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Führungswechsel

Opel bekommt neuen Chef

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Uwel Hochgeschurtz wechselt von Renault zu Opel.
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Abschied vom Verbrennungsmotor in Europa, Expansion in neue Märkte: Opel hat in den nächsten Jahren viel vor. Verantwortlich dafür wird künftig der Ex-Renault-Manager Uwe Hochgeschurtz sein, der den CEO-Posten von Michael Lohscheller übernimmt.

Beim Autobauer Opel nimmt ein neuer Chef Platz am Steuer. Uwe Hochgeschurtz, Vorsitzender von Renault in Deutschland, Österreich und Schweiz, wird mit Wirkung zum 1. September 2021 Chief Executive Officer (CEO) in Rüsselsheim. Michael Lohscheller habe sich entschieden, den Stellantis-Konzern zu verlassen und eine andere Herausforderung anzunehmen, teilte der Autobauer am Dienstag mit.

Die Renault Deutschland AG hatte bereits vor gut einer Woche bestätigt, dass Hochgeschurtz den französischen Autobauer Ende August verlassen werde. Bei Opel übernimmt der Manager zu einem Zeitpunkt, an dem die Traditionsmarke mit dem Blitz ihre internationale Expansion – auch nach China – und die Elektrifizierung des Produktportfolios vorantreibt.

Laut Mitteilung wird Hochgeschurtz dem Top-Executive-Team von Stellantis beitreten und direkt an Konzernchef Carlos Tavares berichten. "Ich bin überzeugt, dass Uwe Hochgeschurtz dank seiner mehr als 30-jährigen Erfahrung in der Automobilindustrie dieses neue Kapitel der Marke Opel erfolgreich gestalten wird", sagte Tavares.

Ford, VW, Renault - und jetzt Opel

Hochgeschurtz startete seine Auto-Karriere 1990 bei Ford. Zwischen 2001 und 2003 war der gebürtige Kölner für das Marketing von Volkswagen Nutzfahrzeuge zuständig. Anfang 2004 stieß er zum Renault-Konzern, wo er zunächst den Bereich Marketing und Strategie bei der Nutzfahrzeug-Sparte in Paris verantwortete und 2008 die Position des Direktors Firmenkundengeschäft übernahm. Danach war er Generaldirektor des Renault-Vertriebsgebietes Central (Österreich und Schweiz).

An die Spitze des Deutschland-Geschäfts wechselte Hochgeschurtz im Juni 2016. Mit der Gründung der Vertriebsregion DACH im vergangenen Jahr wurde er Vorsitzender der Dreiländer-Organisation mit den Einzelgesellschaften Renault Deutschland AG, Renault Österreich GmbH und Renault Suisse SA. Zudem war der 58-Jährige noch im Juni als Vizepräsident des Auto-Importeurverbandes VDIK bestätigt worden.

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Michael Lohscheller schaffte mit Opel den Turnaround.
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Steuermann in unruhigen Zeiten

Lohscheller kam nach Stationen bei Jungheinrich, DaimlerChrysler Rail, Mitsubishi und Volkswagen 2012 als Finanzdirektor zu Opel. Im Juni 2017 stieg er als Nachfolger von Karl-Thomas Neumann zum Geschäftsführer auf, nachdem Stellantis-Vorgänger PSA das Unternehmen von General Motors übernommen hatte. Lohscheller organisierte den Umbau des Herstellers, bei dem ohne betriebsbedingte Kündigungen tausende Arbeitsplätze gestrichen wurden. Die drei Standorte Rüsselsheim, Kaiserlautern und Eisenach blieben bestehen, während große Teile des Entwicklungszentrums sowie das Testzentrum in Dudenhofen bei Frankfurt verkauft wurden.

Tavares betonte: "Ich möchte Michael Lohscheller herzlich dafür danken, dass er zusammen mit den Opel-Mitarbeitern ein starkes, nachhaltiges Fundament für das Unternehmen geschaffen hat. Dieser beeindruckende Turnaround ebnet nun den Weg für eine weltweite Expansion der Marke."

"Restrukturierung war alternativlos"

In einer Botschaft an die Mitarbeiter verwies der 52 Jahre alte Lohscheller auf einen kumulierten Gewinn von 2,5 Milliarden Euro aus den vergangenen drei Jahren. Unter der Leitung des früheren Eigners General Motors hatte Opel mit seiner britischen Schwestermarke Vauxhall fast zwei Jahrzehnte lang nur Verluste eingefahren. "Die Restrukturierung war nicht einfach, aber alternativlos", unterstrich der scheidende Chef. Opel habe sich verkleinert und Stellen auf ein angemessenes Level abgebaut. "Und damit haben wir nachhaltig Zehntausende Jobs gesichert – nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern auch bei unseren Handelspartnern und Zulieferern."

Die Gewerkschaft IG Metall setzt auf ruhigere Zeiten: "Nach dem Wechsel an der Spitze von Opel muss endlich Ruhe im Unternehmen einkehren", erklärte der Chef des Beziks Mitte, Jörg Köhlinger. "Wir hoffen auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Herrn Hochgeschurtz. Er kennt die Automobilindustrie und sollte die Zukunftsfragen zusammen mit den Arbeitnehmervertretern angehen. Wir sind dazu bereit."

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