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Fahrbericht Opel Combo-e Life

Familiensinn mit gutem Gewissen

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Opel bietet den Combo Life nun auch elektrisch an.
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Der neue Stellantis-Konzern, zu dem auch Opel und die französischen Marken Peugeot und Citroën gehören, hat seine kleinen Vans und Transporter erneuert und an den Strom gehängt. Davon profitiert auch die neue Elektroversion des seit jeher beliebten Opel Combo.

Von Peter Maahn

Der Erfolg hat viele Väter. In seiner bald 35-jährigen Karriere nutzte der kleine Opel-Transporter Combo zunächst die Gene und den Unterbau des Kadett und des Corsa, später dann die des Fiat Doblo. Seit drei Jahren spricht der Familienfreund französisch und teilt sich sein Dasein mit dem Peugeot Partner und dem Citroën Berlingo. Natürlich ist der kleine Praktiker vor allem ein zweisitziges Nutzfahrzeug ohne hintere Seitenscheiben, dafür mit großem Laderaum fürs Handwerk oder Lieferungen aller Art. Aber bald nach der Geburt wandelte er sich zusätzlich zum kompakten Hochdachkombi mit Platz für bis zu sieben Insassen. Dafür bekam der Combo diverse Nachnamen wie Tour, Tramp oder schlicht Kombi. Ganz aktuell nennt er sich Life und ist sogar elektrisch.

Und genau um dieses Leben geht es beim neuen Combo-e Life (ab 32.016 Euro netto, Innovationsprämie in Höhe von 9.000 Euro kann abgezogen werden). Das Familienleben zum Beispiel: Wohnlichkeit auf allen Plätzen durch das Hochdach, 28 Ablagen für Kleinigkeiten, aber auch für Größeres wie in einer separaten Box unter dem Dach auf Höhe des Kofferraums. Für den Großeinkauf im schwedischen Möbelhaus können die Lehnen des Beifahrersitzes und der drei hinteren Sitze leicht umgeklappt werden, dann passt auch ein Regal ins Auto, das bis zu 2,70 Meter lang sein kann.

Komplettes Angebot an Assistenzsystemen

Zum Thema "Leben" gehört aber auch das in dieser Klasse ungewöhnlich komplette Angebot an Assistenzsystemen wie Abstandsradar, Toter-Winkel-Warner, Spurhalte-Assistent, Verkehrsschilderkennung oder automatische Notbremsung. Alles schon beim Einstiegsmodell serienmäßig. Ein paar nette Extras wie Panoramadach oder Head-up-Display locken in der Preisliste.

Das völlig Neue im Combo-e Life offenbart sich dann bei der ersten Ausfahrt. Der Lifestyle- Laster muss nicht mehr an die Tankstelle, sondern an die Ladesäule. Dazu bedient er sich der Technik der beiden anderen Stromer von Opel, dem Corsa-e und dem Mokka-e. Eine 50 kWh-Batterie liefert den Saft, der den 100 kW / 136 PS-Elektromotor versorgt. Opel nennt eine Reichweite von immerhin 280 Kilometer nach geltender Norm. In der Praxis müssten rund 250 Kilometer gut zu schaffen sein. Beim Familienurlaub zu weiter entfernten Verwandten sind also Ladepausen angesagt. Am hoffentlich einsatzbereiten und freien Schnelllader an der Raststätte dauert der Stopp 32 Minuten, um den Akku wieder bis auf 80 Prozent der Kapazität zu füllen. Da kann die Zeit für den Kiddy-Besuch bei am Hamburger-Stand schon mal knapp werden. Wenn bei Onkel und Tante ein Verlängerungskabel am Reiseziel bereitsteht, kann der Combo-Life mit Haushaltstrom versorgt werden und die Nacht über randvoll geladen werden.

Im Fahrbetrieb fällt durchaus auf, dass das typische Elektro-Singen im Combo-e deutlicher ans Ohr dringt als bei normalen Pkw-Stromern, die diesbezüglich sicher aufwendiger gedämmt werden als es für den Abkömmlings eines Nutzfahrzeuges möglich ist. Das gilt fürs Beschleunigen ebenso wie für das Gaswegnehmen und die Phasen der sogenannten Rekuperation, wenn die Batterie durch die Energie versorgt wird, die dabei genutzt entsteht. Aber: Das technische Konzert aus dem Motorraum ist nicht vergleichbar mit ungleich lauteren Klängen eines Verbrennungsmotors.

Die Übersicht vom Fahrerplatz aus ist dank der höheren Sitzposition richtig gut, das gleiche gilt für Handlichkeit, den Wendekreis oder auch das Einparken dank einer guten Heck-Kamera. Gegen Aufpreis kommt noch eine Rundum-Kamera dazu, die das Auto aus der Vogelperspektive zeigt. Durchaus hilfreich beim Manövrieren. Wer wie mit dem Combo-e zum einen ein E-Auto mit nicht allzu großer Batterie hat und zum anderen sicher nicht auf der sportlichen Seite der Autowelt unterwegs ist, wird mit den gebotenen Fahrleistungen gut leben können. Auf der Autobahn wirft die Elektronik bei 135 km/h den Anker. Beim Spurt-Duell ist der Combo-e mit fast zwölf Sekunden auf Tempo 100 kein Champion, aber auch kein Langweiler. Der Strom-Verbraucher hinterm Steuer wird aber ohnehin den dabei entstehenden Reichweiten-Verlust auf seiner neu programmierten inneren Festplatte im Kopf haben.

Opel hat sich bei der Gestaltung des Innenraums sichtbar angestrengt, um Behaglichkeit aufkommen zu lassen. Natürlich deutet der reichlich schwarze Kunststoff rund um das Armaturenbrett erstmal auf die Nutzfahrzeug-Gene hin. Doch an vielen Stellen blinkt silberner Zierrat, dazu eine gesteppte Naht am Lenkrad. Und der große Zentral-Monitor steht für das Digitale im Combo. Wenn dann noch die zwar hochgezogene, aber kurze Motorhaube, die praktischen Schiebetüren und die Ausgestaltung der Seitenpartie gefallen, kann man sich schnell mit dem Combo-e anfreunden. Vielleicht auch mit der um 35 Zentimeter gestreckten XL-Version, die mit einem 2.693 Liter großen Gepäckraum und einer dritten Sitzreihe protzt und mit Vollausstattung 3.739 Euro netto teurer ist als das Basismodell.

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