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BMW M4 GTS

Wasser marsch!

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Dass der neue M4 GTS zum schärfsten Mittelklässler aus München avanciert, verdankt er nicht zuletzt einer neuen Wassereinspritzung - und der Kunst des Weglassens.
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Von wegen Öl ins Feuer gießen! Dass der neue M4 GTS zum schärfsten Mittelklässler aus München avanciert, verdankt er nicht zuletzt einer neuen Wassereinspritzung - und der Kunst des Weglassens. Das gilt allerdings nicht für den Preis.

Von Benjamin Bessinger/SP-X

Die M GmbH hat mal wieder Grund zum Feiern. Nicht nur, weil die sportliche BMW-Tochter gerade von einem Verkaufsrekord zum nächsten fährt. Sondern auch, weil ihr vielleicht wichtigstes Modell gerade seinen 30. Geburtstag feiert: Der M3. Als Dank für drei Jahrzehnte Treue legen die Scharfmacher jetzt mal wieder eine Sonderserie auf, die zwar auf dem schnittigeren Bruder M4 basiert, ansonsten aber perfekt zum Führungsanspruch der ganzen Firma passt. Dabei feiern die Bayern dieses Jubiläum gar nicht mit Champagner, sondern mit Wasser. Denn es ist vor allem eine innovative Wassereinspritzung, die beim neuen M4 GTS den Unterschied macht. Mit ihr steigt die Leistung des drei Liter großen Sechszylinders von ohnehin schon ordentlichen 431 auf imposante 500 PS und das maximale Drehmoment klettert um 50 auf 600 Nm.  

Mit der früher schon einmal populären, jetzt aber nur noch im Rennsport eingesetzten Technik umgehen die Bayern das Problem der hohen Ladeluft-Temperaturen, derentwegen man den Druck der Turbos nicht bedenkenlos steigern kann. Wenn man allerdings feine Wassernebel in den Sammler vor den Zylindern einspritzt, verdunsten diese im heißen Abgasstrom, kühlen ihn um bis 25 Grad Celsius herunter und erlauben so eine Anhebung des Ladedrucks sowie eine höhere Verdichtung und früheren Zündzeitpunkt. Im Ergebnis atmet der Motor fühlbar freier, dreht freudiger und wirkt wie ein Sportler im Adrenalinrausch.  

Nur mit dem stärkeren Motor allein sind die M-Mannen allerdings nicht zufrieden. Sie senken durch den verstärkten Einsatz von Karbon und Titan und vor allem durch den Verzicht auf Nebensächlichkeiten wie Rückbank oder Türgriffe das Gewicht um immerhin einen Zentner und stoßen mit einem Verhältnis von einem PS für drei Kilo in die Dimensionen von Supersportwagen vor. Sie erhöhen mit einem rasiermesserscharfen Frontsplitter, einem neuen Diffusor und einem Verstellbaren Heckflügel Marke Pommestheke den Abtrieb. Und sie haben das Fahrwerk so hart und trocken abgestimmt, dass es einem alle Knochen aus dem Leib schüttelt, wenn das Coupé mal über die Curbs rattert. Und das könnte durchaus passieren, sagt M-Chef Frank van Meel. Schließlich sieht er das Auto auf der Straße genauso wie auf der Strecke und rühmt das Konzept des M4 GTS als das Maximum an Renntechnik, das mit den Paragraphen der Straßenverkehrsordnung noch zu vereinen sei.  

In 3,8 Sekunden auf Landstraßen-Tempo

Der Komfort mag da ein bisschen eingeschränkt sein. Und zwar nicht nur, weil BMW auch an der Dämmung gespart hat, man die Karbonschalen nicht verstellen kann und die Hosenträgergurte stramm ins Fleisch schneiden. Doch entschädigt dieser M4 dafür mit einem Fahrverhalten, das so kaum ein anderes Modell aus München bietet: Von Null auf 100 in 3,8 Sekunden, auch ohne das alberne Drivers-Package 305 km/h schnell und in den Kurven so stabil, als wären die Reifen von Pattex statt von Pirelli – vom M2 vielleicht einmal abgesehen, hat schon lang kein M-Modell mehr so gierig den Asphalt gefressen.  

Ja, er ist brutal schnell, bretthart und brüllend laut. Und wenn die Bremsen wie Zangen in die Karbonscheiben beißen, werden die Augen des Fahrers gefährlich groß. Doch wo andere Sportwagen dieses Kalibers kantig und eckig werden und sich nur noch von kundiger Hand auf Linie halten lassen, fährt der M4 GTS bis weit in den Grenzbereich rund und harmonisch, wird nur ein kleines bisschen leicht im Heck und tänzelt ein wenig mit seiner knackigen Kehrseite, bevor er sich wie von selbst wieder gerade stellt und mit irrwitzigem Tempo aus der Kurve zieht. Natürlich ist man in diesem Auto atemlos. Erst recht, wenn man es weit jenseits der Verkehrsregeln auf einer Rennstrecke bewegt. Doch bleibt einem am Steuer des GTS nie die Luft weg vor Schreck, selbst wenn man mitten der Kurve mal den Fuß lupft und korrigierend ins Lenkrad greift.  

Schnappatmung bekommt man viel früher, wenn man mit dem Händler noch über den Preis diskutiert. Denn von mindestens 61.596 Euro netto klettert der für das Coupé im Kampfanzug auf 119.831 Euro ohne Mehrwertsteuer. Den Reiz des Rasens schmälert das aber offenbar nicht. Im Gegenteil: Schon lange vor der Markteinführung Ende des Monats war die auf 700 Exemplare limitierte Kleinserie komplett verkauft.

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