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Schulterschluss bei Fahrzeugdaten

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Wer darf die von einem Fahrzeug produzierten Daten nutzen? Wer besitzt generell das Verfügungsrecht über diese Informationen? Diese Frage beschäftigt derzeit die EU.
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Der BVF und weitere Verbände haben jetzt vor einem Datenmonopol der Autohersteller in der EU gewarnt und mögliche Nachteile für Fuhrparkbetreiber skizziert.

Der Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF) und der Fuhrparkverband Austria schließen sich Forderungen europäischer Auto-Organisationen an, weiterhin freien Zugang zu Fahrzeugdaten für alle Marktteilnehmer in der EU sicherzustellen. "Eine Monopolstellung, die dazu führt, Entscheidungen der Unternehmer einzuschränken und gleichzeitig künstlich die Kosten in die Höhe treibt zu Lasten aller Autobesitzer und markenunabhängiger Werkstätten, kann nicht im Sinne des europäischen Rechts sein", sagte BVF-Geschäftsführer Axel Schäfer am Mittwoch in Mannheim. Man unterstütze daher mit Nachdruck die Forderungen der Kollegen aus Österreich und der involvierten Verbände.

Aktuell wird auf europäischer Ebene verhandelt, wer die von einem Fahrzeug produzierten Daten verwenden darf bzw. wer generell das Verfügungsrecht über Daten aus dem Fahrzeug besitzt. Sieben europäische Verbände machen sich daher im Brüsseler Entscheidungsprozess für klare Richtlinien stark.

Seit 2001 ist in der Europäischen Union der OBD-Stecker im Fahrzeug als Datenschnittstelle für Multimarken-Diagnosegeräte vorgeschrieben. Das gewährleistet, dass alle Werkstätten Zugang zu Fahrzeugdaten haben, um Service- und Reparaturleistungen durchzuführen. Doch die Autobauer würden die notwendigsten Daten, die über den On-Board-Diagnose-Zugang laufen, auf ein Minimum herunterfahren, warnte jüngst der Chef des österreichischen Automobil-, Motorrad und Touringclub ÖAMTC, Bernhard Wiesinger. Der Rest der Informationen liefe nur noch per SIM-Karte und über Funk an den Hersteller.

Geschäft für freie Werkstätten bricht weg

Aktuelle Untersuchungen der EGEA (European Garage and test Equipment Association) zeigen, dass ein Fahrzeughersteller bei drei Modellen der neuesten Baureihe die Datenkommunikation zwischen OBD und Diagnosegerät nur noch eingeschränkt ermöglicht bzw. sogar unmöglich gemacht hat. Wiesinger meinte: "Künftig werden neuere Fehlercodes über den On-Board-Diagnose-Stecker nicht mehr erfasst." Branchenexperten befürchten daher, dass die Digitalisierung das Aus für markenunabhängige Werkstätten und Pannendienste sein könnte, zumindest hohe Geschäftseinbußen zu erwarten wären.

Die Folgen für die Flottenbranche hat der Fuhrparkverband Austria skizziert: "Die Wahlfreiheit, wer Arbeiten am Fahrzeug durchführen soll, ist nicht mehr gegeben bzw. massiv eingeschränkt." Fuhrparkbetreiber seien dann gezwungen Markenwerkstätten aufzusuchen und nur deren Ersatzteile zu akzeptieren. Die Möglichkeit vor allem mit älteren Fahrzeugen in einen freien Kfz-Betrieb zu gehen und Reparaturen bzw. Instandsetzungen mit deutlich günstigeren Ident-Teilen durchführen zu lassen, falle weg. Dies werde unweigerlich zu Kostensteigerungen in der Fuhrparks führen. (red)

Diese sieben europäischen Verbände sind initiativ geworden:

 

ADPA: European Independent Data Publishers Association

AIRC: International Association des Réparateurs en Carrosserie

CECRA:  European Federation motor trade and repair business

EGEA:  European Garage and test Equipment Association

FIA: Worldwide federation of Motoring and Touring Clubs

FIGIEFA: International federation independent automotive aftermarket distributors

Leaseurope: European Federation of Leasing Company Associations

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