suchen
Elektroautos

Scheuer kritisiert Lieferprobleme

1180px 664px
Verkehrsminister Scheuer kritisiert das geringe Verkaufsvolumen von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben.
©

Die Nachfrage nach E-Autos legt zu. Bis Käufer ein neues Fahrzeug bekommen, kann es aber dauern. Wie der Verkehrsminister dies sieht - und warum er einen Austausch von alten Autos will.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat Lieferprobleme der Autoindustrie bei Elektroautos kritisiert. "Alles, was ins Stocken gerät, ärgert mich seit langem", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Aber in der Zeit der Pandemie sind Schuldzuweisungen nicht angebracht." Die Politik habe "kraftvolle Entscheidungen" getroffen, sagte Scheuer mit Blick auf die deutlich erhöhte staatliche Kaufprämie von bis zu 9.000 Euro für ein Fahrzeug.

"Jetzt ist das Verkaufsvolumen für alternative Antriebe nicht da, speziell Elektroautos", sagte Scheuer. "Das müssen wir auflösen. Die Hersteller müssen es möglich machen, dass wir überhaupt Elektroautos kaufen können, nicht nur in kleineren Produktvolumina - und nicht nur die vollelektronische Variante, sondern auch den Hybrid."

Die Nachfrage nach E-Autos war zuletzt durch die aufgestockten Kaufprämien gestiegen. Die Anpassung der Kapazitäten ist für die Autobauer jedoch schwierig, es gibt zum Teil lange Lieferzeiten. So musste VW für die E-Version des Kleinstwagens Up einen Bestellstopp verhängen, weil die Produktion nicht mit den Bestellungen mithält und so längere Wartezeiten entstehen.

Im Umbruch zu alternativen Antrieben 

Die Autoindustrie steckt generell in einem schwierigen Umbruch hin zu alternativen Antrieben, dazu kommt der digitale Wandel. Die Corona-Krise hatte zu einem Einbruch bei der Nachfrage nach Benzinern und Dieselautos geführt. Dies drückt auf die Ertragslage. Vor allem Zulieferer hatten angekündigt, Jobs zu streichen.

"In der jetzigen Situation müssen wir die aktuellen Meldungen gerade der großen Zulieferer im Blick haben", sagte Scheuer. "Wir reden von Tausenden von Arbeitsplätzen. Jetzt schon. Das ist keine Panikmache, sondern es hat einfach mit der konjunkturellen Situation, der Auftragslage und den Produktionszyklen zu tun."

Scheuer und die CSU wollen eine Kaufprämie auch für Autos mit Verbrennungsmotor, haben sich aber damit in der Koalition nicht durchsetzen können. Bei einem "Autogipfel" hatten Politik und Wirtschaft beschlossen, bis November die Einrichtung eines Transformationsfonds für Zulieferer zu prüfen.

Verschiedene Vorschläge zur Unterstützung der Autoindustrie 

Es werde weiter Thema bleiben, wie der Automobilwirtschaft geholfen werden könne, sagte Scheuer. Es gebe verschiedene Vorschläge. "Wir wollen die neuen Fahrzeuge, die effizienter und sauberer sind, auf die Straße bringen. Der Austausch generell von Alt in Neu, und natürlich von alten in neue Antriebe muss uns umtreiben. Alles - egal welcher Antrieb -, was neu auf die Straße kommt, ist effizienter und sauberer." Auch die Neuproduktion von Nutzfahrzeugen dürfe nicht ins Stocken geraten, sodass Werke nicht schließen müssen.

Scheuer sagte zum Umbruch in der Autoindustrie weiter: "Unbestritten liegt ein immenser Weg vor uns, den wir leisten müssen: bei den Antrieben, der Digitalisierung und der Weiterentwicklung des gesamten automobilen Sektors - damit wir Wohlstand und Arbeitsplätze sichern." Corona habe einen Digitalisierungsschub auch bei der Mobilität ausgelöst. "Ich appelliere an alle, jetzt nicht auf der Bremse zu stehen, sondern sich für den Transformationsprozess einzusetzen." (dpa)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Elektroauto:





Fotos & Videos zum Thema Elektroauto

img

Lucid Air (Serie/2021)

img

Citroën Ami (2021)

img

Markenausblick Toyota

img

VW ID.4

img

Skoda Enyaq iV (2021)

img

VW Golf 8 eHybrid (2020)


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2020 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Kein Länder-Beschluss zu Raser-Strafen

Hängepartie geht weiter

Seit Wochen gibt es Streit darüber, wie hoch die Strafen fürs Rasen ausfallen sollen – und ab wann Fahrverbote angemessen sind. Dieser Freitag war die Ziellinie...


img
Fünf Jahre Dieselskandal

Schmutziges Erbe

Nach dem Crash 2015 war Volkswagen nah am Abgrund. Die Abgasaffäre fegte Manager aus dem Amt, kostete Milliarden, beschädigte weltweit das Verbrauchervertrauen....


img
Schnellladenetz von EnBW und Smatrics

Joint Venture in Österreich genehmigt

Die EnBW und Smatrics bündeln ihre Kompetenzen in einem Gemeinschaftsunternehmen, das in einem der wichtigsten Transitländer der EU für eine flächendeckende und...


img
Bundestag beschließt Kfz-Steuer-Reform

Hoher Verbrauch, höhere Abgaben

Um Klimaziele zu erreichen, sind deutlich mehr E-Autos nötig. Damit Kunden umsteigen, wird nun die Kfz-Steuer geändert. Doch wirkt die Reform?


img
EuroNCAP

Fünf Sterne für neuen Toyota Yaris

Alle Jahre wieder verschärft EuroNCAP das Testprozedere. Entsprechend schwerer wird es, die Höchstwertung von fünf Sternen zu bekommen. Ausgerechnet ein Kleinwagen...