Firmenwagen sind in vielen Unternehmen weiterhin ein zentraler Baustein der betrieblichen Mobilität. Ihr früherer Statuscharakter tritt jedoch zunehmend in den Hintergrund. Entscheidend ist heute vor allem der praktische Nutzen. Das zeigt eine aktuelle Omniquest-Studie im Auftrag von MHC Mobility.
Demnach sehen 79 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit Firmenfahrzeugen den Firmenwagen in erster Linie als notwendiges Arbeitsmittel – etwa für Außendienst, technische Einsätze oder andere Tätigkeiten, bei denen Mobilität direkt zur Aufgabe gehört. Nur 21 Prozent betrachten ihn vor allem als Zusatzleistung zur Motivation oder Bindung von Mitarbeitenden.
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Mobilität, die vom Arbeitgeber bereitgestellt wird, ist dabei längst weit verbreitet. In 64 Prozent der Unternehmen gibt es Firmenfahrzeuge – entweder für die Befragten selbst oder für einzelne Kolleginnen und Kollegen. 41 Prozent der Befragten haben eigenen Zugriff auf ein Firmenfahrzeug, 29 Prozent berichten, dass bestimmte Kolleginnen und Kollegen ein Fahrzeug nutzen können. In 36 Prozent der Unternehmen stehen hingegen keine Firmenfahrzeuge zur Verfügung.
Bei der Fahrzeugwahl dominieren wirtschaftliche und organisatorische Aspekte. Für 45 Prozent zählen niedrige Kosten zu den wichtigsten Kriterien. Fast ebenso relevant ist ein geringer Aufwand für Wartung, Service und Versicherung: 42 Prozent nennen diesen Punkt unter den zwei wichtigsten Faktoren. Kaum eine Rolle spielt dagegen der Wunsch, stets das neueste Modell zu fahren. Mit weniger als 9 Prozent ist dies das am seltensten genannte Auswahlkriterium.
MHC Mobility: Gemischter Fuhrpark zeichnet sich ab
Auch beim Blick auf künftige Antriebe zeigt sich kein eindeutiger Alleingang in Richtung einer Technologie. Elektroautos werden von 46 Prozent der Befragten als bevorzugte künftige Antriebsart im Firmenfuhrpark genannt – genauso häufig wie Benziner. Hybridfahrzeuge erreichen 31 Prozent, Diesel 29 Prozent.
Für Unternehmen zeichnet sich damit ein zunehmend gemischter Fuhrpark ab. Klassische Verbrenner bleiben relevant, zugleich gewinnen elektrische und teilelektrifizierte Modelle weiter an Bedeutung. Auffällig ist: 59 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit Firmenfahrzeugen bevorzugen mindestens eine elektrifizierte Antriebsform, also Hybrid oder batterieelektrische Fahrzeuge.
Auch die Vergabe von Firmenwagen folgt überwiegend funktionalen Kriterien. 56 Prozent der Befragten geben an, dass Fahrzeuge in ihrem Unternehmen nach Aufgabenbereich oder tatsächlicher Notwendigkeit vergeben werden – etwa an Mitarbeitende im Außendienst, im Vertrieb oder im technischen Service. Für 35 Prozent sind Position oder Vergütungsstufe ausschlaggebend. Nur 9 Prozent berichten, dass Firmenwagen individuell im Arbeitsvertrag verhandelt werden und damit eher den Charakter eines Incentives haben.
Firmenwagen: Das sind die Budgets
Damit rückt stärker in den Fokus, welches Fahrzeug zu welcher Aufgabe passt. Für Mobilitätsanbieter bedeutet das: Einheitliche Standardlösungen wie klassische Langzeit-Leasingverträge oder Fahrzeugkauf werden den Anforderungen vieler Unternehmen nicht mehr immer gerecht. Gefragt sind flexible Modelle, die unterschiedliche Fahrzeugtypen, Budgets, Laufzeiten und Servicebausteine abbilden können.
Auch beim monatlichen Budget pro Firmenfahrzeug zeigt die Studie große Unterschiede. 37 Prozent der Befragten geben an, dass die Kosten je nach Position oder Fahrzeugtyp stark variieren. 30 Prozent nennen ein monatliches Gesamtbudget von 500 bis 699 Euro. 14 Prozent liegen bei 300 bis 499 Euro, 10 Prozent bei 700 bis 899 Euro. 5 Prozent planen mit 900 Euro und mehr, 4 Prozent mit weniger als 300 Euro.
Betriebliche Mobilität wird komplexer
Insgesamt entsteht ein klares Bild: Unternehmen erwarten Firmenwagen, die zur jeweiligen Aufgabe passen, wirtschaftlich bleiben und möglichst wenig Verwaltungsaufwand verursachen. Gleichzeitig wächst der Bedarf an flexiblen Mobilitätslösungen, weil Antriebsarten, Budgets und Nutzungsszenarien immer stärker auseinandergehen.
Für die Flottenbranche ist das ein deutliches Signal. Betriebliche Mobilität verliert nicht an Bedeutung – sie wird komplexer. Wer Unternehmen künftig überzeugen will, muss mehr bieten als Fahrzeuge. Entscheidend wird, Mobilität einfacher steuerbar zu machen: mit planbaren Kosten, integrierten Services und Lösungen, die sich schnell an veränderte Anforderungen anpassen lassen.