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Euler Hermes

Firmen in guter Startposition - keine Pleitewelle

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Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erreicht dank der staatlichen Corona-Hilfen Tiefststände.
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Milliardenschwere Hilfsprogramme in der Corona-Pandemie haben die Zahl der Firmenzusammenbrüche sinken lassen. Droht nun demnächst eine Welle von Unternehmenspleiten?

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland wird nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes dank staatlicher Corona-Hilfen in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit etwa zehn Jahren sinken. In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie rechnen die Experten mit einem Rückgang von fünf Prozent auf rund 15.000 Unternehmensinsolvenzen. Ähnliche Zahlen habe es zuletzt 1992 (10.920) und 1993 (15.582) gegeben. Im kommenden Jahr wird ein Anstieg um rund neun Prozent auf etwa 16.300 Firmenpleiten erwartet. Das sei aber weiterhin ein sehr niedriges Niveau, erläuterte Maxime Lemerle von Euler Hermes. Im Vorkrisenjahr 2019 waren es noch 18.749 Fälle.

"Die relativ gute Ausgangslage, eines der größten staatlichen Unterstützungsprogramme und die wieder anziehende Weltwirtschaft haben deutschen Unternehmen eine gute Startposition verschafft, um sich auf die neue Normalität einzustellen", sagte Lemerle.

Gute Liquidität in den Unternehmen

Um eine Pleitewelle in der Corona-Krise zu verhindern, hatte der Staat zudem die Pflicht zum Insolvenzantrag bei Eintritt eines Insolvenzgrundes wie Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zeitweise ausgesetzt. Seit dem 1. Mai gilt die Insolvenzantragspflicht wieder vollumfänglich.

Nach einer Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hat sich die Liquidität der Betriebe in Deutschland deutlich verbessert. Der Anteil der Unternehmen, die ihre liquiden Mittel für grundsätzlich ausreichend halten, ist von 34 Prozent im Mai auf 45 Prozent im September gestiegen. "Dieser Anstieg geht insbesondere auf die verbesserte Lage in kleinen Betrieben zurück", erläuterte IAB-Direktor Bernd Fitzenberger.

Lage im Handel und Gastgewerbe hellt sich auf

Vor allem im Gastgewerbe und im Handel, die von den Beschränkungen in der Pandemie besonders hart betroffen waren, hat sich die Lage demnach verbessert. Aktuell sehen sich zudem insgesamt nur noch fünf Prozent der Betriebe in ihrer Existenz bedroht. Im Frühjahr waren es den Angaben zufolge noch 13 Prozent.

Weltweit rechnet Euler Hermes im kommenden Jahr mit einem Anstieg der Firmenpleiten um durchschnittlich rund 15 Prozent. Die Zahl dürfte damit noch niedriger liegen als im Vorkrisenjahr 2019. Im laufenden Jahr werde die Verlängerung zahlreicher staatlicher Programme die Insolvenzen auf einem weiterhin niedrigen Niveau halten. Euler Hermes zufolge zeichnet sich für 2021 weltweit ein Rückgang von rund sechs Prozent ab. "Die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen haben ihr Ziel erreicht, möglichst viele Insolvenzen zu verhindern", sagte Lemerle. "In Westeuropa haben die Maßnahmen jede zweite Pleite verhindert, in den USA jede Dritte." (dpa)

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