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Fahrbericht Cupra Formentor VZ

Der Ballermann aus dem Norden

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Die schärfste Formentor-Version trägt die Buchstaben "VZ" und leistet 310 PS.
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Mit dem Formentor präsentiert die zu Seat gehörende Marke Cupra gerade das erste eigenständige Modell. Ein SUV, wie sollte es anders sein. Doch der Kompakte bietet für manch einen mehr als man ahnt.

Den Ballermann kennt in Deutschland jeder, sobald er ins Jugendalter kommt. Leider. Die Partymeile ist wohl einer der hässlichsten Orte auf Mallorca. Ganz anders das Cap Formentor, das schräg gegenüber liegt. 85 Kilometer trennen beide Orte. Oder anders ausgedrückt: eine ganze Welt. 85 Kilometer, auf denen der neue Ballermann zeigen könnte, was in ihm steckt.

Doch fangen wir vorne an. Mit dem Cupra Ateca und dem Cupra Leon fing die Marke vor rund zwei Jahren an. Wie die Namen suggerieren, sind das Seat-Ableger – geschärfte. Der Formentor wird hingegen nicht als Seat angeboten. Cupra only. Wird vielen Hochbeinern die Sportlichkeit angeeignet, hat sie der Formentor in seinen Genen.  

Wiedererkennbar

Das 4,45 Meter lange SUV, das eher als Crossover durchgeht, hat zudem ein wiedererkennbares Design – nicht nur in der Seat-Welt. Das Blech duckt sich auf 1,51 Meter und stellt sich mit 1,84 Metern stämmig auf die Straße. Im konkreten Fall sticht der Kontrast aus geschwungenen Linien und harten Kanten ins Auge, was ihn als Design-Fels in der Brandung skizziert.

Das wird für die Kundschaft auch das wohl wichtigste Element am Fahrzeug sein. Denn innen wähnt man sich schnell in einem Leon. Die Unterschiede sind marginal. Ist das schlecht? Keineswegs. Denn auch der neue Leon weiß zu überzeugen. Sowohl bei der Verarbeitung als auch bei der Materialauswahl werden nur Pedanten Kritikpunkte erhaschen. Vorteil Formentor? Er hat gefühlt etwas mehr Kopffreiheit, selbst mit geschlossenem Panoramadach ist es also luftig über dem Haupt.

Die Sitzposition im Formentor ist höher als erwartet und sind die Sitze weniger einnehmend als erhofft. So ist der Seitenhalt auf öffentlichen Straßen vollkommen ausreichend, auf der Rennstrecke hingegen werden einige mehr verlangen. Oder direkt jeden Tag wollen, weil echte Schalensitze dem Formentor gut stehen würden.

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310 PS, beeindruckende Fahrwerte

Vor allem dann, wenn man ihn mit dem Topmotor wählt – dem einzigen, der zum Marktstart angeboten wird. Cupra trat an, um die sportive Speerspitze der Iberer zu markieren. So gab es bislang ausschließlich Modelle, bei denen die stärksten Benziner im Bug installiert wurden. Damals wunderten sich einige, wie das in der heute so CO2-geschwängerten Zeit in naher Zukunft funktionieren soll. Nun, Elektrifizierung lautet das schlagende Argument, das laut Seat-CEO Wayne Griffith perfekt zur sportiven Ausrichtung von Cupra passt. Denn der Konzern zeigt bereits, was alles dank Elektrounterstützung geht. Und das hat aktuell derzeit deutlich mehr als 200 PS. Das wird auch beim Cupra Formentor kommen (245 PS Plug-in-Hybrid). Ebenso dürfte der Fünzylinder-Benziner aus einigen Audi-RS-Modellen Einzug in den Spanier halten.

Wir konzentrieren uns beim Formentor, der ab 2021 nicht nur als PHEV und Superportler, sondern auch mit 150 Diesel-PS zu haben sein wird, erst einmal auf das derzeitige Topmodell. Der seit Jahren bewährte 2.0 TSI wird hier ans Limit getrieben. 310 PS leistet der Vierzylinder und ballert den 1.650 Kilogramm schweren Formentor in 4,9 Sekunden auf Tempo 100. Die brachiale Beschleunigung, die in der Spontanität einem E-Auto nicht unähnlich ist (bis auf den im Cupra-Mode martialischen Sound) dirigiert das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das so schnell agiert, dass händisches Schalten nicht nur überflüssig erscheint, es wäre im Vergleich auch sinnlos. Schade, dass jedoch gerade bei einem Fahrzeug wie dem Cupra Formentor die Automatik stets die Oberhand behält. Soll heißen: Weder nach oben, noch nach unten lassen sich die Gänge manuell fixieren. Wenn die Steuerelektronik meint, jetzt müsse geschaltet werden, agiert das Doppelkupplungsgetriebe obrigkeitshörig. Manchmal eben auch dann, wenn es bei dynamischer Fahrweise nicht passt.

Damit die geballte Power sicher auf die Straße befördert werden kann, gibt es diesen Formentor ausschließlich mit einem Haldexallrad (4Drive genannt). Das System verteilt die Kraft nach Gutdünken, immer so, dass maximale Fahrsicherheit geboten ist. Wer will, kann das ESP komplett deaktivieren. Sinnvoll ist das nicht, nötig noch weniger. Laut Seat-Technikvorstand Werner Tietz fahren die Testfahrer die schnellsten Runden im Cupra-Mode: Dieser kann mit dem Daumen am linken unteren Lenkradteil mittels langem Druck direkt aktiviert werden – die ESP-Schwelle wird angehoben, aber nicht aufgehoben. So schnellt der Wagen sicher untersteuernd durch zu flink angegangene Kurven und bremst sich quietschend sicher ein. Nur wilde Lastwechsel lassen das Heck – in das aufgrund des Allrads lediglich 420 Liter Gepäck passen – zum Ausritt animieren. Wer Angst bekommt, kann sich auf standfeste Bremsen verlassen. 340 Millimeter messen die Scheiben serienmäßig, wer 1.950 Euro übrig hat, kann 370er-Scheiben mit Brembo-Stoppern haben. Zuvor sollten jedoch die Kosten für den Ersatz gecheckt werden. Brembo ist kein Billigheimer und langt ab und an auch mal kräftig zu – auch beim Fahrzeughersteller.

37.900 Euro kostet der Cupra Formentor. Eigentlich ist er damit auch voll ausgestattet. Ein paar Spielereien stehen in der Ausstattungsliste. Was man einem so schnellen, technisch am oberen Ende befindlichen Fahrzeug in dieser Liste vermisst? Matrixlicht. Das gibt es offensichtlich auch bei Cupra noch nicht. (mb)

Cupra Formentor 2.0 TSI 4Drive
Preis ab: 37.891 Euro | R4/1.984 cm3 | 228 kW/310 PS | 400 Nm ab 2.000 U/min | 7-Gang-DKG | 250 km/h | 4,9 s
WLTP: 8,5 SP | 191 g/km | Effizienz: D | 4.450 x 1.839 x 1.528 mm | 420 – 1.475 l
HK: 15 |  VK:  25 |   TK: 24  | Garantie: 2 Jahre

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