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Hängepartie bei E-Auto-Prämie

"Verzögerung mehr als kontraproduktiv"

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BVF-Geschäftsführer Schäfer: Verzögerung passt nicht zu Aussagen der höchsten Priorität.
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Eigentlich sollte der höhere Umweltbonus für E-Fahrzeuge bereits gelten. Doch der politische Prozess dauert noch an. Der Fuhrparkverband betont, dass die Hängepartie die Umsetzung in den Unternehmen erschwere.

Der Fuhrparkverband (BVF) hat mit Unverständnis auf die Verzögerungen bei der Erhöhung des Umweltbonus für Elektrofahrzeuge reagiert. "Mobilitätsentscheider in Unternehmen planen mit Vorlauf. Die Verzögerung ist deshalb mehr als kontraproduktiv und erschwert eine Umsetzung", sagte BVF-Geschäftsführer Axel Schäfer am Freitag in Mannheim.

Anfang November 2019 hatten sich Politik und Industrie darauf verständigt, die Kaufprämie für Elektroautos um 50 Prozent aufzustocken (wir berichteten). Kurze Zeit später brachte das Kabinett eine stärkere und längere staatliche Förderung der E-Mobilität formal auf den Weg. Doch seitdem ist wenig passiert.

Nach Medienberichten lieferte die Bundesregierung erst am 20. Januar erste konkrete Daten zum neuen Umweltbonus an die EU-Kommission. Eine offizielle Notifizierung stehe aber noch aus, heißt es aus Brüssel. Die EU muss die staatliche Beihilfe billigen und für zulässig erklären. Deswegen ist der Termin für die Erhöhung nach wie vor offen.

Im November hatte der BVF die Absichten der Bundesregierung noch als vielversprechend bezeichnet – vorausgesetzt den Ankündigungen würden auch zügig Taten folgen (wir berichteten). Schäfer: "Wenn die Sachlage richtig dargestellt wurde, ist es für den Fuhrparkverband deswegen sehr unverständlich, dass nach dem Beschluss der Bundesregierung offensichtlich zwei Monate verstrichen sind, ohne dass die Umsetzung konkret eingeleitet wurde." Lediglich die Verlängerung der Förderung bis 2025 sei klar. Das passe nicht zu Aussagen der höchsten Priorität.

Nach Darstellung des Verbands haben viele Unternehmen mit Fuhrparks in der Jahresplanung unter Berücksichtigung des höheren Umweltbonus kalkuliert und waren durchaus bereit, dort, wo es Sinn macht, auf Elektroautos umzustellen. "Da gewerbliche Fuhrparks sehr wichtige Multiplikatoren und Treiber neuer Technologien sind, war das eine neue Chance, Elektromobilität nach vorne zu bringen, nachdem es bereits 2019 Rückschläge durch eine mangelnde Verfügbarkeit von Fahrzeugen gab", betonte Schäfer.

Probleme für Autohersteller

Aus Sicht des Verbandsvertreters könnte es für die deutsche Autoindustrie durch die Hängepartie des Umweltbonus eng werden, denn seit diesem Jahr gelten bekanntlicj strengere CO2-Vorschriften (Zielwert 95 Gramm pro Kilometer), die im Flottendurchschnitt nur mit einer wachsenden Zahl von E-Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden zu erreichen sind. Ihr Ausstoß wird mit 0 g/km gewertet und doppelt gezählt. 2021 drohen dann für einzelne Hersteller Milliardenstrafen an die EU. Hersteller wie Renault, Hyundai, Kia und Nissan gehen deshalb aktuell in Vorleistung und stocken ihren Anteil am Umweltbonus auf. (red)

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