Ebenfalls den Fahrer entlasten soll eine neue Sprachsteuerung von Bosch namens Casey. Statt auf starre Befehle zu reagieren, versteht und spricht das System natürliche Satzkonstruktionen und sogar Akzente und Dialekte. Der Assistent soll dank Künstlicher Intelligenz so gut sein, dass er Knöpfe und Touchscreen-Menüs überflüssig macht. Und er funktioniert sogar, wenn das Auto offline ist.

Zum Thema "Vernetzung" trägt Continental Infotainment-Algorithmen bei, die sich auf den Fahrer des Fahrzeugs einlassen und sich an ihn gewöhnen. Dabei merkt sich das System Vorlieben und Abneigungen. Für eine einfachere und sicherere Kommunikation mit dem Auto greift Continental auf die Sprachsteuerung von Amazons „Alexa“ zurück, die Befehle empfangen und Dinge im Auto erklären soll. Weniger kommunikativ aber dafür deutlich technischer geht es beim Continental "Allcharge" zu, einem System, das alle Ladesäulen, Anschlüsse, Stromarten und Spannungslagen zum Laden eines Elektroautos kompatibel macht.

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