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Fahrbericht Renault Talisman

Zurück in der Mittelklasse

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Renault schickt den Talisman ins Rennen.
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Wer sich auf dem hiesigen Markt gegen VW Passat, Ford Mondeo & Co behaupten will, muss einiges bieten. Der Renault Talisman legt sich mächtig ins Zeug.

Von Elfriede Munsch/SP-X

Neuer Name, neues Glück: Das Mittelklassemodell im Renault-Portfolio hört nun auf den Namen Talisman. Der komplett neu entwickelte Laguna-Nachfolger ist seit Februar in Verbindung mit dem 81 kW / 110 PS starken Diesel zu Netto-Preisen ab 23.487 Euro erhältlich. Zur Serienausstattung gehören unter anderem 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Zweizonen-Klimaautomatik, LED-Tagfahrlicht, Parksensoren hinten, Navigationssystem, Fahrmodusauswahl und eine Massagefunktion für den Fahrersitz.

An Selbstbewusstsein mangelt es der Limousine nicht. Ganz im Stil der aktuellen Renault-Formensprache gelingt ihr mit einer auffälligen Front samt großem Rhombus und einer langer Motorhaube ein markanter Auftritt. Besonders aus seitlicher Betrachtungsweise kann das Fahrzeug überzeugen. Der Heckabschluss dürfte jedoch Geschmackssache sein. Hier dürften die ab Juni verfügbaren Kombiversionen (Grandtour) wohl eher gefallen.

Mit einer Länge von 4,85 Metern gehört der Talisman zu den ganz großen im Segment und ist nur unwesentlich kürzer als der Van Espace. Mit diesem teilt sich die Mittelklasselimousine nicht nur die Plattform, sondern auch viele technische Komponenten. So dominiert ein sieben Zoll großer Touchscreen die Mittelkonsole. Mit seiner Hilfe lassen sich Radio, Navigation und die Fahrzeugeinstellungen steuern. Die Anzahl der Bedienknöpfe konnte so drastisch reduziert werden. Insgesamt wirkt der Talisman aufgeräumt und vermittelt eher ein sachliches Ambiente.

Der Kofferraum schluckt 608 Liter, klappt man die Lehnen der Rückbank um, steigert sich der Wert auf stolze 1.022 Liter. Es entsteht aber beim Umlegen eine Stufe. Die Limousine will aber nicht wie der Grandtour ein praktischer Lademeister sein, sondern durch Komfort punkten. Das Platzangebot für die Insassen ist recht ordentlich, allerdings konnten die Ingenieure nicht ganz die üppigen Abmessungen in Raumvorteil für die Passagiere umsetzen.

Drei Diesel und zwei Benziner

Für den Vortrieb stehen drei Diesel und zwei Benziner zur Wahl. Sie decken ein Leistungsspektrum von 81 kW / 110 PS bis zu 147 kW / 200 PS ab. Die sparsamste Variante ist der kleinste Selbstzünder mit 81 kW / 110 PS. Dieser begnügt sich mit durchschnittlich 3,6 Litern und wird ausschließlich mit einer Sechsgang-Schaltung ausgeliefert. Das Gros der Käufer wird wohl ein wenig mehr Leistung goutieren und sich für den 96 kW / 130 PS oder 118 kW / 160 PS-Diesel entscheiden. Der stärkste Diesel ist an ein Sechsgang-DSG gekoppelt, für die mittlere Version ist es optional erhältlich.

Wenn es nicht unbedingt ein Diesel sein muss: Das Benziner-Topmodell mit 147 kW / 200 PS ist eine sportliche Alternative. Der Standardspurt gelingt in 7,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist mit 237 km/h angegeben. Dem Normwert von 5,8 Litern kann man nur mit sehr viel fahrerischer Zurückhaltung nahe kommen, lässt man es ein wenig krachen, zeigt der Bordcomputer eine Neun vor dem Komma an. Für das Fahrvergnügen werden mindestens 28.529 Euro netto fällig. Wählt man das höchste Komfortniveau sind es mindestens 33.403 Euro ohne Mehrwertsteuer. Hier gehören aber unter anderem eine Akustik-Verglasung, ein Bose-Soundsystem, Head-up-Display – als ausfahrbare Scheibe aus dem Armaturenträger -, Abstandswarner, Verkehrsschilderkennung, LED-Scheinwerfen und Tot-Winkel-Warner zum Lieferprogramm.

Ebenfalls ab Werk kommt der Franzose in der höchsten Ausstattung mit einer Allradlenkung vorgefahren. Bei niedrigem Tempo lenken die Hinterräder entgegengesetzt zu den vorderen und reduzieren so den Wendekreis von 11,6 auf 10,8 Meter. Das erhöht besonders im Stadtverkehr die Wendigkeit. Bei höheren Geschwindigkeiten steuern die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die Vorderräder. So bleibt das Fahrzeug zum Beispiel bei plötzlichen Ausweichmanövern besser beherrschbar.

5-Jahres-Garantie

Mit dem Talisman ist Renault zurück in der Mittelklasse. Diese wird in Deutschland von den Platzhirschen VW Passat, Mercedes C-Klasse oder 3er BMW dominiert. Um sich gegen die Wettbewerber wie Skoda Superb, Ford Mondeo oder Mazda6 besser positionieren zu können, gewährt Renault eine 5-Jahres-Garantie. Als wichtigsten Erfolgsgaranten bringen die Franzosen aber ab Juni den Grandtour auf den Markt. Der Kombi kostet 840 Euro netto mehr als die Limousine und bietet zwischen 572 und 1.700 Liter Kofferraumvolumen. Damit gehört der Talisman dann tatsächlich zu den Großen im Segment.

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