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Neuer Land Rover Defender

Erfolgsgarant

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Deutlich gestiegene Motorleistung: Der Diesel startet jetzt bei 200, der Benziner bei 300 PS.
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Der neue Land Rover Defender war sicherlich die schwierigste Geburt der Briten seit dem Brexit – der steckt ja noch immer im Geburtskanal fest. Auf der IAA zeigen die Insulaner jetzt, dass sie nicht nur Autos bauen können. Sie zeigen, dass sie eigentlich die Neuzeit verstanden haben – einige zumindest.

Es fing alles 1946 mit einer Idee an. Dieser gaben die Gebrüder Wilks zwei Jahre später eine Gestalt und der Land Rover war geboren. Es dauerte dann bis 1990 als der nahezu unveränderte Land Rover den Zusatz Defender erhielt. Und er ist mit dem Jeep Wrangler die Ikone der Geländewagen. 2016 kam dann das Ende der Ära. Drei Jahre später gibt es den Neuen. Gespickt mit Technik und Elektronik soll er nicht nur alles in den Schatten stellen, was sich SUV und Geländewagen schimpft. Internen Aussagen nach soll er auch Onroad die beste Figur im LR-Portfolio abgeben, was beim Anblick des neuen Defender, der Ende Mai 2020 zu den Händlern kommen wird, kaum zu glauben ist.

Denn dynamisch sieht der Neue nicht wirklich aus, wenngleich er etwas Bulliges an sich hat. Man sollte den Namen Defender aber nicht als Blaupause für das Gesamtfahrzeug heranziehen. Denn bis auf ein paar Konturen und viel Aluminium haben alt und neu nichts miteinander gemein. Damals war das Aluminium aufgrund des Stahlmangels nach dem Zweiten Weltkrieg nötig, heute wird es verwendet, um Steifigkeit zu erhöhen und Gewicht zu minimieren. So soll der neue Defender die dreifache Steifigkeit des "nächstbesten" Fahrzeugs auf dem Markt aufweisen. Das Gewicht liegt dennoch stets bei mehr als zwei Tonnen.

Über die Karosserie kommt die Kunststoff- und Aluhaut drüber und das Paket morpht sich ins Jahr 2020. Je nach Ausstattungslinie und Zusatzpaketen sieht er mal aus wie ein gepimpter und glattgeschliffener Offroader aus einer Edel-Manufaktur und mal wie ein Expeditionsfahrzeug oder echtes Arbeitstier. Apropos glatt. Der CW-Wert wird mit 0,38 angegeben, was nicht nur unter Geländewagen ein beachtlicher Wert ist, sondern sogar in den Reihen der SUV auffällt.

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Zwei Radstände bietet Land Rover zum Marktstart an. 2,59 Meter und 3,02 Meter. Das macht eine Außenlänge von knapp 4,5 Metern für die Kurzversion, die weiterhin "90" genannt wird, und knapp fünf Meter für die Langversion, den 110er (jeweils mit montiertem Reserverad), der jedoch im Landy-Jargon der Mittlere ist. Denn bislang gab es noch den langen 130er – der wird wohl in Zukunft auch wieder folgen, wie auch eine verblechte Commercial Version. Das dauert aber jeweils bis Mitte 2021. Dann soll auch der Plug-in-Hybrid startklar sein. Den Antrieb kennen wir aus anderen Range Rover-Modellen und wird auch im Defender rund 400 PS leisten. Ja, richtig, 400 PS ist die Marke, die der neue Defender setzt. Und zwar gleich zu Beginn. Da gibt es nämlich bereits einen Mildhybrid mit 48-Volt-Netz und elektrischem Verdichter, der zusammen mit einem Reihensechszylinder-Benziner Leistungsdaten aufs Papier zaubert, die nichts mit dem alten Defender zu tun haben. Aber auch die Basis ist potent genug, um beim alten Modell als Supersport-Version durchzugehen. Bei 200-Diesel-PS fängt es jetzt erst an. Darüber rangiert die 240-PS-Version. Bei beiden ist ein Zweiliter-Vierzylinder am Werk. Den Benzinereinstieg gibt es ab 300 PS. Geschaltet wird ausschließlich automatisch und zwar mit dem bekannten ZF-Achtgang-Automat, der speziell für die Bedürfnisse im Gelände optimiert wurde. Als Topspeed auf dem Asphalt sind rund 200 km/h möglich. Neue Welten sind das.

Bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast, 900 Kilogramm Maximalzuladung

Klar, dass mit solch einem Antrieb auch ordentlich Lasten gezogen werden dürfen. Bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast sind möglich und 168 Kilogramm Gewicht auf dem Dach während der Fahrt legal. Das sind außergewöhnlich gute Werte. Bei 100 Kilogramm Dachlast ist bei anderen Fahrzeugen meist Schluss. 900 Kilogramm lautet die Maximalzuladung, die eher an einen Mercedes Sprinter erinnert. Der Einstieg wird zum Marktstart mindestens 41.770 Euro betragen, 4.960 Euro mehr werden für den 110er fällig. Gemessen an dem, was der alte geboten hat, ist der neue zwar deutlich teurer, im Vergleich aber nicht teuer. Doch meistens wird es nicht beim Einstandspreis bleiben.

Verschiedene Pakete geben eine Richtung vor. Bestseller in Städten wie Berlin oder London wird sicherlich der "Urban" sein. Bis zu 22-Zoll-Räder und andere Gimmicks lassen diese Variante aussehen als hätte er zu viele Steroide gespritzt. Der "Explorer" und der "Adventure" sind eher für die Rough Guys und der "Country" für den Gentleman. So findet sicherlich jeder Interessent exakt seinen Defender. Ob Dreisitzer vorne oder Mittel-Durchstieg nach hinten, ob feinstes Leder oder robuste Stahlfelgen, ob Highend-Luftfahrwerk mit bis zu 29 Zentimetern Bodenfreiheit oder simpler Schnorchel zum Atmen von Frischluft bei bis zu 90 Zentimeter tiefen Flußdurchfahrten. Der Defender deckt sämtliche Wünsche ab. Und die Fangemeinschaft wird wachsen, das ist sicher. Hardcore-Fans werden sich eventuell mit der Moderne schwertun, aber es gibt eine lange Schlange an Menschen, die genau auf diesen neuen Defender gewartet haben und viel Geld dafür ausgeben werden. Denn so sagte Land Rover Chief Designer Gerry McGovern auf der Vorabveranstaltung der IAA: "Wir produzieren Autos, in die sich Menschen verlieben." Trifft es auf den Punkt und definiert damit, was einen Erfolgsgaranten ausmacht. (mb)

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